HSG Wetzlar will gegen Löwen „kontrolliertes Risiko“ eingehen!

DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessischer Handball-Erstligist empfängt Meisterschaftsanwärter Rhein-Neckar Löwen am Freitagabend vor ausverkauftem Haus

Die Fans der HSG Wetzlar erwartet am Freitagabend ein wahres Handballfest in der Rittal Arena Wetzlar. Dann empfangen die Grün-Weißen den Meisterschaftsanwärter, die Rhein-Neckar Löwen – und das vor ausverkauftem Haus. Anwurf der Partie ist um 19.45 Uhr (Internet-Liveübertragung auf tv.sport1.de). Die Abendkasse ist nur noch für reservierte Abholkarten geöffnet. Geleitet wird das Duell vom erfahrenen DHB-Elitekader-Gespann Marcus und Andreas Pritschow. Die Spielaufsicht hat Lars Schaller.
 
„Wir freuen uns auf dieses Spiel“, so HSG-Coach Kai Wandschneider. „Gegen die Löwen haben wir nichts zu verlieren, gehen aber nicht ohne Druck in die Partie, denn wir wollen unseren fantastischen Fans einen tolle Kampf gegen ein Topteam der Liga bieten. Ich merke schon die ganze Woche, dass unsere Spieler heiß auf das Spiel sind. „Wir haben bislang sehr gut trainiert und die Stimmung nach dem Spiel in Wuppertal ist gut.“ Für Wandschneider liegt am Freitagabend jedoch der größere Druck bei den Gästen. „Die Löwen müssen nicht nur gewinnen, sondern das auch noch deutlich, um im Meisterschaftsrennen gegen Kiel am Ball zu bleiben. Dass sie dafür die Qualität haben ist unbestritten, aber auch wir werden unsere Chance suchen, um für eine Überraschung zu sorgen! Dafür werden wir ein kontrolliertes Risiko eingehen müssen!“
 
Die Grün-Weißen können dabei, nach aktuellem Stand, personell aus den Vollen schöpfen. „Es ist toll, dass mir derzeit alle Spieler gesund zur Verfügung stehen“, so der Coach, der nur auf Maximilian Holst verzichten muss, der sich nach einer Kreuzbandverletzung zumindest aber schon wieder im Mannschaftstraining befindet. „Die Löwen haben eine tolle Mannschaft, mit einem Trainer, der neue Akzente gesetzt hat“, ist Wandschneider voll des Lobes über die Gäste aus Baden. „Sie verfügen über eine Truppe, die auf allen Positionen mit Weltklasse-Spielern besetzt ist. Da kann man keinen herausheben, alle haben eine hohe Qualität. Eigentlich muss man nicht erwähnen, dass die Löwen die klaren Favoriten sind“.
 
Schon im Hinspiel in Mannheim hatten die Grün-Weißen gegen die Gensheimer, Landin & Co. lange sehr gut mitgehalten und sich erst durch eine schwächere zweite Halbzeit eine Sieben-Tore-Niederlage eingehandelt. „Natürlich habe ich mir auch dieses Spiel noch einmal angeschaut und einige neue Erkenntnisse, aber auch sehr viel positives daraus gezogen“, verrät Wandschneider, der den Schlüssel zum Sieg kennt. „Wir müssen eine überragende Abwehr mit einem bärenstarken Torhüter stellen, um eine Chance zu haben. Dazu brauchen wir die Überzeugung, die Power und das Auge, um die offensive Deckung der Löwen vor Herausforderungen zu stellen. Das trainieren wir bereits die komplette Woche, so dass wir gut vorbereitet sein werden.“ Laut dem Wetzlarer Coach ist die 6:0-Deckung, die schnell zu einer offensiven 3:3-Deckung werden kann, das Prunkstück der Rhein-Neckar Löwen. „Gestützt auf diese Abwehr und sehr starke Torhüter können die Löwen Spiel für Spiel Gegenstöße laufen oder einfache Tore aus der zweiten Welle erzielen“, erklärt Wandschneider. „Für uns heißt das, dass wir im Angriff konzentriert und geduldig spielen und in der Rückwärtsbewegung – allen voran auf den Außenpositionen – Vollgas geben müssen.“
 
Noch nie hat der 55-jährige ein Bundesliga-Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen gewinnen können, weder mit seinem Ex-Club Dormagen noch mit der HSG Wetzlar. „Es wäre schön, wenn sich das bald ändert“, so Wandschneider schmunzelnd.