HSG Wetzlar muss sich gegen Magdeburg deutlich steigern!

DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessen erwarten Champions League-Anwärter am Samstagabend um 19 Uhr in Rittal Arena Wetzlar – Wandschneider: „Gerade wenn ohne Balic eine Frage der Ehre!“

Die 24:32-Niederlage in Berlin noch nicht richtig verarbeitet, geht es für die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar bereits am Samstagabend (Anwurf 19 Uhr, Rittal-Arena, Wetzlar) weiter. Zu Gast ist kein Geringerer als die Mannschaft der Stunde – der SC Magdeburg. Der Champions-League-Sieger von 2002 schwimmt derzeit auf einer Erfolgswelle, die ihn bis auf den vierten Tabellenplatz in der Bundesliga und ins DHB-Pokal-Final-4 in Hamburg geführt hat. Den Startplatz im Europapokal hat der SCM fest im Blick, doch die HSG Wetzlar wird man kaum unterschätzen.

„Wetzlar ist eine Mannschaft mit starken Spielern. Ich glaube hundertprozentig, dass sie nach der hohen Niederlage gestern am Samstag zeigen wollen, was sie können. Das wird keine leichte Aufgabe für uns“, analysiert SCM-Coach Geir Sveinsson den Gegner auf der Homepage. „Es gibt viel zu tun gegen Magdeburg“, weiß dagegen auch HSG-Trainer Kai Wandschneider. Viel Zeit bleibt nicht, um sich auf den Gegner vorzubereiten, denn es ist deutlich schwieriger geworden, gegen den SCM Punkte zu holen. „Das mussten schon ganz andere Mannschaften feststellen“, so Wandschneider. „Sie sind uns physisch überlegen, und wir haben schon im Hinspiel gesehen, was für eine Qualität diese Mannschaft hat. Diese Qualität haben sie mental im Laufe der Saison noch gefestigt, und ich sehe sie als Nummer drei in dieser Saison.“ Gestützt auf eine bärenstarke, isländische 6:0-Abwehr, die bei Auslösehandlungen zur 3:3-Abwehr wird, und mit guten Torhütern dahinter, versucht der SCM, über Konter zu schnellen Toren zu kommen, was mit der Flügelzange Robert Weber und Matthias Musche oder Yves Grafenhorst meist auch vorzüglich klappt.“ Und vorne spielen sie auf den Punkt ihre Qualitäten aus. Sie haben mit Bartozs Jurecki einen der besten Kreisläufer, die ich jemals gesehen habe und der das immer wieder auf die Platte bringt, obwohl er keinen Vertrag mehr in Magdeburg bekommen hat.“ Wandschneider sieht wenig Schwachpunkte im Magdeburger Team, das auch auf der Bank sehr gut besetzt ist.

Aufgabe der HSG wird es sein, eine Antwort auf die miserable erste Halbzeit in Berlin zu geben. „Das haben wir teilweise schon in der zweiten Halbzeit getan“, doch Wandschneider sah zu viele Spieler, die in Berlin nicht an ihre obere Leistungsgrenze gekommen sind. Das verlangt er am Samstag vor eigenem Publikum, „das müssen wir am Samstag besser machen“.

Den kollektiven Ausfall in Berlin kann sich Wandschneider nicht wirklich erklären, denn „da spielen oftmals Dinge eine Rolle, die nicht unmittelbar etwas mit dem Handballsport zu tun haben“. Denn auch ohne Ivano Balic erwartet Wandschneider vollen Einsatz. „Ich habe der Mannschaft in der Halbzeit gesagt, es ist eine Frage der Ehre. Wollen wir uns wirklich sagen, ohne Ivano geht das nicht?“ Auch am morgigen Samstag ist der Einsatz von Balic eher fraglich, Adnan Harmandic ist ebenfalls angeschlagen, sodass es vor allem auf der Mittelposition in Wetzlar Probleme gibt. Aber auch Kristian Bliznac schlägt sich mit muskulären Problemen herum.

Der SCM hat am Mittwoch den TBV Lemgo förmlich auseinandergenommen (36:24) und hat nur kleine Blessuren davongetragen. „Nichts Schlimmes. Wichtig war, dass wir viel wechseln konnten, weil für uns am Samstag wieder ein Spiel ist«, sagt Sveinsson. »Es ist noch nicht klar, ob Andreas Rojewski am Samstag in Wetzlar spielen kann“, hofft der SCM-Coach auf gute Nachricht. Anwurf der Partie ist am Samstagabend um 19.00 Uhr in der Rittal Arena Wetzlar. Es gibt noch wenige Stehplatzkarten an der Abendkasse. Geleitet wird das Duell der Traditionsclubs von den erfahrenen Unparteiischen Andreas und Marcus Pritschow. Die Spielaufsicht hat DHB-Schiedsrichterwart Peter Rauchfuß.