HSG Wetzlar unterliegt bei den Füchsen Berlin

DKB Handball-Bundesliga

Wenn er das nächste Mal in Berlin ist, ist er kein Füchse-Kontrahent mehr: Rückraumspieler Steffen Fäth (30) hat am Sonntag nachmittag mit seiner HSG Wetzlar bei seinem künftigen Klub eine 20:23 (9:12)-Niederlage kassiert. Die Berliner gewannen das direkte Duell des Tabellenfünften gegen den Rangsechsten um einen der internationalen Plätze hochverdient.

Fäth über den vermeintlichen Zwiespalt: »Ich habe mir nicht so viel Gedanken darüber gemacht. Für mich war es ein normales Handball-Spiel. Ich bin aber natürlich enttäuscht über die Niederlage.« Obwohl der Halblinke verloren hat, kann er sich insgeheim auch etwas freuen. Denn mit dem Sieg haben die Füchse ihren Europapokal-Startplatz für die kommende Saison gefestigt. Da kann dann der 26-Jährige mitmischen. Dies hoffentlich auch mit mehr Tor-Gefahr. Im Bundesligaspiel gestern in der mit 9000 Zuschauern ausverkauften Max-Schmeling-Halle wirkte der Europameister noch gehemmt.

Dafür waren die Berliner umso stärker. Im Duell gegen die Wetzlarer Europameister-Truppe mit Steffen Fäth, Torhüter Andreas Wolff (25) und Kreisläufer Jannik Kohlbacher (20) setzten sich die Füchse kämpferisch durch, obwohl sie viele Verletzte hatten: Kent Robin Tönnesen (24, Muskelfaserriss), Hans Lindberg (24, Knie) und Ignacio Jiménez (22, Augen) saßen draußen. Dafür erlebten die Zuschauer einen superstarken Drago Vukovic (6) auf der Mitte und einen treffsicheren Linkshänder Fabian Wiede (6). Das EM-Duell hat Wiede somit gegen seine Nationalmannschaftskollegen. Wiede: »Wir haben eine gute Abwehr gespielt. Wir haben Wetzlar keine Chance gelassen.«

Von Beginn an stellten beide Mannschaften extrem starke Abwehrreihen und jedes Tor musste hart erkämpft werden. Der Drei-Tore-Vorsprung der Füchse zur Pause resultierte vor allem daraus, dass der Defensivverbund im Zusammenspiel mit Schlussmann Heinevetter einen Hauch stärker funktionierte. Die Wetzlarer mussten sich stets schwierige Würfe nehmen. Auf Seiten der Gäste fehlte es an Ideen im Angriff, defensiv war die Leistung absolut in Ordnung.

Mit der bereits vierten Parade nach dem Seitenwechsel hielt Torhüter Andreas Wolff die Grün-Weißen bis zur 40. Minute im Spiel. Auf der Gegenseite schraubte sich Steffen Fäth zweimal in Folge hoch und jagte das Leder in den Winkel: 13:14. Die HSG war dran!
Wetzlar lag dennoch weiter kontinuierlich im Hintertreffen. Der Ausgleich wollte einfach nicht gelingen. Beim 15:19 in der 51. Minute sah sich Trainer Kai Wandschneider zur zweiten Auszeit gezwungen. Der HSG-Coach hatte schon nach einer Viertelstunde beim 5:8 (Lipovina) eine Auszeit genommen und im Angriff mehr Bewegung ohne Ball eingefordert. Dennoch hatte sein Team über die gesamte Spielzeit Probleme, sich klare Chancen zu erarbeiten.

Die Berliner um ihren herausragenden Spielmacher Vukovic (Manager Bob Hanning: »Das war seine beste Partie seit er bei den Füchsen ist. Er hat den Unterschied ausgemacht.«) ließen sich den Sieg nicht mehr nehmen und hatten diesen beim 22:17 (56. Nenadic) sicher. Füchse-Coach Richardsson zufrieden: »Wir haben eine starke Abwehr gespielt mit einem starken Heinevetter. Vukovic und Wiede waren heute wichtige Spieler für uns.«

Wetzlars Trainer Kai Wandschneider resümierte: »Der Sieg geht in Ordnung für Berlin, sie hatten immer die Nase vorn. Berlin hat sich für seine starke Abwehrarbeit belohnt. Ich bin trotzdem zufrieden mit unserem Auftritt, es war der beste auswärts in 2016.« Allerdings wartet die HSG Wetzlar in der Fremde nunmehr seit November 2015 auf einen Sieg. Dafür soll am kommenden Samstag in eigener Halle gegen den VfL Gummersbach die bekannte Heimstärke wieder zum Tragen kommen.


Quelle: Gießener Allgemeine