HSG Wetzlar will gegen HC Erlangen „Bock umstoßen“!

DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessischer Erstligist empfängt am Samstagabend Aufsteiger aus Bayern – Grün-Weißen in dieser Saison in Hinspiel und Pokal unterlegen

Beim Heimspiel der HSG Wetzlar in der DKB Handball-Bundesliga werden am Samstagabend wieder einmal über 4.000 Besucher in der Rittal-Arena erwartet, wenn die Grün-Weißen im richtungsweisenden Spiel den HC Erlangen empfängt. Der Frust bei den Verantwortlichen, Spielern und Fans sitzt nach der enttäuschenden Niederlage am vergangenen Wochenende in Bietigheim tief. „Ohne die Leistung der Bietigheimer schmälern zu wollen, hatten wir uns in diesem Spiel doch mehr erwartet“, so HSG-Geschäftsführer Björn Seipp. „Die Mannschaft ist am Samstagabend in der Pflicht, in Sachen Körpersprache und Engagement eine Schippe drauf zu legen. Die Partie gegen Erlangen ist richtungsweisend und dementsprechend müssen wir auch an die Aufgabe herangehen. Nach zwei Niederlagen gegen den HC gilt es den Bock umzustoßen!“ Geleitet wird die Partie, für die es nur noch Stehplatzkarten gibt, von den international erfahrenen Elitekader-Schiedsrichtern Robert Schulze und Tobias Tönnies. Die Spielaufsicht hat DHB-Schiedsrichterwart Peter Rauchfuß. Anwurf des Spiels ist um 19.00 Uhr in der Rittal Arena Wetzlar.

„Das Spiel in Bietigheim ist aufgearbeitet, besprochen und abgehakt. Jetzt gilt es, den Blick nach vorn zu richten“, verlangt Trainer Kai Wandschneider ob der verpassten Chance, sich weiter von den Abstiegsrängen zu entfernen. Trotz Platz zehn in der Tabelle ist man noch lange nicht jenseits von Gut und Böse. Gummersbach, Hamburg und Berlin sind zwar mit zwei beziehungsweise drei Zählern in Schlagdistanz, doch auch nach unten beträgt das Polster zum ersten Abstiegsplatz nur sechs Punkte. „Das war natürlich so nicht vorgesehen in Bietigheim“, erläutert Wandschneider, der durchaus gute Abschnitte im Spiel seines Teams ausmachte. Die Grün-Weißen hatten einen Vier-Tore-Rückstand in eine Zwei-Tore-Führung gewandelt, doch in der entscheidenden Phase zu überhastet gespielt und unvorbereitete Würfe in den Sand gesetzt. „Das habe nicht nur ich, sondern auch Ivano Balic angesprochen. Wir haben unter Druck viel zu viele freie Bälle verworfen. Das müssen wir wieder besser machen“, moniert Wandschneider „Wir brauchen unbedingt die Unterstützung unseres Publikums. Wir wollen am Samstag gegen Erlangen ein tolles Spiel abliefern, aber das wird sicherlich auch eine Nervensache“, so die Warnung des 55-jährigen. Ein Mittel, um den Spielern das nötige Vertrauen in die eigene Stärke zu geben, sollen Einzelgespräche sein. Mit einigen Spielern hat er diese bereits geführt, andere werden noch folgen. Denn bei einigen Akteuren war ein deutlicher Leistungsabfall unverkennbar. „Ich will da jetzt aber kein Fass aufmachen“, bat er um Verständnis.

Das Hinrunden-Spiel hatten die Wetzlarer 20:22 in Erlangen verloren, waren vor allem in der zweiten Hälfte an Torhüter Nikolas Katsigiannis verzweifelt. Ohne Max Holst, Evars Klesniks, Florian Laudt und Kent Robin Tönnesen vergab man beste Einwurf-Chancen, da nutzte auch eine Glanzleistung von Keeper Andreas Wolff wenig. Außer Holst sind am Samstag alle anderen Spieler dabei, wobei Ivano Balic und Carlos Prieto aus Verletzungsgründen noch nicht voll im Saft stehen. „Im Grunde genommen sind wir im Moment besser besetzt“, so Wandschneider. Erlangen besticht durch eine starke Abwehr und hat mit Ole Rahmel und Sebastian Preiß zwei erstligaerfahrene „Haudegen“ in der Mannschaft, die es zu kontrollieren gilt. Der Trainerwechsel beim HC vom langjährigen Coach Frank Bergemann zum Schweden Robert Andersson hat zwar noch nicht den erhofften Effekt gebracht, doch „da ist schon Qualität bei Erlangen, das wird am Samstag eine interessante Geschichte“, schmunzelt Wandschneider. „Ich gehe da ganz unaufgeregt rein. Ich kenne die Liga, das sind jetzt die Big-Point-Spiele, und wir müssen sehen, dass wir uns da durchbeißen. Die Qualität haben wir. Es gilt sie wieder auf die Platte zu bringen! Auf die lautstarke Unterstützung unserer Zuschauer können wir uns verlassen!“ Wandschneiders Hoffnung liegt darin begründet, dass es seinem Team seit dem Jahreswechsel immer gelungen ist, zu Hause immer noch eine Schippe draufzupacken. „Die Platzierungen haben momentan nicht viel zu sagen“, warnt er. „Wir würden uns viel leichter tun, wenn jetzt Kiel kommen würde. Aber mit diesem Druck müssen und werden wir umgehen.“