HSG Wetzlar schrammt knapp an der Sensation vorbei

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Aus der Hamburger 02-World berichtet AZ-Mitarbeiter Oliver Vogler und Alexander Finke (HSG)

Ein Spiel mit Höhen und Tiefen wurde für die Spieler der HSG Wetzlar leider nicht belohnt, obwohl die Mittelhessen eine sehr starke Leistung im hohen Norden zeigten. Eine Sensation beim Deutschen Meister HSV Hamburg war zu greifen nahe. In der O2-World in Hamburg kamen die Domstädter zu einer 25:24 Niederlage, die gegen einen schwach agierenden HSV durchaus einen Punkt hätten entführen können. Lediglich zum Ende der Partie fehlte das Quentchen Glück, drei verworfene Siebenmeter gegen Nationaltorhüter Johannes Bitter durch Spielmacher Adnan Harmandic verhinderten einen möglichen Punktgewinn - wenn nicht gar die Sensation überhaupt in Hamburg.

 

Nicht das vom Bosnier Adnan Hamandic die Möglichkeiten vom Sieben-Meter-Punkt nicht genutzt wurden, sondern das wie diese Chancen leichtfertig vergeben wurden, lässt die Verantwortlichen und die rund 80 mitgereisten Fans aus Mittelhessen noch Stunden nach dem Spiel verzweifeln. Mit einem versuchten Heber beim Siebenmeter gegen den Nationaltorwart Jogi Bitter in der letzten Aktion der Partie, verschenkte der Spielmacher der HSG einen möglichen Punkt.

Drei Tage nach dem kräftezehrenden Pokal-Achtelfinale bei den Rhein-Neckar-Löwen, welches der amtierende Deutsche Meister nach 70 Minuten mit 33:32 für sich entscheiden konnte, merkte man den Hanseaten noch die Strapazen des Pokal-Fights in Mannheim an. Ein mühsames und sehr glückliches 25:24 gegen die HSG Wetzlar, genügte jedoch um den 222. Bundesliga-Erfolg der Carlén-Schützlinge zu sichern. Eine für die Chalepo-Truppe vermeidbare Niederlage, die einen durchaus möglichen Punktgewinn in Hamburg zu Nichte machte, wurde leichtfertig vergeben.

Die Mittelhessen, die ohne die verletzten Giorgios Chalkidis (Oberschenkel-Zerrung) und den Langzeitverletzten Alois Mraz (Fingerbruch), dezimiert beim Deutschen Meister antreten mussten, begannen durchaus respektabel. Der Deutsche Meister, dem sicherlich die Pokalpartie in Mannheim noch in den Knochen steckte, konnte sich in der ersten Halbzeit nie mehr als drei Tore absetzen. Kari Kristjansson konnte gar in der 19. Minute vom Kreis zum 9:9 ausgleichen, ehe der routinierte Meister zur Halbzeit doch ein des Tabellenstands vermutendes 13:10 herausspielen konnte. HSV Torwart Dan Beutler und der Wetzlarer Schlussmann Niko Weber zeigten eine starke Leistung. In Halbzeit zwei agierte der HSV weiterhin stark aus dem Rückraum, setzte sich gar mit 19:14 in der rassigen Partie ab. Doch die Chalepo-Schützlinge konnten sich mit einen 5-Tore-Lauf zum zwischenzeitlichen 19:19 durch Timo Salzer in der 51. Minute zurück in die Partie kämpfen. Der deutsche Meister agierte fortan nervös und fahrlässig mit seinen Gelegenheiten. Erschreckend schwach agierten einige Spieler der Hanseaten, allem voran Nationalspieler Pascal Hens, der zu keinem Zeitpunkt der Partie zu überzeugen wusste. Die Hamburger 3:2:1-Deckung wurde zunehmend müder und unkonzentriert, welches den Wetzlarer Spielern immer wieder Gelegenheiten bot, die Partie weiter offen zu gestalten, indem sie bis zum Ende der Partie den Spielstand immer wieder ausgleichen konnten.

Die durch die beiden Ausfälle neu formierte Abwehr der HSG Wetzlar, die gegen die mit Nationalspielern gespickten Hamburger Sturmreihen lediglich 25 Gegentreffer zugelassen haben, wusste durchaus zu überzeugen, eine 6:0-Deckung stellte die Hansestädter immer wieder vor Probleme. Spielzüge des Meisters, die aus dem Rückraum abgeschlossen wurden fanden vor allem in der zweiten Hälfte der Partie kaum das Ziel im Wetzlarer Tor. Allem voran wusste der im Deckungsverband offensiv agierende Tobias Hahn zu überzeugen, der stark gegen die Halblinken des HSV zu Werke ging ohne Angst vor großen Namen zu haben, sei es Nationalspieler Pascal Hens oder auch Blaszenko Lackovic stellte er sich mit Bravour entgegen. Am Kreis wuchtig und mit großem Durchsetzungsvermögen agierte der Isländer Kari Kristjansson, der neben Tobias Hahn und Spielmacher Timo Salzer überzeugen konnte. Auch Adnan Harmandic konnte aus dem Spiel heraus durchaus Akzente setzen und auf der Rückraum-Mitte-Position überzeugen. Linksausen Kevin Schmidt musste in der zweiten Halbzeit durch Christian Rompf ersetzt werden, eine Verletzung an der Achilles-Sehne lies keinen weiteren Einsatz zu. Niko Weber verdiente sich Bestnoten indem er mit 15 Paraden gegen die Hamburger Stürmer entgegenwirken konnte.

Auf Seiten des Deutschen Meisters wussten Matthias Flohr, der am heutigen Tage seine 350. Bundesliga-Partie bestritt, und Rechtsaußen Hans Lindberg neben den Torhütern zu überzeugen. Nationaltorwart Johannes Bitter wurde in der Partie weitestgehend geschont, alleine zu drei Siebenmeterduellen gegen den Wetzlarer Adnan Harmandic wurde dieser von Trainer Per Carlén eingesetzt. Ein Schachzug, der die gesamte Partie entscheiden sollte, denn 3 von 3 Siebenmeter konnte der Hamburger gegen den unglücklichen Bosnier für sich entscheiden.

Alles in Allem eine couragierte Vorstellung der Mittelhessen beim amtierenden Deutschen Meister, die nur durch die fahrlässige Siebenmeterquote der Truppe von Trainer Gennadij Chalepo den Lohn ihrer Arbeit verdarb. Bereits am kommenden Mittwoch steht für die HSG das immens wichtige Spiel gegen den Altmeister VfL Gummersbach in der Wetzlarer Rittal-Arena auf dem Programm. Zu Hoffen ist, dass die vergebene Chance auf einen Punktgewinn in Hamburg schnellstens aus den Köpfen der Akteure verdrängt werden kann, und sich bis Mittwoch das Lazarett der HSG etwas lichtet.

HSV Hamburg: Bitter, Beutler; Kraus (2/2), Schröder (0), Duvnjak (2), Lackovic (2), Flohr (5), Vori (2), G. Gille (2), B. Gille (1), Vugrinec (2), Lindberg (4/1), Lijewski (1), Hens (2).

HSG Wetzlar: Marinovic, Weber; Schmidt (0), Rompf (0), Müller (4), Fäth (0), Salzer (5), Harmandic (5/2), Valo (2), Friedrich (1/1), Jungwirth (1), Hahn (0), Kristjansson (6).

Schiedsrichter: Harms/Mahlich (Magdeburg/Stendal)
Zuschauer: 10.698
Zeitstrafen: 2:0 Minuten
Siebenmeter: 3/4:3/7

(ovo)