HSG Wetzlar schwimmt sich erst nach der Pause frei!

DKB Handball-Bundesliga

Handball-Erstligist gewinnt in 1. Runde des DHB-Pokals mit 39:24 beim Sachenligisten Plauen – Steffen Fäth trifft neun Mal

Der Handball-Erstligist HSG Wetzlar hat sich am Abend für die 2. Runde im DHB-Pokal qualifiziert, durch einen letztlich deutlichen 39:24-Erfolg beim tapfer kämpfenden Sachsenligisten SV 04 Plauen-Oberlosa. Bester Torschützen der Gäste aus Mittelhessen war dabei Nationalspieler Steffen Fäth mit neun Treffern, vor Kent Robin Tönnesen und Guillaume Joli mit jeweils acht Toren.

Knapp sechs Stunden Busfahrt lagen hinter den Grün-Weißen, ehe diese am frühen Abend im Voigtland ankamen. Reisestrapazen, die sich bei den Balic, Fäth und Co. allen voran in der ersten Halbzeit bemerkbar machten. Gegen engagiert auftretende Gastgeber, die dem Erstligisten vor rund 800 lautstarken Zuschauern nachweislich die Stirn bieten wollten, taten sich die Spieler von Trainer Kai Wandschneider zunächst sehr schwer. Wetzlar lag nach sechs Minuten sogar mit 2:4 hinten. Auch in der Folgezeit war beim Favoriten mächtig Sand im Getriebe. Im Angriff wurden zahlreiche Chancen unkonzentriert vergeben. In der Abwehr taten sich für den Underdog immer wieder große Lücken für vermeintlich leichte Torabschlüsse auf. Erst nach etwa 15 Minuten hatte Wetzlar das Spiel dann besser im Griff, führte nach einem Treffer von Neuzugang Guillaume Joli mit 9:6. Über 11:8 (20.) und 14:11 (24.) ging es mit einem unerwartet knappen 18:13 für den Erstligisten in die Pause.

HSG-Coach Wandschneider hatte in der Kabine offensichtlich die richtigen Worte gefunden. Wetzlar kam deutlich engagierter aus der Pause. Torhüter José  Hombrados, dessen Spielberechtigung erst am Mittag eingetroffen war, wechselte für Andreas Wolff zwischen die Pfosten und in der Abwehr gingen die Grün-Weißen nun beherzter zur Sachen. Schon wenige Minuten nach dem Wiederanpfiff schraubteKent Robin Tönnesen das Ergebnis auf 21:14 (34.). Bei Plauen schwanden nun nach und nach die Kräfte, hängen ließ sich der Sachsenpokalsieger aber zu keiner Zeit. Gestützt auf eine kompakte Abwehr und einige Paraden von „Jota“ Hombrados, davon drei gehaltene Siebenmeter, kamen die Gäste nun zu leichten Treffern aus dem erweiterten Gegenstoß und erhöhten in der 49. Minute auf 33:20.

Am Ende stand ein 39:24-Auswärtserfolg der HSG Wetzlar, die sich in Voigtland schwerer tat als erwartet. Auch Trainer Kai Wandschneider war nach dem Spiel alles andere als zufrieden. „Die erste Halbzeit war ganz schwach, da haben meine Jungs gedanklich wohl noch im Busgesessen. Es hat jegliche Einstellung zum Spiel gefehlt - gegen einen Gegner, der alles gegeben und sich ein Lob verdient hat“, so Wandschneider. „Nach der Pause haben wir dann eine Schippe drauf gelegt und schnell für klare Verhältnisse gesorgt. Wichtig war heute, dass wir eine Runde weitergekommen sind und sich keiner unserer Spieler verletzt hat. Im zweiten Abschnitt konnten wir sogar noch einige neue Dinge ausprobieren, an denen wir bis Sonntag aber noch weiterarbeiten müssen. Das heute war nicht berauschend, aber erfolgreich. Jetzt freuen wir uns auf den Ligastart und die nächste Pokalauslosung!“

Stenogramm HSG Wetzlar: Wolff (1.-30.), Hombrados (31.-60.); Rompf (3), Weber, Zörb, Tönnesen (8), Laudt (1), Holst (5/2), Fäth (9), Hahn (2), Bliznac (2), Joli (8), Balic, Klesniks (1).