HSG Wetzlar siegt in Hessenderby verdient!

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DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessen setzen sich gegen MT Melsungen vor ausverkauftem Haus klar mit 27:22 (13:7) durch – Trainer Kai Wandschneider von Abwehrarbeit und Kollektiv begeistert

Was für ein Hessen-Derby in der DKB Handball-Bundesliga. In einem packenden Spiel setzte sich auch im zweiten Aufeinandertreffen der Saison die HSG Wetzlar mit 27:22 (13:7) gegen die MT Melsungen durch. „Wir haben vor allem in der ersten Halbzeit in der Abwehr Beton angerührt“, lobte HSG-Trainer Kai Wandschneider hinterher. „Das war überragend.“ Bereits vor dem Anpfiff wurde es emotional. Als Philipp Pöter vom Hallensprecher angekündigt wurde, drehte die grün-weiße Fankurve das erste Mal so richtig auf. Im Anschluss wurde die Silbermedaille von Kristian Björnsen bei der Weltmeisterschaft gewürdigt, erst danach konnte es richtig losgehen.

Beide Abwehrreihen packten von Beginn an beherzt zu, und so dauerte es bis zur fünften Minute, ehe Stefan Cavor den Torreigen eröffnete. Zuvor hatte sich Torhüter Benjamin Buric gut eingeführt und die ersten Bälle der Gäste entschärft. Melsungen tat sich schwer, den Abwehrriegel um Evars Klesniks und Stefan Kneer zu durchbrechen, so dass die HSG immer wieder zu Ballgewinnen kam. Dabei offenbarten sich zu Beginn kleine Abstimmungsprobleme im Gegenstoß, die die HSG im weiteren Verlauf jedoch abstellte. »Wir haben dann gut umgeschaltet in die zweite Welle und vorne sehr diszipliniert gespielt«, so Wandschneider. Philipp Weber netzte in der 13. Minute per Siebenmeter erst zum 4:2 ein. Kurze Zeit später folgte der erste Schockmoment für die Grün-Weißen, bei denen nach einem Durchbruch Filip Mirkulovski mit Verdacht auf Muskelfaserriss liegen blieb. Sein Ausfall bedeutete aber auch den ersten Einsatz von Pöter, der in der 30. Minute sein erstes Pflichtspieltor für Wetzlar erzielte.

Mit technischen Fehlern machten sich beide Seiten das Leben schwer, und so dauerte es bis zur 20. Minute, ehe Stefan Cavor den Ball in der Abwehr stibitzte und per Gegenstoß zum 7:4 einnetzte. MT-Coach Michael Roth nahm sofort eine Auszeit, doch seine Ansprache kam bei der Mannschaft offensichtlich nur bedingt an. „Wir haben sehr schlecht gespielt und das Spiel schon zur Halbzeit aus der Hand gegeben“, so Roths Analyse. Sein zu statisch agierender Angriff rieb sich an der vielbeinigen Abwehr der Wetzlarer auf, die unermüdlich verschob, rackerte und kämpfte. Björnsens Treffer zum 12:5 in der 27. Minute sorgte dafür, dass die Halle bereits vor dem Halbzeitpfiff überzukochen schien. Melsungen haderte fortan vermehrt mit den Entscheidungen der Schiedsrichter, und Roth handelte sich zwei Minuten später die Gelbe Karte ein. Kurz danach folgte der nächste Dämpfer für Wetzlar. Jannik Kohlbacher holte den heranstürmenden Timm Schneider beim Wurf unsanft aus der Luft und kassierte die Rote Karte.

Die Pause schien den Gästen gutgetan zu haben. Vor allem der eingewechselte Momir Rnic war kaum zu bändigen. Doch insgesamt fiel der MT im Positionsangriff zu wenig ein, um die Wetzlarer Abwehr ernsthaft in Schwierigkeiten zu bringen. Bis zum 16:19 von Rnic (47.) musste sich jede Einwurfchance auf beiden Seiten hart erarbeitet werden, bevor Kvist per Gegenstoß auf 21:16 erhöhte. Wetzlar ließ sich zu keiner Zeit von der aufgeheizten Stimmung beeinflussen, sondern zog sein Spiel konsequent durch. Der gehaltene Siebenmeter von Nikolai Weber (53.), der zwei Minuten zuvor für Buric gekommen war überzeugte sicherlich auch die letzten Zweifler davon, dass die Hausherren als strahlende Gewinner das Feld verlassen würden.

 

Stenogramm:

HSG Wetzlar: Buric, Nikolai Weber (ab 50.); Kneer, Björnsen (6/1), Pöter (1), Mirkulovski, Philipp Weber (8/2), Hahn, Berggren (1), Kvist (3), Klesniks, Lindskog (2), Cavor (6), Kohlbacher.

MT Melsungen: Sjöstrand, Villadsen (n.e.); Golla, Fahlgren (1), Danner (1), Philipp Müller (2), Boomhouwer (2), Rnic (5), Schneider (3), Allendorf (1), Vuckovic, Jaanimaa (2), Michael Müller (4), Haenen (1).

Schiedsrichter: Immel/Klein (Tönnisvorst/Ratingen). – Zuschauer: 4421 (ausverkauft). – Zeitstrafen: 2:4 Min. – Rote Karte: Kohlbacher (29., Foulspiel) – Siebenmeter: 3/3:1/-.

 

Quelle: Gießener Allgemeine/Danny Pieth