HSG Wetzlar verdient sich Punkt gegen Magdeburg!

DKB Handball-Bundesliga

Vor 4.222 Zuschauern Spannung bis zur letzten Sekunde - Gastgeber zeigen tolle Teamleistung gegen Tabellendritten

Bis zur letzten Sekunde spannend hat es die HSG Wetzlar am Samstagabend in eigener Halle gemacht. Nach einem munteren Schlagabtausch gegen den Favoriten aus Magdeburg trennten sich beide Mannschaften verdient mit 31:31 (18:17). 

Wetzlar war gut ins Spiel gestartet. Adnan Harmandic, der den verletzten Ivano Balic ersetzte, konnte die Magdeburger Abwehr bereits in den ersten Minuten mehrfach überraschen und Akzente setzen. Gleichzeitig agierten die Hausherren in der Abwehr sicher und konnte sich nach zehn Minuten erstmals mit drei Toren absetzen. Auch die offensive Deckung der Magdeburger und eine Zeitstrafe für Steffen Fäth in der 12. Spielminute brachten Wetzlar nicht aus dem Konzept. Besonders SebastianWeber und Kent Robin Tönnesen zeigten in dieser Phase eine bärenstarke Leistung und netzten wiederholt unter dem Jubel der 4.222 Zuschauer in der Rittal Arena ein. Nach 22 Minuten hatten sich die Schützlinge von Kai Wandschneider einen Vorsprung von vier Toren herausgearbeitet (15:11). Es sah nach einer überraschend deutlichen Halbzeitführung aus. Doch nach einer Auszeit, genommen vom Magdeburger Trainer Geir Sveinsson, riss auf Seiten der Wetzlarer der Konzentrationsfaden und Magdeburg stellte wieder den Anschluss her. Mit nurnoch einem Tor Vorsprung für die Gastgeber (18:17) ging es in die Kabinen. 

Die Pause hatte die Magdeburger Spieler offensichtlich noch weiter befeuert. Die Gäste legten mit Schwung los und konnten in der 33. Minute zum ersten Mal im Spielverlauf in Führung gehen. Als SC-Schlussmann Dario Quenstedt dann eine weitere starke Parade zeigte, war Magdeburg endgültig im Spiel. Wetzlar wirkte vom plötzlichen Qualitätssprung der Magdeburger deutlich verunsichert. Wiederholt landeten Bälle am Pfosten oder wurden von der hünenhaften Gaste-Abwehr geblockt. Gleichzeitig fand Wetzlar kein Mittel gegen den gegnerischen Rechtsaußen. Robert Weber, sollte am Ende mit 13 Treffern Matchwinner der Bördeländer werden. 

Doch Wetzlar ließ sich nicht abschütteln und stellte sich nach und nach besser auf die veränderte Magdeburger Verteidigung ein. In der 47. Minute konnte Adnan Harmandic erneut ausgleichen (26:26). Und als Vladan Lipovina die Grün-Weißen kurz später per Tempogegenstoß wieder in Führung warf (29:28), stand die Rittal Arena Kopf. Spätestens jetzt kündigte sich einmal mehr ein Handball-Krimi für die letzten Minuten an. Mehrfach wechselte nun die Führung zwischen beiden Mannschaften hin und her, und trotz einer kurzzeitigen doppelten Überzahl konnte Wetzlar die Gunst der Stunde nicht nutzen. Stattdessen ging Magdeburg durch Yves Grafenhorst erneut in Führung. Doch Sebastian Weber behielt die Nerven und glich wenig später erneut aus. Da Magdeburg beim nächsten Angriff scheiterte, hätte es sogar noch zu einem Sieg für Wetzlar reichen können. Der letzte letzte Wurf von Steffen Fäth prallte allerdings am Bein von Schlussmann Jannick Green ab. So blieb es nach 60 Handball-Minuten voller Spannung und Dramatik bei einer gerechten Punkteteilung zwischen beiden Teams. 

Stimmen zum Spiel: Dejan Manaskov (Linksaußen HSG Wetzlar): „Wir haben in der ersten Halbzeit gut gespielt. In der zweiten Halbzeit ist uns das allerdings nicht mehr gelungen. Vorne waren wir zwar gut, aber nicht in der Abwehr. Der gewonnene Punkt ist gut für uns. Auch wenn wir die Chance hatten, zu gewinnen.“ 

Matthias Musche (Linksaußen SC Magdeburg): „Wir wollten natürlich in Wetzlar gewinnen, aber vom Spielverlauf her war es ein ganz enges Spiel. Deshalb müssen wir mit dem gewonnenen Punkt leider zufrieden sein. In der ersten Halbzeit haben wir in der Abwehr nicht das gezeigt, was wir können. Wir bekamen da viel zu viele Tore über den Kreis. Wir müssen jetzt einfach weiter machen. Wir haben hier einen Punkt geholt, den hätten wir auch genauso gut verlieren können.“ 

Kai Wandschneider (Trainer HSG Wetzlar): „Ich bin hochzufrieden. Aus meiner Sicht ist es ein gewonnener Punkt. Vor allem gegen Magdeburg, die indieser Saison auf einem ganz anderen Level spielen, als in den Jahren zuvor. Mich freut es, dass die Mannschaft heute wieder ihr wahres Gesicht gezeigt hat, nach dem schwachen Auftreten in Berlin. Der Punktgewinn heute kann am Ende wichtig für uns sein. Jetzt gilt es für uns, dass wir eine solche Leistung auch einmal wieder in einem Auswärtsspiel abrufen.“ 

Geir Sveinsson (Trainer SC Magdeburg): „Ich frage mich, ob das ein verlorener Punkt oder ein gewonnener Punkt ist? Ich glaube am Ende des Tages sollte man einfach zufrieden sein. Ich glaube, dass am Ende beide Mannschaften einen Punkt verdient haben. Ich fand das war ein gutes Spiel, habe handballerisch viele gute Dinge gesehen und beide Mannschaften haben richtig gekämpft. Es war ein tolles Spiel für die Zuschauer.“ 

Stenogramm: 

HSG Wetzlar: Hombrados, Wolff, Prieto, Lipovina (1), Manaskov (3), Weber (6), Tönnesen (6), Laudt (2), Fäth (3), Hahn (2), Bliznac, Harmandic (6), Joli (2/2), Klesniks. 

SC Magdeburg: Green Krejberg, Quenstedt, Musche, van Olphen (2), Natek (2), Bagersted (2), Grafenhorst (2), Haaß (4), Bezjak (3), Robert Weber (13/2), Saul (2), Jurecki (1), Lie Hansen. 

Schiedsrichter: Pritschow/Pritschow

Zuschauer: 4222.