HSG Wetzlar verliert Hessenderby gegen die MT Melsungen knapp

Enttäuschung pur: Philipp Müller nach dem verlorenem Hessenderby

DKB Handball-Bundesliga

Wandschneiders Mannschaft unterliegt mit 25:26 (14:13) und muss weiter um den Klassenerhalt bangen

Als sich Alois Mraz in der 53. Minute im Gegenstoß gegen zwei Mann durchsetzte und unter Aufwand seiner letzten Kräfte den Ball im gegnerische Tor unterbrachte, glaubten wohl fast alle der 3863 Zuschauer in der Rittal Arena an einen Sieg der HSG Wetzlar. Schließlich kämpfte der Tscheche das Spielgerät zur 25:24-Führung ins Tor der MT Melsungen. Doch nach Ablauf der 60 Minuten herrschte in der heimischen Halle überwiegend Enttäuschung vor, denn das Team von Trainer Kai Wandschneider musste den Gästen aus Nordhessen am Samstagnachmittag mit 25:26 (14:13) den Vortritt lassen.

Dabei hatten die Grün-Weißen mehrmals in der Partie hervorragende Moral gezeigt. Bereits nach sieben Minuten lag die HSG mit 1:4 im Hintertreffen, konnte den schwachen Start mit vielen einfachen Fehlern im Angriff aber kompensieren und glich nach zwölf Minuten zum 4:4 – Kari Kristjan Kristjansson markierte im zweiten Versuch völlig frei vom Kreis seinen ersten Treffer. 

Die Gäste stellten die Hausherren immer wieder mit ihren verschiedenen Deckungsvarianten auf die Probe, doch egal ob 5:1-, 4:2- oder 3:2:1-Variante, Wetzlar hatte oft die passende Antwort. Daniel Valo, der eine beeindruckende erste Hälfte ablieferte, traf nach 22 Minuten zum 10:8 – fünf der zehn HSG-Treffer hatte bis dahin der Linkshänder erzielt. „Wir haben uns immer wieder gut an die wechselnden Deckungsformationen von Melsungen angepasst und uns hervorragend hinein gekämpft“, lobte Trainer Wandschneider sein Team, das sich unter Woche intensiv auf die offensive Abwehr der Melsunger vorbereitet hatte. In der eigenen Abwehr hatte die HSG mehr Probleme. Vor allem Alexandros Vasilakis konnte aus dem rechten Rückraum fast nach Belieben treffen. Da half auch die Umstellung auf eine personenbezogene Deckung gegen den Griechen nichts. Im Gegenteil: Im Wetzlarer Deckungsverbund öffneten sich nun mehr und mehr Räume für den spielfreudigen Mittelmann der MT, Patrik Fahlgren. „Es war schon eine Schwächung für uns, dass wir gegen Vasilakis in Manndeckung gehen mussten. Dadurch haben wir an Stabilität verloren“, ärgerte sich Wandschneider, wohl wissend, dass sich der Linkshänder der MT momentan in einem absoluten Formhoch befindet. Dennoch: elf Treffer der Melsunger „Wurfmaschine“ sind zuviel.

Den Start in den zweiten Abschnitt verschliefen die Hausherren dann. Innerhalb weniger Minuten setzten sich die Gäste auf 17:14 und wenig später auf 19:16 ab. „Wir sind viel zu schlecht aus der Halbzeit gekommen. Das war auch schon gegen Hannover-Burgdorf der Fall. Daran müssen wir arbeiten“, sagte Wandschneider, der aber erneut einen Akt des Willens seines Teams vernehmen konnte. Mit einem Doppelpack glich „Bruno“ Chalkidis zum 19:19 aus (43.). Bis zum 25:25 (54.) blieb die Partie nun ausgeglichen, ehe Melsungen durch Anton Mansson in Führung ging und den Grün-Weißen anschließend das misslang, was gegen Burgdorf vor elf Tagen noch so wunderbar geklappt hatte. Im letzten Angriff der Begegnung – es waren noch 40 Sekunden zu spielen – schaffte es die HSG trotz dem siebten Feldspieler nicht, ihre Rückraumschützen in Wurfposition zu bringen. Fäths Abschluss aus wenig aussichtsreicher Lage wurde geblockt und war gleichzeitig Startschuss für die Feierlichkeiten der Gäste.

  

Wetzlar: Weber, Christian – Mraz (2), Valo (6), Jungwirth (2), Salzer (1), Kristjansson (3), Chalkidis (2), Fäth (6), Müller, Harmandic, Schmidt, Rompf, Friedrich (3/3). 

Melsungen: Kelentric, Sandström  - Schöngarth, Mansson (1), Schweikardt, Fahlgren (5), Vasilakis (11), Hildebrand, Danner (1), Sanikis (2), Karipidis (5/4), Zufelde, Dacevic, Sania (1).

Schiedsrichter: Pritschow/Pritschow (Stuttgart) – Zuschauer: 3863. – Zeitstrafen: Wetzlar vier (Valo, Müller, Chalkidis, Rompf), Melsungen sechs (Vasilakis, Dacevic, Schweikardt, Danner drei) – verworfene Siebenmeter: Friedrich trifft Pfosten (27.)