HSG Wetzlar sieht sich vor „wegweisendem Spiel“!

DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessen empfangen am Samstagabend den Aufsteiger TSG Ludwigshafen-Friesenheim in Rittal Arena Wetzlar

Sein Lächeln ist leidgeplagt und in seiner Stimme klingt die pure Ironie: „Wir nehmen es eben, wie es kommt, werden damit leben, und das Spiel wird eine echte Herausforderung. Nichtsdestotrotz wollen wir alles tun, um zu gewinnen“, so Trainer Kai Wandschneider vor der Schlüsselpartie seiner HSG Wetzlar in der Handball-Bundesliga morgen gegen die TSG Ludwigshafen-Friesenheim (Anwurf: 19 Uhr, Rittal Arena Wetzlar). Für die Partie sind im Vorverkauf und an der Abendkasse ausnahmslos noch Stehplatzkarten erhältlich.

Dass es ein wichtiges Spiel werden würde, war schon lange klar, doch nach den Ergebnissen der Konkurrenz und angesichts der Personalsituation bei der HSG wird es wohl noch viel mehr als das. Insgesamt acht Spieler sind und waren angeschlagen mit grippalen Infekten. „Es fing mit Tobias Hahn und Sebastian Weber vor dem HSV-Spiel an. Mittlerweile liegt Christian Rompf flach, Evars Klesniks und Ivano Balic haben Rückfälle, und auch Steffen Fäth und Florian Laudt sind noch nicht wieder ganz fit“, runzeln Sorgenfalten die Stirn des Wetzlarer Übungsleiters. Besonders ärgerlich ist dabei für den Trainer, dass sein Team so gut in die Restsaison gestartet war. Doch die bitteren Niederlagen gegen Melsungen und in Lübbecke haben die Wetzlarer wieder in eine Drucksituation gebracht. „Wir haben es versäumt, in diesen Spielen nachzulegen, die Chancen dazu waren da“, sagt Wandschneider.

Auch die Situation bei der Konkurrenz machen die Ausgangslage nicht angenehmer. Minden („Wird zu Hause gegen Göppingen gute Chancen haben“) und Lemgo („Werden gegen Erlangen gewinnen“) könnten am Wochenende die Marke 18 auf dem Punktekonto erreichen. Sollte Wetzlar verlieren, wären die Domstädter mit 22 Zählern nur noch vier vom ersten Abstiegsrang entfernt. Und so hat der Wetzlarer Cheftrainer gehörigen Respekt, auch vor dem Gegner. Mit den „Eulen“ nämlich kommt der wohl stärkste Aufsteiger an die Lahn. Mit Stefan Lex, Klier, Just, Kogut, Tesch oder auch Gunnar Dietrich haben die Gäste viel Erfahrung und Qualität im Kader.

Hinzu kommt ein akribisch arbeitender Trainer Thomas König. „Er überlässt nichts dem Zufall, da ist alles genau geplant und abgestimmt“, schwärmt Wandschneider von der Arbeit des Kollegen. Seit beinahe einem Jahrzehnt nun führt er die sportlichen Geschicke, auch nach dem ersten Abstieg aus der ersten Liga blieb man in Ludwigshafen ruhig. „Man hat dort nie die Nerven verloren, auch jetzt ist die Mannschaft eingespielt und komplett zusammen geblieben. Das ist ein Vorteil“, weiß der HSG-Coach um die Stärken. Besonders der gute Defensivtrakt mit dem guten Kevin Klier und der isländisch arbeitenden 6:0-Abwehr „kann den meisten Gegnern der Liga das Leben schwer machen“.

Insbesondere deswegen hofft Wandschneider auf den Einsatz des zuletzt einmal mehr bärenstarken Ivano Balic, denn „er hat jede Menge Lösungen gegen diese Abwehr, sein Mitwirken wäre immens wichtig“. Dabei werden Erinnerungen ans Hinspiel wach, dort war der einstige Welthandballer der Mann des Spiels, sorgte mit seinem Auftritt auch bei den Kollegen für eine deutliche Steigerung. Doch die Ausgangslage ist am Samstag eine andere, weiß er. „In Friesenheim war die Rollenverteilung nicht so klar und die Eulen waren nicht zwingend Außenseiter, denn wir hatten zuvor gegen die beiden anderen Aufsteiger verloren. Am Samstag kommt Friesenheim mit einer sehr guten Bilanz seit Dezember und dem sensationellen Sieg gegen den HSV am Mittwoch“, verdeutlicht der HSG-Coach. Und so erwarten die Verantwortlichen der Grün-Weißen einen heißen Tanz. „Wir werden hier bis zur 60. Minute Kampf sehen“, fordert Wandschneider Disziplin und Geduld von seinen Spielern sowie Unterstützung von den Rängen.