HSG Wetzlar schlägt SC Magdeburg erstmals Auswärts

DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessen gewinnen in der Landeshauptstadt verdient mit 26:24.

17:24, 19:29, 19:27, 29:31, 20:32, 21:27, 28:37, 23:32, 27:38, 25:33, 22:27, 27:32, 20:24, 25:31 und am Mittwochabend endlich 26:24 (15:14). Eineinhalb Jahrzehnte nach dem Aufstieg in die Handball-Bundesliga ist der HSG Wetzlar beim SC Magdeburg das erste Erfolgserlebnis gelungen. 

Im 15. Duell im Oberhaus boten die Grün-Weißen in der Bördelandhalle, die nach einem Energieversorger inzwischen GETEC-Arena heißt, eine beherzte, couragierte und selbstbewusste Vorstellung. Fünf Tage nach der überraschenden 27:31-Heimniederlage gegen die TSV Hannover-Burgdorf fand die HSG wieder zur Klasse der ersten Auftritte der noch jungen Saison zurück. Mit nun 11:7-Punkten gehört die Truppe aus Dutenhofen und Münchholzhausen weiter zur Elite im Oberhaus. Angesichts der kommenden (lösbaren) Heimaufgaben gegen den VfL Gummersbach (Samstag, 27. Oktober) sowie die Neulinge TV Neuhausen (Samstag, 17. November) und TuSEM Essen (Freitag, 30. November) dürfte sich die HSG auf Dauer im oberen Drittel der Tabelle festsetzen.

"Ich freue mich sehr, denn wir haben endlich wieder die Aggressivität und die Konzentration gezeigt, die uns in der zweiten Hälfte gegen Hannover-Burgdorf völlig gefehlt hat", schmunzelte HSG-Coach Kai Wandschneider in der Pressekonferenz. Sein Gegenüber Frank Carstens indes war bedient: "Mit 24 Fehlwürfen kannst du eben kein Bundesligaspiel gewinnen", haderte der Assistent von Bundestrainer Martin Heuberger mit der Chancenverwertung der Seinen. In jener Stadt, in der Ex-Box-Weltmeister Robert Stieglitz vor wenigen Tagen seinen Schwiegervater noch krankenhausreif geschlagen haben soll, teilten die "Gladiators" zwar gewohnt rustikal aus, doch ließ sich der Gast aus Mittelhessen davon nicht beeindrucken.

Nikola Marinovic findet in der entscheidenden Phase zur Form seines Lebens

Als der in Halbzeit eins überragende Jens Tiedtke am Kreis innerhalb von nur 150 Sekunden gleich dreimal erfolgreich war, lag die HSG schnell mit 6:3 (12.) in Front. Über die Stationen 10:8 (19.) und 14:12 (27.) gingen die Gäste mit einer 15:14-Führung in die Pause - der zehnfache DDR-Meister war mit dem Ein-Tore-Rückstand noch gut bedient.

Als nach dem Wechsel die Männer aus der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt, angetrieben von 4733 Zuschauern, plötzlich mit 18:17 (37.) und 20:19 (42.) in Führung lagen, fand Nikola Marinovic im Tor der Gäste zur Form seines Lebens. In den letzten 20 Minuten ließ der österreichische Nationalkeeper nur noch fünf Treffer der Hausherren zu. "Er hat heute unser Tor vernagelt", schwärmte Alois Mraz von seinem Schlussmann, der überall die Hände dran hatte. Marinovic entschärfte reihenweise Tempogegenstöße, hatte gegen Bartosz Jurecki am Kreis stets die bessere Antwort parat und ließ auch gegen die beiden Außen Robert Weber und Yves Grafenhorst keinen Treffer mehr zu.

"Er hat 60 Minuten lang grandios gehalten", schwärmte Kai Wandschneider von seinem Torwart, der sich wiederum bescheiden gab. "Ich bin mit mir zufrieden", schmunzelte der 36-Jährige - wohl wissend, dass seine Paraden dafür verantwortlich waren, dass die Grün-Weißen im 15. Bundesligaduell in Magdeburg endlich das erste Erfolgserlebnis feierten.

Magdeburg: Eijlers, Hammerschmidt (n.e.) - Kneer (3), Pajovic, van Olphen (1), Tönnesen, Philipp Weber (1), Wiegert, Rojewski (5), Schäpsmeier (4), Grafenhorst (3), Hornke (n.e.), Robert Weber (3/1), Jurecki (3), Landsberg (1).

Wetzlar: Nikolai Weber (n.e.), Marinovic - Fäth (3), Mraz (1), Philipp Müller (2), Fridgeirsson, Harmandic (1), Michael Müller (1), Valo (3), Rompf (n.e.), Schmidt (7/3), Reichmann (3), Kristjansson (2), Tiedtke (3).

Schiedsrichter: Moles/Pittner (Heddesheim/Hemsbach) - Zuschauer: 4733 - Zeitstrafen: Magdeburg zwei (Landsberg, Schäpsmeier), Wetzlar vier (Tiedtke, Michael Müller, Fäth, Mraz) - verworfener Siebenmeter: Schmidt (Wetzlar) trifft die Latte (60.).