HSG Wetzlar setzt gegen Kiel auf „Fanpower“ von den Rängen!

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DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessen erwarten am Donnerstagabend Rekordmeister in Rittal Arena Wetzlar – Trainer Kai Wandschneider bremst nach Heimsieg in vergangener Saison die Erwartungen

Der 6. September 2016 ist vielen Fans des Handball-Erstligisten HSG Wetzlar noch in sehr guter Erinnerung. Es war der 3. Spieltag der vergangenen Saison als die Mittelhessen den Rekordmeister THW Kiel in der Rittal Arena Wetzlar empfingen und am Ende einen sensationellen 27:24-Heimsieg bejubeln durften. Eine 14-jährige Niederlagen-Serie gegen die „Zebras“ ging so zu Ende.

Am Donnerstagabend treffen nun beide Teams erneut in der stimmungsgewaltigen Heimstätte aufeinander. Anwurf ist um 19.00 Uhr und es gibt nur noch wenige Stehplatzkarten im Vorverkauf. „Wir erwarten wieder ein ausverkauftes Haus und setzen voll auf die Fanpower von den Rängen“, so HSG-Geschäftsführer Björn Seipp. Geleitet wird die Partie von den international erfahrenen Schiedsrichtern Fabian Baumgart und Sascha Wild. Die Spielaufsicht hat DHB-Schiedsrichterwart Wolfgang Jamelle.

Mit 6:4 Punkten rangieren die HSG Wetzlar (6.) und der THW Kiel (7.) aktuell in der oberen Tabellenhälfte. „Das interessiert uns aber überhaupt nicht. Es gibt zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison noch keine Tabelle. Das sind einfach mal fünf Spiele zusammengefasst, mehr nicht“, so Wetzlars Trainer Kai Wandschneider, der die Erwartungshaltung vor dem Duell mit den Kielern bremst. „Wir sind klarer Außenseiter gegen dieses Weltklasseteam, das auf fast allen Positionen dreifach top besetzt ist. Der Sieg am 3. Spieltag der abgelaufenen Saison war herausragend, aber die Situation war damals eine völlig andere als jetzt. Kiel hatte wegen des Olympia-Jahres keine echte Vorbereitung und musste zwei Tage zuvor noch in Stuttgart antreten. Zudem musste Alfred Gislasson schon nach 15 Minuten den angeschlagenen Duvnjak aufs Feld bringen. Heute sieht die Situation anders aus. Der THW ist deutlich weiter.“

Trotzdem rechnet sich Wandschneider durchaus Chancen aus. „Dieses Spiel ist eine echte Herausforderung für uns, mit der wir, wie in den vergangenen Jahren auch, wachsen können. Es gilt eine sehr kompakte Abwehr mit einer starken Torhüterleistung zu stellen und im Angriff müssen wir geduldig spielen, bis sich Chancen ergeben. Wir werden gehen den THW zeigen können und sehen, wie weit wir schon sind“, so der Diplom-Sportlehrer, der auf die beiden Routiniers Evars Klensiks (Rücken-Operation) und Filip Mirkulovski (Muskelfaserriss) verzichten muss. „Wir haben in Lübbecke auch bereits ohne die beiden spielen müssen und gezeigt, dass wir gemeinschaftlich Möglichkeiten haben diese Ausfälle zu kompensieren“, lobt Wandschneider vor allem Spielmacher Philipp Pöter sowie den Mittelblock aus Anton Lindskog und Stefan Kneer. „Auch Olle Forsell Schefvert und Joao Ferraz machen im Training weiter gut Fortschritte und können am Donnerstag für wichtige Entlastung sorgen.“ 

Zwei Heimspiele haben die Grün-Weißen in der laufenden Saison bereits absolviert und jeweils mit einem Unentschieden (gegen Minden und Hüttenberg) beendet. „Natürlich war das letzte Heimspiel, mit dem Remis gegen Hüttenberg, für uns, die Mannschaft und unsere Zuschauer gefühlt wie eine Niederlage. Aber das gilt es für alle komplett abzuhaken – auf und abseits des Parketts. Es zählt nur das Hier und Jetzt. Am Donnerstagabend wartet eine Mammutaufgabe auf uns. Wenn wir diese bewältigen wollen, dann brauchen wir über 60 Minuten jede Unterstützung von außen“, so Geschäftsführer Björn Seipp. „Der Druck des Gewinnen-müssens liegt ohne Wenn und Aber bei den Kielern, denn der Verein muss Titel und Meisterschaften gewinnen und dafür braucht man Siege – natürlich auch in Wetzlar. Wir können dagegen erstmals zu Hause befreit aufspielen, da wir diesmal nicht der Favorit sind und ich habe in dieser Woche schon gespürt, dass sich die Mannschaft auf dieses Spiel sehr freut. Duelle mit solchen namhaften und mit Stars gespickten Teams sind Festtage für die Zuschauer und maximale Motivation für die Spieler.“