HSG Wetzlar will gegen Minden nachlegen!

DKB Handball-Bundesliga

Kai Wandschneider bestreitet 401. Spiel als Bundesligatrainer – Mittelhessen haben alle Mann an Bord!

Geht es nach Coach Kai Wandschneider, dann müssen für den Handball-Bundesligisten HSG Wetzlar am Samstag zwei weitere Punkte her. Zwar haben seine Jungs mit einer Serie von drei Siegen in Folge nun 23 Zähler auf dem Konto, doch im Heimspiel gegen TSV GWD Minden morgen Abend um 19 Uhr soll es unbedingt ein weiterer Sieg sein. „Wir wissen nur zu gut, was so alles passieren kann, und von daher tun wir gut dran, am Samstag nachzulegen“, blickt der 54-jährige Übungsleiter aber auch schon eine Woche weiter. Da nämlich kommt es zu etlichen Abstellungen zu den jeweiligen Nationalteams und „keiner weiß, ob alle gesund und fit wiederkommen“. Geleitet wird die Partie, für die es nur noch Stehplatzkarten an der Abendkasse gibt, vom DHB-Elitekadergespann Peter Behrens und Marc Fasthoff.

Ein Sieg gegen die Ostwestfalen wäre ein wohl ganz entscheidender Schritt Richtung Klassenerhalt. Doch auch diese Partie erwartet der gebürtige Hamburger als „ganz enge, haarscharfe Sache“. Nicht nur, weil die Gäste mit derzeit 18 Punkten noch mächtig im Kampf um den Klassenerhalt stehen und dringend punkten müssen. Auch die Besetzung und personelle Lage der Truppe aus Minden lässt darauf schließen. „Dort haben nahezu alle Spieler Klarheit über ihre Zukunft, so etwas schafft Sicherheit, setzt Kräfte frei“, hat Wandschneider zudem großen Respekt vor der Besetzung der Gäste. Mit Doder, Bilbija, Südmeier, Steinert oder dem nachverpflichteten Norweger Rambo besitzt Minden einen exzellenten und wurfstarken Rückraum. „Aber auch mit Torbrügge und Tesch am Kreis oder Schmidt links und Svitlica, den ich für einen der besten Rechtsaußen der Liga halte, sowie mit Vortmann und Persson im Tor ist Minden auf jeder Position sehr stark besetzt.“

Wie schwierig es gegen solche wurfgewaltigen Rückraumreihen für seine Deckungsreihe werden kann, hat das Spiel zuletzt in Eisenach gezeigt. „Eigentlich müsste man gegen solche durchweg gefährlichen und wurfstarken Rückraumspieler 3:2:1 verteidigen, aber das können wir nun mal nicht“, baut Wandschneider daher erneut auf eine starke Torhüterleistung und ein gutes Blockverhalten. Zudem biete eine offene Deckung oder Sonderbewachung einzelner Mindener die Gefahr, dass „die Räume dann zu groß werden, und dann kommt das gute Eins-gegen-eins-Verhalten von Doder und Südmeier zur Entfaltung“. Insofern baut der HSG-Trainer darauf, dass sich seine Akteure im Vergleich zur ersten Hälfte in Eisenach deutlich steigern. „Wir brauchen zwei gute Halbzeiten, dürfen nicht wieder so lethargisch im Angriff sein. Der Ball muss laufen und wir müssen den Gegner in Bewegung bringen“, erwartet er außerdem eine veränderte Körpersprache seiner Schützlinge: „Da muss jeder brennen und das Leuchten in den Augen haben, sonst haben wir keine Chance gegen Minden“.

Hoffnung darauf, dass sich seine Erwartungen erfüllen und die Punkte 24 und 25 auf das Wetzlarer Konto gebucht werden, macht ihm die Art und Weise, wie die letzten Siege zustande gekommen sind. „Ich muss da meiner Mannschaft schon ein Riesenkompliment machen. Wir haben nahezu alle Big-Point-Spiele für uns entschieden und immer klaren Kopf bewahrt, so auch in Eisenach. Das gilt es, am Samstag wieder auf die Platte zu bringen“. Ein weiterer Pluspunkt ist die eigene personelle Situation. Nicht nur dass, nach der Wiedergenesung von Christian Rompf alle Akteure wieder an Bord sind, auch die Leistungen der vermeintlichen „Tribünenspieler“ zuletzt stärken die HSG zusätzlich. „Es freut mich für Tobi Hahn ungemein, und auch Ado Harmandic hat sich mit dieser Leistung für weitere Einsätze empfohlen“, sagt Wandschneider, der mit einem Sieg in seinem 401. Bundesligaspiel bei dann 25 Zählern nicht nur beruhigter schlafen könnte. Es wären auch lediglich zwei Punkte weniger als zum gleichen Zeitpunkt der letztjährigen Rekordsaison.

Andreas Klotz