HSG Wetzlar will gute Stimmung mit Sieg gegen BHC erhalten!

Heimdebüt für Neuzugang Vladan Lipovina - Auch Evars Klesniks und Florian Laudt stehen im Kader - Noch Stehplatzkarten an Abendkasse erhältlich!

Viel Zeit, den Sieg bei der TSG Ludwigshafen-Friesenheim zu genießen, bleibt den Bundesliga-Handballern der HSG Wetzlar nicht. Bereits am Samstag geht es um 19 Uhr mit dem Heimspiel gegen den Bergischen HC weiter. Das Licht am Ende des Tunnels wird für Wetzlar allerdings heller als noch vor einer Woche, was nicht nur mit dem doppelten Punktgewinn in Friesenheim zusammenhängt. Vor allem die Personalsituation hat sich etwas entspannt.
Agierte die HSG-Abwehr in den ersten Minuten in Ludwigshafen noch etwas kopflos, stabilisierte sich der Deckungsverband mit der Hereinnahme vom mittlerweile im Defensivverbund unentbehrlichen Evars Klesniks augenblicklich. Der von einem Bänderriss genesene Lette nahm deutlich Druck aus dem Abwehrkessel und sorgte auch im Angriff für ein wenig Entlastung. Denn Ivano Balic, Dreh- und Angelpunkt des HSG-Spiels, war an der Grenze der Belastbarkeit angelangt. »Die Rückkehr von Evars Klesniks hat gutgetan. Ich hoffe nur, dass der Junge das durchhält. Es ist unfassbar, dass der schon wieder auf der Platte steht. Er ist ein Vorbild für alle und hat der Abwehr einen unglaublichen Schub gegeben«, bedankte sich Trainer Kai Wandschneider.
Darüber hinaus der Schock des langfristigen Ausfalls von Kent Robin Tönnesen verdaut und mit Vladan Lipovina ein hoffnungsvolles Talent verpflichtet worden. Der 21-jährige Montenegriner ließ in der Friedrich-Ebert-Halle sein Können aufblitzen, bis ihn eine vollkommen überzogene Rote Karte seiner Chance beraubte, weiter ins Spiel seiner neuen Mannschaft zu finden. Seinem ersten Einsatz in der Rittal-Arena steht diese Matchstrafe nicht entgegen, da ein Foulspiel und keine grobe Unsportlichkeit bzw. Tätlichkeit geahndet wurde. 

»Stark war die Antwort der Mannschaft auf die Rote Karte, die Vier-Tore-Führung zur Pause«, lobte Wandschneider, der gar von einem gefühlten 30:21-Sieg sprach, da Friesenheim überdies zwei irreguläre Tore anerkannt wurden.
Kämpfen bis zum Umfallen heißt es am Samstag gegen den Bergischen HC, denn die Aufgabe ist trotz des Ausfalls von Viktor Szilagyi, der sich den Daumen der Wurfhand gebrochen hat und ausfällt, nicht minder schwer. Zudem steht ein Fragezeichen hinter dem Einsatz von Rückraumhüne Milos Dragas, der an einer Knieverletzung laboriert.
Trotz allem verfügt der Bergische HC über eine »klug zusammengestellte Mannschaft aus jungen und routinierten Spielern«, weiß Wandschneider. »Mit Nils Artmann und Arnor Gunnarsson auf Rechtsaußen sowie Christian Hoße und Jan Artmann links sind sie gut doppelt besetzt.« Moritz Preuss und Maximilian Weiß wirbeln am Kreis, in der Mitte zieht Alexander Oelze die Fäden. »Ein sehr torgefährlicher, spielstarker Mann. Rechts daneben Maximilian Hermann und Kristian Nippes, auf der Königsposition hat vor allem Fabian Gutbrod gegenüber der letzten Saison noch mal eine Schippe draufgelegt«, so Wandschneider. Hinten stehen mit Björgvin Gustavsson und Mario Huhnstock zwei Torhüter im Kasten, die an guten Tagen Spiele fast im Alleingang entscheiden können. Unvergessen die beiden Auseinandersetzungen der vergangenen Saison. In Wetzlar verhalf ein Trudeltor von Szilagyi dem BHC zum Sieg, bei dem HSG-Keeper Andreas Wolff ganz schlecht ausgesehen hatte. In der Wuppertaler Uni-Halle hielt Wolff in den letzten Sekunden einen Siebenmeter und somit den Sieg für seine Farben fest. »Das ist ein anderes Kaliber als Friesenheim«, warnt Wandschneider.
Die Oberbergischen haben sich am Mittwoch mit dem Heim-22:18 über HBW Balingen/Weilstetten mit nunmehr 13:13 Punkten auf Platz neun der Tabelle vorgeschoben und somit eine weitaus entspanntere Ausgangslage als die Grün-Weißen, für die ein Sieg Pflicht ist.
Auch wenn sie sich in Ludwigshafen am Mittwoch in der Anfangsphase etwas schwer taten, waren die Wetzlarer in der zweiten Halbzeit das bessere Team und haben verdient gewonnen. Vor allem an der kämpferischen Einstellung gibt es nichts zu mäkeln. Für die Mannschaft war dieser Sieg eine Erlösung, wie auch Kreisläufer Sebastian Weber bekannte. »Endlich haben wir uns auch mal für unseren großen Kampf, für die großen Anstrengungen mit Punkten belohnt. Und wir haben vorne endlich mal die Dinger reingemacht, so einfach war das«, grinste er. Er selbst hatte mit sechs Toren und etlichen gezogenen Siebenmetern erheblichen Anteil am Erfolg, profitierte dabei von den teils genialen Anspielen von Ivano Balic. »Der Spielmacher sagt mir, wo ich mich hinstellen soll. Bei Ivano muss man jederzeit auf einen Pass gefasst sein – doch immer gelingt mir das auch nicht«, fügte er verschmitzt lächeln hinzu.
Am Samstag wollen die Wetzlarer Spieler nun auch zu Hause zeigen, dass ein Ruck durch die Mannschaft gegangen ist. Sie wissen, dass die Zuschauer in der Arena Siege sehen wollen und dass die Auswärtsbilanz deutlich positiver aussieht. Die Heimmisere mit bislang nur einem Sieg zum Saisonstart gegen TBV Lemgo vor fast drei Monaten soll beendet werden. »Das müssen wir annehmen«, erklärte Wandschneider, und Geschäftsführer Björn Seipp fügte an: »Deswegen werden wir jetzt aber nicht mit dem Bus zum Heimspiel fahren.« 

Quelle: Gießener Allgemeine