HSG Wetzlar sichert sich souverän den "Hessenderby-Sieg"!

Bild: www.sportfoto-vogler.de

DKB Handball-Bundesliga

Grün-Weiße trumpfen bei MT Melsungen auf - Dank grandioser Teamleistung dürfen Mittelhessen 32:24-Auswärtserfolg feiern

„Ich bin unglaublich erleichtert über diesen wichtigen Sieg. Mit der heutigen Niederlage von Balingen gegen den BHC, ist das Spiel für uns goldwert“, wirkte HSG-Coach Kai Wandschneider sichtlich erleichtert über den 32:24-Erfolg in Kassel. Für die MT Melsungen war es dagegen laut Trainer Michael Roth „ein gebrauchter Tag“. Die Grün-Weißen beeindruckten mit einer mannschaftlich geschlossenen Leistung im Angriff, als auch in der Abwehr. Bereits im ersten Durchgang konnten die Grün-Weißen den Grundstein für den Auswärtssieg mit einer deutlichen 18:9-Führung legen und belohnten sich am Ende verdient mit zwei weiteren Punkten auf dem Konto.

Die MT Melsungen eröffnete die Partie vor 3.881 Zuschauern in der Rothenbach Halle nach zwei Minuten durch ihren Kreisläufer Felix Danner. Die HSG Wetzlar war von Beginn an gut im Spiel und überzeugte mit schönem Zusammenspiel im Angriff. Aber auch in der Deckung standen die Gäste kompakt. Steffen Fäth bediente in der siebten Minute seinen Kreisläufer Jens Tiedtke, der nur noch unsauber gestoppt werden konnte. Kevin Schmidt verwandelte daraufhin zum zweiten Mal erfolgreich zum 4:2 vom Sieben-Meter-Punkt 

Nach zwölf Zeigerumdrehungen glänzte Steffen Fäth mit einem „No-look“-Anspiel an seinen Kapitän Jens Tiedtke, der dieses Mal selber zur Drei-Tore-Führung (7:4) verwandelte. Die Grün-Weißen agierten weiterhin konzentriert und konnten dank einer Parade von Wolff, der bereits seine sechste im Spiel verbuchen konnte, durch Florian Laudt mit 9:4 in Führung gehen. MT-Coach Michael Roth hatte zu diesem Zeitpunkt Redebedarf und legte als Folge dessen die grüne Karte auf den Tisch.

Doch die Worte an seine Mannschaft fanden nicht den gewünschten Effekt. Die Melsunger hatten weiterhin Probleme gegen die gut stehende und aggressive Defensive der HSG Wetzlar. Drei Minuten nach der Auszeit zeigte die Tafel ein 11:4 für die Gäste, nachdem Kent Robin Tönnesen einen Schlagwurf perfekt in die Maschen setzte.

 Mit einem Doppelpack durch Außenspieler Johannes Sellin verkürzten die Hausherren fünf Minuten vor Abpfiff auf 13:8. HSG-Trainer Kai Wandschneider nahm in derselben Minute die Auszeit, um in der letzten Phase vor Durchgang zwei noch einmal an die Konzentration seiner Mannschaft zu appellieren. Die Wetzlarer nahmen immer mehr an Fahrt auf und setzten die Melsunger zunehmend unter Druck, was sich besonders in der hohen Fehlerquote der Heimmannschaft bemerkbar machte. Vier Sekunden vor Halbzeit-Pfiff markierte Tönnesen das 18:9 und sorgte für Begeisterung im stehenden Fan-Block der mitgereisten HSG-Anhänger.

Die Wetzlarer knüpften auch nach Wiederbeginn der Partie an ihre bisherige Leistung an und konnten durch Laudt und Schmidt die Führung nach zwei Minuten auf 20:9 ausbauen (32.). Roth versuchte nun mit einer Umstellung auf eine 4:2-Abwehr die Wetzlarer mehr unter Bedrängnis zu bringen. In der 38. Spielminute verkürzte Außenspieler Sellin auf 14:23 für seine Farben. Kurz darauf konnten sich die Wetzlarer abermals auf ihren stark aufspielenden Torhüter Wolff verlassen, der seinem Vordermann Fäth das 14:24 ermöglichte. In den folgenden fünf Minuten verloren die Wetzlarer jedoch ihren Spielfluss, so dass die Hausherren eine Viertel Stunde vor Schluss den Spielstand mit 19:26 etwas positiver für sich gestalten konnten. Die Emotionen in der Partie nahmen mit fortlaufender Uhr auf dem Feld und den Zuschauerrängen zu. In Minute 44 kämpfte sich Laudt unter Zeitdruck durch und brachte seine Farben mit 19:27 in Front. Durch Abstimmungsprobleme in der grün-weißen Abwehr konnte der ehemalige HSG-Spieler Philipp Müller nach 49 Minuten frei zum Abschluss kommen und erzielte das 21:28 in der Messehalle.

Beim Stand von 30:22, acht Minuten vor Spielende, zitierte Wandschneider seine Sieben noch einmal für letzte Anweisungen zur Bank. Nach einem weiteren Tor durch Schmidt (54.) und zwei Paraden von Wolff in Folge, leuchtet auf der Anzeigetafel sechs Minuten vor Ende die 31:22-Führung für die HSG Wetzlar auf. Den letzten Treffer in der 60. Minute in der Partie gegen die Melsunger erzielte erneut Schmidt, der damit den 32:24-Sieg für die Grün-Weißen perfekt machte.

Stenogramm:

HSG Wetzlar: Dahl, Wolff, Schmidt (9/5), Prieto, Tiedtke (5), Rompf, Weber, Tönnesen (5), Laudt (4), Fäth (4), Hahn (4), Harmandic, Balic (1), Klesniks

MT Melsungen: Appelgren, Sandström, Stenbäcken (2), Mansson (2), Sellin (6/2), Kubes, Fahlgren, Schröder, Danner (2), Müller (4), Allendorf (1/1), Vuckovic (2), Müller (5), Hildebrand, Zufelde

Schiedsrichter: Matthias Braun/ Kay Holm – Zuschauer: 3.881  – Zeitstrafen: 9:4 – Strafwürfe: 5:6

Stimmen zum Spiel:

 Kai Wandschneider (Trainer HSG Wetzlar): „ Ich freue mich natürlich sehr über unseren Überraschungssieg. Wir haben hochkonzentriert von der ersten Minute an gespielt und standen sehr kompakt in der 6:0-Deckung. Hinzu kam unsere sehr gute Torwartleistung. Ein Rädchen hat heute gut ins andere gegriffen. Wir wollten unseren Gegenstoß nur vereinzelt laufen, um Tempo aus dem Spiel zu nehmen. Dafür wollten wir viel Kraft in die Abwehr und den Positionsangriff investieren. Das ist uns gut gelungen. Wir sind direkt gut ins Spiel gekommen. Ich möchte heute niemanden herausnehmen, es haben alle gut gespielt. Der Sieg war heute goldwert, da Balingen gegen den BHC verloren hat. Das war heute ein günstiger Zeitpunkt, nachdem Melsungen die Siege gegen BHC, Göppingen und Kiel eingefahren hat. Vermutlich war es für uns der bestmögliche Zeitpunkt. Für uns war es eine große Entlastung, denn wir haben noch schwierige Aufgaben vor uns."

Michael Roth (Trainer MT Melsungen): „Glückwunsch zum verdienten Sieg der HSG. Wetzlar war heute von der ersten Minute an die bessere Mannschaft und immer einen Schritt schneller als wir. Meine Mannschaft hat sehr fahrig gespielt. Sechs-Tore Rückstand kann man nicht einfach wieder herstellen und die HSG hat letzlich immer wieder Lösungen gefunden, die uns unter Zugzwang gebracht haben und wir in Hektik verfallen sind. Das war heute ein gebrauchter Tag und ich bin froh, dass es in der Deutlichkeit passiert ist. Wir haben die letzten Tage gut gearbeitet, aber es sollte heute einfach nicht sein."