HSG Wetzlar verliert Thriller gegen Leipzig in Schlusssekunde!

Bild: Oliver Richter/Leica Akademie

DKB Handball-Bundesliga

Schwache Chancenverwertung sorgt für 22:23-Niederlage – Kai Wandschneider: „Tolle Abwehrleistung im Angriff nicht belohnt!“

Erst kurz vor Schluss wurde das Duell zwischen der HSG Wetzlar und dem SC DHfK Leipzig entschieden. Europameister Nicklas Pieczkowski sorgte nach einer Auszeit mit seinem fünften Treffer für den 23:22-Auswärtserfolg der Sachsen in der Rittal-Arena. Neben dem Rückraumshooter traf Yves Kunkel (8/3) am häufigsten für die Gäste, bei der HSG erzielten Kristian Björnsen, Joao Ferraz und Kasper Kvist je vier Tore. 

Von der ersten Minute an lieferten sich beide Teams den erwarteten Fight, schließlich war das Duell zwischen dem Fünften aus Wetzlar und dem Sechsten aus Leipzig ein Vergleich zweier Tabellennachbarn. Den ersten Treffer erzielte dabei Yves Kunkel, der Leipziger sollte mit 8/3 Toren am Ende auch der erfolgreichste Schütze des Tages werden. Kunkel war es auch, der auf den zwischenzeitlichen Ausgleich von Jannik Kohlbacher antwortete, doch Kasper Kvist und Joao Ferraz holten beim 3:2 die Führung dann erstmals auf die Seite der Gastgeber.

Die Partie entwickelte sich zu einem rassigen Duell, beide Deckungsreihen arbeiteten gut und so mussten sich die Offensivreihen die Chancen zumeist hart und geduldig erarbeiten. Hinzu kamen gute Torhüterleistungen von Benjamin Buric auf der einen und Jens Vortmann auf der anderen Seite - Tore waren so Mangelware, intensiv geführte Zweikämpfe und emotionale Aktionen hingegen nicht. Zur Freude der 4.056 Zuschauer in der Rittal Arena legten zunächst die Wetzlarer weiter vor, beim 6:4 durch Kristian Björnsen sogar erstmals mit zwei Toren.

Ein Doppelschlag von Franz Semper und Yves Kunkel brachte Leipzig dann aber beim 8:8 wieder zum Gleichstand, es bot sich sogar die Chance zur Führung für die Gäste - die Buric aber vereitelte. Auf der Gegenseite konnten Kasper Kvist und Anton Lindskog den Abstand wieder auf zwei Tore erhöhen, der größere Rückschlag für die Leipziger war in dieser Phase aber die Verletzung von Philipp Weber. Der Rückraumspieler, in der Vorsaison im Wetzlarer Trikot zum Torschützenkönig avanciert, musste vom Feld. Der für ihn eingewechselte Tobias Rivesjö erzielte dann den letzten Treffer des ersten Abschnitts, Wetzlar nahm ein 11:10 mit in die Kabinen.

Treffer von Kasper Kvist und Philipp Pöter sorgten direkt nach Wiederbeginn für das 13:10 und die erste Drei-Tore-Führung der Partie. Den Lauf der Gastgeber unterbrach aber eine Zeitstrafe gegen Joao Ferraz, den sich an das Foul anschließende Strafwurf nutzte zudem Yves Kunkel zum ersten Leipziger Treffer im zweiten Abschnitt. Aus dem Feld sorgte wenig später Franz Semper für den Anschluss und Niclas Pieczkowski legte dann beim 13:13 den Ausgleich nach, den Buric zuvor noch mit einer Glanztat gegen Semper verhindert hatte. Doch auf der Gegenseite war auch Vortmann weiterhin immer wieder zur Stelle.

Björnsen legte in dem packenden Schlagabtausch für Wetzlar zum 14:13 und 15:14 vor - doch die Partie schien sich zu Gunsten der Leipziger zu entwickeln. Nach dem Ausgleich durch Yves Kunkel konnte Andreas Rojewski die Gäste zwölf Minuten nach Wiederbeginn erstmals in Vorlage bringen. Der Rhythmus blieb gleich, die Schlagzahl gaben nun nur die Leipziger vor. Das Team von Trainer Andre Haber legte durch Pieczkowski, Meschke und Janke vor - Mirkulovski, Kvist und Schefvert glichen jeweils umgehend aus und sorgten dafür, dass es mit einem 19:19 in die letzten zehn Minuten ging.

Nach einer Buric-Parade vergaben die Wetzlarer die Chance auf die neuerliche Führung, trotz Überzahl. Die Leipziger überstanden eine Strafzeit unbeschadet, trafen kurz vor deren Ablauf sogar selbst durch Yves Kunkel zum 20:19. Der Wetzlarer Anhang hofft nach dem Ausgleich durch Alexander Hermann und einer erneuten Parade von Buric. Doch den nächsten Treffer erzielten wieder die Leipziger, diesmal durch Aivis Jurdzs. Spätestens mit dem 22:20 durch Niclas Pieczkowski wurde drei Minuten vor dem Ende dann auch die Zeit zu einem Faktor.

Wetzlar ließ sich davon aber nicht unter Druck setzen: Erst traf Alexander Hermann, dann vergab Kunkel auf der Gegenseite einen Siebenmeter und Joao Ferraz glich zum 22:22 aus. Die letzte Minute lief bereits, Leipzig nahm zwanzig Sekunden vor dem Ende die Auszeit. Haber entschied sich gegen übermäßiges Risiko und nahm Torhüter Jens Vortmann nicht aus dem Tor. Auch ohne eine Überzahl gelang es in der Offensive Druck aufzubauen, Niclas Pieczkowski stieg hoch und fand eine Lücke zum entscheidenden 23:22. Wetzlar blieben nur noch Sekunden und ein Verzweiflungswurf aus der Distanz, den Vortmann aber problemlos entschärfte.

Quelle: www.handball-world.news