HSG Wetzlar mit souveränem Sieg über Göppingen!

Bild: www.sportfoto-vogler.de

DKB Handball-Bundesliga

Bewegliche Abwehr und ein bärenstarker Torhüter Andreas Wolff legen Grundstein zum Sieg – Trainer Kai Wandschneider: „Bin stolz auf die Mannschaft!“

Die Erstliga-Handballer der HSG Wetzlar haben einen erfolgreichen Heimspiel-Auftakt ins Jahr 2016 gefeiert. Mit 24:20 (14:8) konnten die Grün-Weißen am Abend den Tabellennachbarn Frisch Auf! Göppingen schlagen – und das letztlich souverän und verdient. Den Grundstein für den Erfolg legten die Mittelhessen mit einer beweglichen und aggressiven Defensive um die beiden Abwehrchefs Evars Klesniks und Carlos Prieto. Herausragend präsentierte sich Europameister Andreas Wolff, der am Ende insgesamt 19 Paraden zu verzeichnen hatte und vor dem Anpfiff gemeinsam mit den Titelträgern Steffen Fäth und Jannik Kohlbacher mit Geschenkkörben vom HSG-Fanclub „Grün-Weiß“ bedacht wurden.

"Das war ein richtig schlechtes Spiel von uns", ärgerte sich der "unglaublich enttäuschte" Frisch-Auf-Trainer Magnus Andersson. Sein Wetzlarer Kollege Kai Wandschneider freute sich dagegen über eine "bärenstarke erste Halbzeit" und war "sehr stolz auf unsere Mannschaft".

Schon direkt nach dem Anpfiff hatte die Wetzlarer Abwehr „Beton angerührt“. Dahinter fand Andreas Wolff mit drei Paraden nahezu perfekt ins Spiel. Resultat war eine schnelle 2:0-Führung der Hausherren, die zum fünften Mal in Folge vor ausverkauftem Haus antraten. Jannik Kohlbacher (1.) und Filip Mirkulovski (4.) hatten getroffen.

Bis Mitte der ersten Halbzeit konnte sich das Team von Trainer Kai Wandschneider auf 9:6 absetzen. Kapitän Steffen Fäth hatte in der 18. Minute krachend aus dem Rückraum getroffen und die 4.421 Zuschauer damit einmal mehr aus den Sitzen gerissen. Die Gäste aus Göppingen fanden kaum eine Lücke im Wetzlarer Abwehrverbund, wirkten teilweise ideenlos und unkonzentriert, was in zahlreichen leichten Ballverlusten mündete, die Wetzlar weiter konsequent ausnutzte. Kurz vor der Halbzeitpause traf HSG-Torjäger Maximilian Holst von Linksaußen zum 14:8, ehe Andreas Wolff mit der Schlusssirene einen Strafwurf von Marcel Schiller parierte.

Zu Beginn des zweiten Abschnitts schienen die Gäste dann etwas Oberwasser zu bekommen. Zwei einfache Treffer von Rechtsaußen Thomas Kristensen und ein gehaltener Siebenmeter von Neuzugang Peter Tatai waren die Folge. Doch die Hausherren konnten den Spieß schnell wieder drehen. Angetrieben vom wiedergenesenen Spielmacher Florian Laudt setzte sich Wetzlar nun mehr und mehr ab. Ein Doppelschlag des agilen Portugiesen Joao Ferraz sorgte für die 19:12-Führung der Mittelhessen (39.) – was letztlich die Vorentscheidung bedeutete.

Einige umstrittene Zeitstrafen gegen die Grün-Weißen ließen nicht nur die „Volkes-Seele kochen“, sondern sorgten auch dafür, dass letztlich ein Bruch ins bis dahin flüssige Wetzlarer Angriffsspiel kam. „In dieser Phase ist bei uns der Faden etwas gerissen, was schade war“, so Trainer Kai Wandschneider. „Trotzdem Kompliment an die Mannschaft, dass wir uns davon, schließlich waren wir einmal sogar in doppelter Unterzahl, nicht haben aus der Bahn werfen lassen.“

Die Gäste aus Göppingen konnten die mehrfachen Überzahlsituationen kaum für sich nutzen. Immer wieder rannten sich die Rückraumspieler der Schwaben in der Wetzlarer Abwehr fest und wenn sie einmal durchkamen, stand da noch „EM-Held“ Andreas Wolff. Am Ende, nach zwei weiteren gehaltenen Strafwürfen von Michael Kraus und Adrian Pfahl, konnte Wolff gemeinsam mit seinen Vorderleuten einen verdienten 24:20-Erfolg gegen den EHF-Pokal-Teilnehmer feiern.

"Das war der Wolff der Europameisterschaft", schwärmte Kreisläufer Kohlbacher  nach dem Schlusspfiff. "Ich habe nie an unserem Sieg gezweifelt. Das Ergebnis spiegelt nicht unsere Dominanz wider", gab sich der umjubelte Schlussmann nach seiner nächsten Sternstunde gewohnt selbstbewusst.

Stenogramm:

HSG Wetzlar: Wolff, Nikolai Weber (n.e.); Prieto (1), Lipovina (2), Rompf (n.e.), Ferraz (5), Sebastian Weber (n.e.), Müller (n.e.), Laudt (1), Holst (5/2), Fäth (5), Hahn (1), Joli (n.e.), Klesniks, Kohlbacher (3), Mirkulovski (1).

FA Göppingen: Tatai, Rutschmann; Kraus (2), Kneule (1), Späth (2), Barud, Sesum (6), Fontaine (1), Kristensen (3), Berg (1), Schiller, Pfahl (4), Halén.

Schiedsrichter: Colin Hartmann/Stefan Schneider – Zuschauer: 4.421 (ausverkauft) – Zeitstrafen: 6/1 – Rote Karte: Klesniks (55.) – Siebenmeter: 3/2 - 3/0.