HSG Wetzlar und Minden trennen sich letztlich gerecht Remis!

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DKB Handball-Bundesliga

Stimmen nach dem 24:24-Unentschieden vor über 4.000 Zuschauern in der Rittal Arena - Kai Wandschneider: "Wir haben heute zwei Gesichter gezeigt!"

Am Ende eines Unentschiedens stellt sich immer die Frage, ob es ein Punktgewinn oder ein Punktverlust war. Linksaußen Max Holst rettete mit einem Siebenmeter der gastgebenden HSG Wetzlar das 24:24-Unentschieden, die zwischenzeitlich mit fünf Toren vorne liegenden Mittelhessen bleiben somit unbesiegt. Minden hingegen erkämpfte sich den ersten Zähler, auch wenn man immer noch ohne Sieg ist. "Ganz am Ende können wir ganz froh sein, dass wir diesen einen Punkt hier behalten haben. Normalerweise verliert man so ein Spiel, wenn man selber mit fünf Toren führt und dann einfach kein Land mehr gewinnt", so Wetzlars Trainer Kai Wandschneider und betont: "Mit 3:1 Punkten kann ich ganz zufrieden sein." 

Hier gibt´s die Videozusammenfassung von SKY: https://sport.sky.de/handball/artikel/hsg-wetzlar-tsv-gwd-minden-die-highlights-im-video/11014613/34343

"Für mich haben wir ganz klar am Ende einen Punkt gewonnen. Natürlich kann man irgendwie dieses auf und ab über 60 Minuten betrachten. Das Momentum lag am Ende doch mehr bei Minden, weil wir eine Phase hatten, wo über fünf Minuten kein Tor mehr erzielt haben. Das Spiel zeigt heute, dass Kai in dem wie er immer argumentiert recht hat. Wir brauchen eine gewisse Zeit", begann Wetzlars Geschäftsführer Björn Seipp seine Einordnung der Partie und betonte: "Wir wissen, dass die erste Sieben über ein gewisses Format und eine gewisse Erfahrung in der Bundesliga verfügt. Aber die Spieler, die nachrücken wie ein Alexander Hermann oder ein Olle Forsell Schefvert oder auch ein Joao Ferraz, der über ein Jahr kein Bundesliga-Handball gespielt hat, brauchen Zeit. Dementsprechend sind diese auf und abs ein Stück weit auch zu erklären. Wir müssen sehen, dass wir die nötige Konstanz in Spiel bringen, auch von der zweiten Reihe. Das haben wir heute vielleicht in der Form nicht geschafft, aber das ist erklärbar."

"Ich habe ein umkämpftes, aufregendes Spiel gesehen, wo wir am Ende mit einem Punkt rausgegangen sind. Wenn mir das vorher oder nach der ersten Halbzeit gesagt hätte, dann hätte ich das ohne zu Zucken sofort genommen, wäre in den Bus gestiegen und nach Hause gefahren", begann Mindens Trainer Frank Carstens seine Einordnung der Begegnung in der Wetzlarer Rittal-Arena. "Aber dann ziehen wir die beiden letzten Angriffe nicht wirklich durch."

Doch Carstens wollte sich nicht zu sehr ärgern und betonte: "Aber das will ich meiner Mannschaft nicht vorwerfen, wir sind einen riesigen Schritt weitergekommen, vor allem in der Defensive, im Laufe des Spiels. Wir haben uns da sehr gut reinkämpft, das war gegen Leipzig noch ein bisschen unser Problem. Auch da sind wir einen Schritt weitergekommen und das macht ein bisschen Mut für die nächsten Spiele, für die Zukunft und für das Zusammenwachsen dieser in zentralen Bereichen vor allem Dingen der Abwehr, neu zusammengestellten Mannschaft."

"Wir haben zwei Gesichter gezeigt würde ich sagen. Ich fand wir haben in der ersten Halbzeit eine starke Abwehr gespielt. Auch über weite Phasen der zweiten Halbzeit, wir haben uns aber selber nicht belohnt", so Wetzlars Trainer Kai Wandschneider, der erläutert: "Das heißt wir hätten mit einer höheren Führung eigentlich in die Halbzeit gehen müssen weil wir in der zweiten Welle glaube ich sechs technische Fehler gemacht haben. Wir haben viele Bälle weggeworfen, als Minden noch gar nicht wieder hinten war und wir haben diese Bälle im Halbfeld gegen zurücklaufende Spieler weggeworfen und auch zu viele Fehlpässe."

Mindens guter Start in die Partie war nur von kurzer Dauer, Wetzlars Kristan Bjørnsen sorgte mit drei Toren für die 4:3-Führung, die Mittelhessen setzten sich in der Folgezeit bis auf drei Tore ab. Minden kam aber noch einmal zurück, konnte beim 8:9 sogar noch einmal vorlegen und hatte zur Pause (12:11) alle Chancen. Dann drohte aber Wetzlar zu enteilen, beim 20:14 (45.) von Jannik Kohlbacher schien am zweiten Saisonsieg der HSG niemand mehr zu zweifeln, doch Minden sollte noch einmal zurückkommen und Wetzlar war nach einem 1:7-Lauf mit 23:24 (58.) im Hintertreffen.

"Wir konnten dann auch einige wichtige Paraden von Espen Christensen verbuchen und hatten mit Christoffer Rambo einen Spieler der viel getragen und viel getrieben hat. Ich wollte ihn bei 22:17 schon rausnehmen, weil wir am Sonntag das nächste wichtige Spiel haben", bekennt GWD-Coach Carstens und fügte an: "Aber da war nicht dran zu denken, er hätte mich bestimmt geteert, wenn ich das gemacht hätte. Er wollte unbedingt dieses Ergebnis weitertreiben und ist am Ende dafür auch belohnt worden. Und wir natürlich auch, weil er mit seinen Aktionen wichtige Impulse im Spiel gegeben hat und uns dann auch in einen positiven Lauf gebracht hat in der zweiten Halbzeit. Wir sind sehr glücklich mit dem Punkt und freuen uns, dass wir jetzt auch die 0 endlich weg haben."

Es war "so als ob jemand bei uns den Stecker rausgezogen hätte", bemühte sich Wandschneider um ein passendes Bild für die letzten zwölf Minuten der Hausherren. "Ich glaube das liegt bei uns noch daran, dass wir Zeit brauchen um Spieler, die vielleicht in der Stammbesetzung auf der Platte stehen, zu entlasten. Ohne, dass da ein Bruch reinkommt. Wir haben da neue Kombinationen, müssen aber auch Spielern eine Pause geben. Keiner kann 60 Minuten Angriff und Abwehr durchspielen, bei dem Tempo in der ersten Bundesliga. Das ist sicherlich mit ein Grund, warum wir einen Vorsprung von fünf Toren eingebüßt haben", so der Wetzlarer Coach, der hinzufügt: "Andererseits muss man auch sagen, dass die Deckung von Minden auch richtig gut stand. Das war am Ende eine sehr defensive 6:0-Deckung, da haben wir für Jannik Kohlbacher wenig Freiräume gefunden. Aber auch aus dem Rückraum, gerade von Rückraumlinks haben wir gerade mal ein Feldtor heute gemacht. Da hätte mehr kommen müssen."

"Zufrieden bin ich mit dem Ergebnis, mit dem Spiel natürlich nicht ganz so. Ich glaube das haben viele Zuschauer hier auch gesehen, dass bei beiden Teams einiges ein bisschen im argen war. Ich glaube wir können froh sein, dass wir zur Halbzeit nur mit einem Tor zurück gelegen haben. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie wir von 22:17 auf einmal auf 23:24 gekommen sind", meint Mindens Sportlicher Leiter Frank von Behren. "Das ist eine ganz neue Qualität, die wir bisher nicht so gezeigt haben. Eigentlich erging es uns sonst immer so, dass wir bis Mitte der zweiten Halbzeit geführt haben und uns dann das Spiel haben aus der Hand nehmen lassen. Und jetzt waren wir diejenigen, die das Spiel zurückgeholt haben. Natürlich wär es schön gewesen das Spiel zu gewinnen. Aber ich glaube beim Stand von 22:17 hätte ich alles für einen Punkt gegeben. Deswegen bin ich mit dem Ergebnis so zufrieden."

Quelle: www.handball-world.news