HSG Wetzlar muss im Bergischen „Löwenkäfig“ bestehen!

DKB Handball-Bundesliga

Die Grün-Weißen vor richtungsweisendem Spiel beim Aufsteiger Bergischer HC – Aktuell hat Trainer Wandschneider am Samstag alle Mann an Bord

Ein Blick auf die Tabellenkonstellation verrät bereits vorab, welche Brisanz die Bundesliga-Partie zwischen dem Bergischen HC und der HSG Wetzlar mit sich bringt. Am Samstag, den 15. Februar 2014 (Anwurf 19 Uhr) treffen die punktgleichen Tabellennachbarn in der Wuppertaler Unihalle aufeinander. 

Beide Teams haben es sich als Ziel gesetzt, so früh wie möglich den Klassenerhalt in trockene Tücher zu bringen. Für dieses Unterfangen wäre es also für beide Clubs wichtig, am Wochenende zu punkten. „Es ist ein richtungsweisendes Spiel für beide Mannschaften. Der BHC hat lange kein Spiel gewonnen, daher stehen sie etwas mehr unter Druck“, bestätigt der Wetzlarer Trainer Kai Wandschneider die Bedeutung der bevorstehenden Partie. Mit einem Sieg über das bergische „Löwenrudel“ könnte sich Wetzlar zunächst etwas von dem unbeliebten 16. Rang distanzieren.

Die Domstädter werden am Samstag auf einen motivierten Liga-Neuling treffen. „Als verschworene Einheit wollen wir unsere Chance gegen Wetzlar nutzen“, so BHC-Rückraumspieler Michael Hegemann. Zu Beginn der Hinrunde schlugen sich die Bergischen durchweg beachtlich in dem Haifischbecken der ersten Liga und gaben nicht das klassische Bild eines Aufsteigers ab. Von einer Eingewöhnungsphase im Oberhaus war bei den Blau-Weißen nichts zu spüren. Doch die anfängliche Euphorie beim aktuellen Tabellendreizehnten hat in den letzten Spielen einen Dämpfer erlebt. Die Negativserie ist auf sieben Niederlagen in Folge angewachsen.

In der laufenden Serie kam es bisher zu zwei Duellen zwischen den Mittelhessen und den Bergischen. Die Bilanz zwischen den Ligakonkurrenten ist dabei ausgeglichen. Beim ersten Pflichtspiel im September musste die HSG Wetzlar eine schmerzliche 24:25-Niederlage einstecken. Den Fans in der Rittal Arena wurde ein heißer Tanz auf dem Parkett geboten, der bis zur letzten Sekunde offen blieb. An Dramaturgie war der Handballkrimi kaum zu übertreffen – zum Leidwesen der Anhänger der Grün-Weißen. In der letzten Sekunde trudelte der Wurf des Löwen-Kapitäns Viktor Szilagyi hinter die Torlinie. 

Fünf Wochen später gelang dann die Revanche im Pokalspiel in der altehrwürdigen Dutenhofener Sporthalle und vor allem HSG-Torhüter Andreas Wolff war es, der mit einer herausragenden Leistung am Ende einen großen Anteil an dem 28:22-Sieg hatte. 

Am Samstagabend will die HSG Wetzlar diesen Erfolg wiederholen und wichtige Punkte im Kampf um einen sicheren Tabellenplatz einfahren. Das soll mit einem couragierten und kampfbetonten Auftreten geschehen. Gegen den HSV Handball mussten die Domstädter zwar eine 23:26-Niederlage einstecken, doch an der Einstellung und am Wille hatte Cheftrainer Wandschneider nichts zu monieren. Nicht zugesagt haben dem Übungsleiter jedoch die vielen verlorenen Zweikämpfe und das fehlende Aushelfen auf dem Feld. „In der Abwehr müssen wir agiler sein und im Eins-gegen-Eins gilt es mehr Zweikämpfe zu gewinnen. Individuell müssen wir noch stärker werden. Gegen Hamburg haben wir schon vieles gut herausgespielt, aber im Abschluss waren wir zu unkonzentriert“, erwartet Wandschneider am Samstag eine deutliche Steigerung in der Wuppertaler Halle.

Die bergischen Löwen werden am Wochenende voll auf die Unterstützung der eigenen Fans, ihrer „Blauen Wand“, setzen. „Die HSG Wetzlar muss von Beginn an merken, dass sie nicht nur gegen uns spielen, sondern auch gegen eine ausverkaufte Halle kämpfen muss“, kündigt Szilagyi eine imposante Stimmung im Spiel gegen die Mittelhessen an. Auch der Grün-Weiße Übungsleiter weiß, was auf die Mannschaft zukommt: „Der BHC hat eine gute Mannschaft und auch eine starke Bank. Es wird um sehr viel gehen, daher wird eine heiße Atmosphäre in der Halle sein. Ich bin froh, dass uns auch zahlreiche Fans aus Wetzlar begleiten und unterstützen werden.“ 

Der BHC möchte seine Niederlagenserie schnellstmöglich mit einem Erfolgserlebnis beenden. Die Domstädter werden jedoch alles dafür geben, um den ersten Sieg der Bergischen Löwen im neuen Jahr noch mindestens um ein Spiel zu verzögern. „Jeder Spieler muss an seine obere Leistungsgrenze gehen. Unser Ziel wird es sein, nicht mit leeren Händen nach Hause zu fahren“, fordert Wandschneider von seiner Mannschaft „Vollgas von der ersten bis zur letzten Minute.“