HSG Wetzlar mit Punkteteilung in Hannover

DKB Handball-Bundesliga

Domstädter spielen stark auf – Am Ende fehlt das letzte Quäntchen Kraft

Im letzten Interview forderte Jens Tiedtke noch eine Leistungssteigerung des Kollektivs, um wieder in die Erfolgsspur zurück zu finden. Mit bestem Beispiel ging der Routinier auf der Kreisläuferposition vorne weg und war mit seinen acht Treffern einer der Garanten für den Punktgewinn. Die Mannschaft erhörte seine Worte und legte über weite Strecken eine starke Leistung auf das Parkett und belohnt sich mit einem 29:29 Unentschieden bei der „Mannschaft der Saison“,  dem TSV Hannover/Burgdorf. Die Freude ist groß nach dem erspielten Punkt in niedersächsischen Landeshauptstadt. „In Hannover einen Punkt zu holen ist eine tolle Leistung unserer Mannschaft, auf die wir stolz sein können“, so der zufriedene HSG-Geschäftsführer Björn Seipp.

Der Übungsleiter der HSG Wetzlar Kai Wandschneider sprach nach dem Sieg von einem „Punktgewinn für die Moral seiner Mannschaft.“ Nach der deutlichen Niederlage in der „Fördestadt“ Flensburg war klar, dass man nur mit einer verbesserten kämpferischen Moral bei den Niedersachsen bestehen kann. Früh zeichnete sich ab, dass die HSG Wetzlar an diesem Spieltag die richtige Einstellung gefunden hat. Bis zum 8:9 konnten die Heimherren die Begegnung noch offen gestalten. Im Verlauf der ersten Halbzeit war er wieder da, der so erfrischende Angriffsschwung, mit dem die HSG Wetzlar in der Hinrunde das Publikum zu begeistern vermochte. Doch nicht nur die Offensive präsentierte sich verbessert im Vergleich zu den letzten Wochen. Auch in der Defensive machte sich der Lerneffekt spürbar, den die Mannen um Kapitän Michael Müller anscheinend vollzogen haben. Wenn ein Wurf den grün-weißen Deckungsverbund überwinden konnte, stand ein stark aufspielender Nikolai Weber im Tor, der doppelt motiviert war gegen seinen kommenden Arbeitgeber. Schon vor der Begegnung sprach Weber in einem Interview von zusätzlicher Motivation: „Die Konstellation wirkt auf mich motivierend.“, so der HSG-Rückhalt.

In der zweiten Halbzeit offenbarte sich den zahlreich erschienen Zuschauer in der ausverkauften AWD-Arena ein in dieser Saison ungewohntes Bild. Ihre „Recken“ lief einem klaren Rückstand hinterher und war auch spielerische die schwächere Mannschaft. Trotz einiger Abschlussschwächen und einem zweitweise Sechs-Tore-Rückstand steckten die Burgdorfer nicht auf. TSV-Trainer Christopher Nordmeyer agierte nun mit einem siebten Feldspieler. Diese taktische Variante war, so Nordmeyer von großer Bedeutung für den Punktgewinn. „Sieben Feldspieler im Angriff und ein paar Fehler von Wetzlar haben uns zum Unentschieden verholfen.“ Beim Stand von 27:27 brachte der bis dato „beste Spieler auf dem Parkett“ Jens „Tito“ Tiedtke seine Truppe zwei Mal in Front. Erst 50 Sekunden vor Ende gelang den Gastgebern der Ausgleich zum 29:29. Die letzte angebrochene Minute war an Spannung kaum zu überbieten. Nach einem Stürmerfoul von Steffen Fäth, sieben Sekunden vor Schluss, unterband Tiedtke den drohenden letzten Angriff der Hannoveraner, was eine rote Karte samt Eintrag nach sich zog. Das bedeutet, dass der großgewachsene Kreisläufer beim kommenden Heimspiel am 27. März gegen den SC Magdeburg  nur die Rolle des Zuschauers einnehmen darf. Nichts desto trotz ist man im Lager der HSG Wetzlar über den Punktgewinn zufrieden: „Die Mannschaft hat wieder Herz gezeigt und sich sehr geschlossen präsentiert. Die Leistung lässt für die kommenden Aufgaben sehr hoffen. Das war ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, so der HSG-Geschäftsführer Björn Seipp. Der Trainer der Heimmannschaft Christopher Nordmeyer war weniger zufrieden mit der Leistung seines Teams aber musste die gute Leistung der HSG Wetzlar eingestehen. „Am Ende haben wir einen glücklichen Punkt gegen die Wetzlarer gewonnen, die sehr gut auf uns eingestellt waren.“

Spielverlauf: 0:1 (2.), 0:1 (6.), 1:3 (9.), 3:4 (12.), 4:4 (15.), 4:7 (18.), 7:9 (22.), 8:10 (24.), 9:13 (27.), 11:16 (HZ), 12:16 (31.), 13:16 (33.), 14:18 (36.), 16:19 (39.), 18:21 (42.), 18:24 (45.), 19:24 (48.), 21:25 (51.), 23:27 (54.), 26:27 (56.), 27:27 (58.), 29:29 (60.), 29:29 (EN)

Torschützen: HSG Wetzlar: Weber, Marinovic; Tiedtke (8), Schmidt (4/1), M. Müller (4), Harmandic (4), Fäth (2), Reichmann (2), P. Müller (2), Mraz (2), Valo (1), Rompf, Hahn, Fridgeirsson.

TSV Hannover/Burgdorf: Ziemer, Puljezevic; Lehnhoff (7/5), Patrail (6), Olsen (5), Johannsen (4), Hykkerud (3), Buschmann (2), Mocsai (1), Andreu Candau (1), Jurdsz, Szücs, Rydergaard, Fauteck.

Zuschauer: 4100, Siebenmeter: 8/10 – 1/2, Zeitstrafen: 8/10 Minuten TSV: (Johannsen, Hykkerud, Jurdsz 2x) – HSG: (Tiedtke 2x, M. Müller, Reichmann, Mraz), Besondere Vorkommnisse: Jens Tiedtke sieht in der 60. Spielminute die rote Karte