HSG Wetzlar verliert 24:28 gegen N-Lübbecke

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Die Krönung bleibt trotz zwischenzeitlicher Führung aus

Es bleibt dabei: Die HSG Wetzlar kann gegen einen von Markus Baur trainierten TuS N-Lübbecke nicht gewinnen. Am Sonntag schienen die Grün-Weißen zwar auf dem besten Weg, die mit zwei Niederlagen behaftete Bilanz im Vergleich mit ihrem ehemaligen Spielmacher aufzubessern, denn nach 28 Minuten hieß es 14:10 für das Team von Coach Gennadij Chalepo. Doch am Ende einer kräftezehrenden "englischen Woche" in der Handball-Bundesliga verpassten die Domstädter nach zwei Siegen (gegen Lemgo und in Hildesheim) in Folge die Krönung und unterlagen mit 24:28.

Video (Quelle: mittelhessen.de) => Philipp Müller (HSG Wetzlar)
Video (Quelle: mittelhessen.de) => Kevin Schmidt (HSG Wetzlar)
Video (Quelle: mittelhessen.de)  => Dario Quenstedt (TuS N-Lübbecke)
Video (Quelle: mittelhessen.de)  => Pressekonferenz

Die 3786 Zuschauer in der Rittal-Arena gingen wie die beiden Trainer durch ein Wechselbad der Gefühle. "Das 12:14 kurz vor der Halbzeit hat uns Mut gemacht. Nachher war unser Sieg verdient, weil wir konzentrierter und aktiver waren", sah Markus Baur auch die individuellen Stärken von Drago Vukovic und Daniel Svensson als Schlüssel zum Ausbau der eigenen Erfolgsserie auf nunmehr 10:2 Punkte. Sein Gegenüber Gennadij Chalepo hatte ebenfalls "zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten gesehen. In den ersten 30 Minuten gab es bei uns nichts zu meckern. Die zweite Hälfte war das absolute Gegenteil. Wir haben den Gegner durch unsere vergebenen freien Bälle aufgebaut", stellte der gebürtige Weißrusse fest. "Wenn man das Lemgo-Spiel und die zweite Hälfte heute vergleicht, dann war das wie Tag und Nacht. Und da liegt nur eine Woche dazwischen", so Chalepo.

Kristjansson vergibt beim 18:19 eine von sechs freien Chancen am Kreis

Dazwischen lag allerdings auch der Zittersieg von Hildesheim, der nicht nur viele Körner verbraucht, sondern auch den Ausfall von Alois Mraz (Fingerbruch) zur Folge hatte. Trotz dieses Handicaps starteten die Wetzlarer gut in die Partie. Während Gäste-Kanonier Arne Niemeyer überhaupt kein Zielwasser getrunken hatte, trumpfte Philipp Müller groß auf. Scheinbar beflügelt durch die Tatsache, dass sein Zwillingsbruder Michael ab Juli 2012 gemeinsam mit ihm bei der HSG auf Torejagd gehen wird, zimmerte der Rückraumakteur die ersten vier Würfe zu einer 4:2-Führung ins Gehäuse des TuS. Und selbst, als die Ostwestfalen nach 20 Minuten ihrerseits mit 8:6 vorne lagen, ließ Wetzlar nicht locker und konterte über ein 11:8 (25.) bis zum 14:10 durch Kari Kristjan Kristjansson.

Der isländische Kreisläufer diente Sonntag aber auch als gutes Beispiel dafür, warum es letztlich doch in die andere Richtung lief. Sechs Mal scheiterte der sonst so sichere Mann mit der Nummer 46 freistehend an Gästekeeper Dario Quenstedt, der am Ende insgesamt 18 Paraden (davon zwei Siebenmeter) auf seinem Konto verbuchte. Beim 18:19 besaß Kristjansson die Chance zum Ausgleich, doch wieder fand er im jungen Lübbecker Torhüter seinen Meister. Danach ging es für die Wetzlarer dahin.

Die Szene in der 47. Minute alleine für die Niederlage der HSG verantwortlich zu machen, wäre aber viel zu simpel. "In der zweiten Halbzeit waren wir zu blöd. Wir verschießen zu viele Bälle", erkannte Philipp Müller, dass sich alle Wetzlarer Spieler bei der Chancenverwertung in Durchgang zwei nicht gerade mit Ruhm bekleckert hatten. Zu allem Übel erzielte der Tabellenzwölfte bei vier Überzahlsituationen am Sonntag nicht einen Treffer.

Dass die Stuttgarter Schiedsrichter Andreas und Marcus Pritschow in der Schlussphase mit teilweise fragwürdigen Zwei-Minuten-Strafen den Gastgebern den letzten Zahn zogen, sollte nicht unerwähnt bleiben. Aber letzten Endes mussten sich die Mannen von Trainer Gennadij Chalepo an die eigene Nase fassen. "Vielleicht haben wir das Glück in dieser Woche in Hildesheim komplett aufgebraucht", sagte Timo Salzer und fügte an: "Das müssen wir uns eben wieder neu erarbeiten." Nach der Herkulesaufgabe am Samstag beim HSV Hamburg wäre das Heimspiel am 21. Dezember gegen den VfL Gummersbach eine weitere gute Gelegenheit, um die nächsten zwei Punkte für ein rundum schönes Weihnachtsfest an den Christbaum zu hängen. Ein Duell mit Markus Baur und dem TuS N-Lübbecke steht - glücklicherweise - erst am 12. Mai 2012 auf dem Programm.

Wetzlar: Weber (ab 53.), Marinovic - Schmidt (3), Rompf, Salzer (5), Valo (2), Jungwirth (1), Müller (5), Chalkidis (2), Fäth (1), Hahn (1), Harmandic (2/1), Friedrich, Kristjansson (2)

N-Lübbecke: Blazicko (bei einem Siebenmeter), Quenstedt - Verjans (6), Gustafsson (1), Loke (3), Vukovic (6), Siodmiak, Kristian Svensson (1), Tluczynski (3/2), Daniel Svensson (6), Niemeyer, Remer (1), Schröder (1)

Schiedsrichter: Pritschow/ Pritschow (Stuttgart)
Zuschauer: 3786
Zeitstrafen: Wetzlar sechs (Rompf, Valo zwei, Müller zwei, Chalkidis), N-Lübbecke vier (Gustafsson zwei, Kristian Svensson, Tluczynski)
verworfene Siebenmeter: Friedrich (Wetzlar) scheitert an Quenstedt (11.), Harmandic (Wetzlar) scheitert an Quenstedt (58.)

Volkmar Schäfer