HSG Wetzlar mit Rückenwind zum Kellerkind!

DKB Handball-Bundesliga

GWD Minden verspricht Mittelhessen "eine Schlacht" - Einsatz von Tobias Reichmann noch nicht klar

Mit drei Pflichtspiel-Siegen im Rücken macht sich Handball-Bundesligist HSG Wetzlar am Samstag auf den Weg zum Ligaspiel beim TSV GWD Minden.

Ob das frisch erworbene Selbstbewusstsein reicht, um gegen den Tabellen-16. ab 19 Uhr zu bestehen, wird sich zeigen. Denn auch Minden steht mit dem Rücken zur Wand, muss diese Partie unbedingt gewinnen, um sich etwas Luft nach unten zu verschaffen.

Da können die Ergebnisse aus den Pokalspielen nicht unterschiedlicher sein. Auf der einen Seite Wetzlar, das gegen den Bergischen HC eine starke Leistung auf das Parkett brachte und die unglückliche Liga-Niederlage im September mit einem 28:22-Erfolg vergessen machte. Auf der anderen Seite Minden, das sich bei der 20:35-Pleite in Lemgo nicht gerade mit Ruhm bekleckerte. »Ich denke, dass Minden das Pokalspiel in Lemgo abgeschenkt hat.« Anders kann sich HSG-Trainer Kai Wandschneider das klare Ergebnis gegen den TBV kaum erklären. 

Das zeigen die knappen Ergebnisse in der Liga, bei denen Minden oft auf Augenhöhe agiert hatte. Die GWD verfügt über einen erfahrenen Kader und hat sich mit Drasko Mrvaljevic im linken Rückraum noch einmal verstärkt. »Das ist eigentlich eher ungewöhnlich, dass die erst drei Punkte auf dem Konto haben.« Richtig wehgetan haben dürfte Minden die knappe 23:24-Niederlage bei Schlusslicht Emsdetten. Aus dem Mindener Kader einen Spieler herauszuheben, fällt schwer, da Coach Goran Perkovac auf allen Positionen eine gute Besetzung zur Verfügung hat. »Das ist für uns ein wegweisendes Heimspiel, in dem wir eine Top-Leistung bringen müssen«, so Perkovac. Der gute Lauf der HSG ist für ihn eher nebensächlich. »Wenn ich ehrlich bin, kümmert uns unser Gegner im Moment gar nicht. Wir sind gut genug, um einige Mannschaften in der Liga zu schlagen, wenn wir unsere optimale Leistung abrufen. Das ist für uns ein Pflichtsieg, wir dürfen zu Hause keine Punkte mehr verschenken.«

Gewarnt ist man in Wetzlar auch noch aus der letzten Saison, in der man in Minden mit 26:35 unterging. »Für Minden ist das schon eine Art Endspiel. Das wird eine heiße Kiste, wir brauchen aber auch jeden Punkt«, so Wandschneider. Die HSG-Spieler müssen mit voller Konzentration an die Aufgabe herangehen und auf allen Positionen an die Leistungsgrenze kommen. Da tut es gut zu wissen, dass die Flügelzange Kevin Schmidt/Tobias Reichmann langsam wieder auf das Niveau der Vorsaison kommt. Reichmann plagt sich allerdings mit Knieproblemen herum, eine verlässliche Vorhersage über einen Einsatz ist nicht möglich. Die Entwicklung der Mannschaft müsse nun »stabilisiert werden«. Wie bei der Verwertung der Siebenmeter. Zu Beginn der Saison fast schon eine Strafe für die Grün-Weißen, wurde auch diese Baustelle in den letzten drei Partien abgearbeitet. Hoffnungsträger Ivano Balic wird immer mehr zum »Strippenzieher«, er und seine Nebenleute finden immer besser zueinander. 

Rosig ist die Situation bei der HSG aber nicht. Das Programm bis zum Ende des Jahres ist schwer genug, »wir müssen jede Chance, zu punkten, nutzen«, weiß Wandschneider.

Quelle: Gießener Allgemeine