HSG Wetzlar muss zwei Spiele auf Philipp Müller verzichten!

DKB Handball-Bundesliga

Rückraumspieler fehlt nach Urteil der HBL-Diziplinarkommission im Heimspiel gegen Kiel und bei der Auswärtspartie in Minden

Die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar müssen in den kommenden beiden Bundesliga-Spielen auf Rückraumspieler Philipp Müller verzichten. Der 28jährige wurde von der Disziplinarkommission der HBL durch eine heutige Entscheidung für zwei Meisterschaftsspiele, längstens bis zum 21. Dezember 2012 einschließlich gesperrt. Grund ist ein Eintrag des Technischen Delegierten in den Spielberichtsbogen der Erstliga-Partie TuS N-Lübbecke gegen HSG Wetzlar, die am vergangenen Samstag stattgefunden hatte. Nach Wahrnehmung der Spielaufsicht soll Müller direkt nach Spielschluss einem am Boden liegenden Spieler der Gastgeber in den Unterleib geschlagen haben.

Für diese vermeintliche Tat, die sowohl von Philipp Müller als auch der HSG Wetzlar per schriftlicher Stellungnahme bestritten wurde, erhielt der Spieler heute eine Sperre für zwei Spiele. „Wir haben auch nach dem Erhalt des Bescheids der HBL keinen Zweifel daran, dass Philipp unschuldig ist. Die Aussagen anderer, zum Teil unbeteiligter Personen und die Videoaufnahmen sprechen für ihn. Trotzdem akzeptieren wir die Entscheidung der Disziplinarkommission, die sich bei Ihrer Entscheidungsfindung an die gültige Rechtsordnung des DHB gehalten hat“, so HSG-Geschäftsführer Björn Seipp. „Für uns ist allerdings die Regel 17:11 des Internationalen Handball Rechts, auf die sich in der Rechtsordnung bezogen wird, mehr als zweifelhaft.“ Diese besagt seit Ende 2011: „Entscheidungen der Schiedsrichter und des Technischen Delegierten aufgrund ihrer Tatsachenfeststellung oder Beurteilung sind unanfechtbar.“ 

Aus Sicht der HSG Wetzlar lässt dies den Schluss zu, dass schon eine Feststellung, wie in diesem Fall durch die Spielaufsicht, einem Urteil gleichkommt und die Unschuldsvermutung ausschließt. „Einen Freispruch lässt diese Regel offensichtlich nicht zu“, so HSG-Geschäftsführer Björn Seipp.