HSG Wetzlar reist mit Rückenwind

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Trainer Gennadij Chalepo fordert zwei Punkte beim Aufsteiger Eintracht Hildesheim

Mit dem Rückenwind von drei Punkten aus den letzten zwei Spielen reist die HSG Wetzlar heute zum Neuling Eintracht Hildesheim. "Wir wollen den Schwung mitnehmen und den Aufwärtstrend fortsetzen", zeigt sich Trainer Gennadij Chalepo vor dem um 20.15 Uhr in der Sparkassen-Arena in Hildesheim steigenden Duell der Handball-Bundesliga sehr selbstbewusst und fordert keck "einen Auswärtserfolg".

 

Klar, das 30:30 im Hessenderby bei der MT Melsungen und erst recht das 32:29 am vergangenen Sonntag gegen den TBV Lemgo haben den Grün-Weißen das zuvor verloren gegangene Selbstvertrauen zurückgegeben. Jetzt gilt es nachzulegen, damit der Dezember mit dem Hammerprogramm von sechs Spielen tatsächlich der von ihnen erhoffte "goldene Monat" wird. Hier kann die Basis für ein weiteres Jahr Erstliga-Zugehörigkeit gelegt werden.>

"Wir wissen allerdings, dass die Aufgabe in Hildesheim kein Selbstläufer wird. Um dort beide Punkte zu entführen, müssen wir hart arbeiten", warnt der 42-Jährige vor allzu übertriebenem Optimismus in den Reihen des Tabellenzwölften und richtet den Fokus auf den Neuling, der durch die knappe 24:26-Heimpleite gegen Balingen auf den letzten Platz abrutschte.

"Im Hinspiel haben uns gerade der Däne Michael Qvist und der Serbe Vladica Stojanovic vor große Probleme gestellt", erinnert Chalepo an das mühevolle 30:28 in der Rittal-Arena zum Saisonauftakt gegen die Niedersachsen.

Die Domstädter bangten gestern noch um den Einsatz des Griechen Giorgos Chalkidis, der sich gegen Lemgo in der zweiten Halbzeit eine Oberschenkelblessur zuzog. Ansonsten ist alles an Bord.

Vertrag mit Fäth verlängert

Auch Junioren-Weltmeister Steffen Fäth, dessen Vertrag die HSG gestern offiziell um zwei Jahre bis zum 30. Juni 2014 verlängerte (wie diese Zeitung bereits gestern berichtete). "Ich fühle mich in Wetzlar unheimlich wohl und sehr gut aufgeboten", erklärte der wurfgewaltige, aber nur selten eingesetzte Rückraumschütze. "Er macht im Training einen Super-Job und ich hoffe, dass er das auch bald in der Bundesliga umsetzt", lobte Chalepo den 21-Jährigen, um den laut Aufsichtsratssprecher Manfred Thielmann "gleich mehrere Ligakonkurrenten" buhlten: "Fäth verfügt über ein enormes Potenzial. Seit dem Ende seiner Verletzungsmisere hat er unglaublich an sich gearbeitet und bereits angedeutet, wie wertvoll er für unsere Mannschaft werden kann."

Mit der Verlängerung des Kontraktes von Fäth hat die HSG die Planungen für die Bundesligasaison 2012/13 vorangetrieben, "weitere Ergebnisse werden bald folgen", kündigte Thielmann an.

Derweil droht Eintracht Hildesheim, das zum vierten Mal in der Beletage des deutschen Handballs spielt, der direkte Abstieg. Genau wie 2006 und davor 1968 und 2000. "Wir wussten von Anfang an, dass es sehr schwer wird. Das bestätigt sich jetzt", kommt der Absturz ans Tabellenende für Coach Volker Mudrow nicht ganz unerwartet. "Nach ganz gutem Rundenbeginn fehlt uns in den vergangenen Wochen einfach immer ein Quäntchen, um mal wieder als Sieger vom Platz zu gehen." Der einzige Hildesheimer Sieg datiert vom 9. Oktober, als Frisch Auf Göppingen mit 30:26 bezwungen wurde. "Wir sind für weitere Überraschungen gut", glaubt der 42-Jährige, der von 2007 bis 2009 die HSG betreute. Wenns gegen Wetzlar klappt, würde es den 17-maligen Nationalspieler natürlich besonders freuen. "Die Wetzlarer Mannschaft ist mir in bester Erinnerung geblieben. Und es sind ja auch noch einige Spieler aus meiner Zeit dabei", blickte Mudrow gestern dem Wiedersehen freudig-gespannt entgegen.

Gerhard Collinet