„Ich habe meinen Traum zum Beruf machen können!“

DKB Handball-Bundesliga

Nationalspieler Steffen Fäth spricht im Fan-Reporter-Interview über Auswärtsfahrten, Spielpausen, Nervosität und die HSG Wetzlar

Der Fan-Reporter der HSG Wetzlar, Malte Krohn, hat sich in dieser Wochen nach dem Training mit Steffen Fäth getroffen und dem Rückraumspieler der HSG Wetzlar all die Fragen gestellt, die ihm schon länger unter den Fingernägeln brannten. Auch auf das nächste Auswärtsspiel beim SC Magdeburg kamen beide zu sprechen.

Steffen, wie gehst Du mit so einer langen Spielpause, wie sie zwischen dem Lübbecke- und dem Berlin-Heimspiel herrschte, eigentlich um? Immerhin lagen dazwischen fast 14 Tage. Das ist im Handball ja schon eine lange Zeit. Was macht man währenddessen? Wie bleibt man dran, wie bleibt man heiß für das nächste Spiel?

Steffen Fäth: “Ja, das ist schon ungewöhnlich und nicht gerade ideal, um im Rhythmus zu bleiben, aber man hat dann auch einfach mal Zeit um Sachen zu trainieren, für die man sonst nicht so viel Raum hat, etwa Intervallläufe. Dieses Grundlagentraining war wichtig, denn es erwarten uns viele Spiele im November. So vergeht die Zeit bis zum nächsten Spiel dann doch eigentlich relativ schnell.”

Das nächste Auswärtsspiel findet nun beim SC Magdeburg statt. Was ich mich immer frage ist, was macht Ihr, wenn Ihr stundenlang mit dem Bus zu Auswärtsspielen fahrt?

Steffen Fäth: „Auf jeden Fall sitzen (lacht). Nee, mal ehrlich. Musik hören, Karten spielen, sich unterhalten oder zusammen einen Film gucken. Wenn es eine ganz lange Fahrt ist, dann kann man im Bus auch schlafen – aber mehr schlecht als recht!” 

Wie ist das bei Auswärtsspielen, wenn Ihr, wie jetzt auch, im Hotel übernachtet, teilt Ihr Euch dann Zimmer? Und wenn ja, mit wem teilst Du Dir ein Zimmer?

Steffen Fäth: „Normalerweise haben wir immer richtig gute Hotels und Zweierzimmer für die Spieler. Es hat schon häufiger gewechselt, mit wem ich mir ein Zimmer teile. Das ist für mich kein Problem, den ich glaube, dass ich mit jedem aus der Mannschaft gut auskomme. Eines kann ich allerdings nicht gebrauchen, wenn jemand laut schnarcht (lacht). Deshalb fallen da ein paar Spieler raus, aber ich werde keine Namen nennen!“

Aber zurück zum Spiel am Wochenende. Bist Du vor so einem Spiel eigentlich noch aufgeregt?

Steffen Fäth: „Früher war ich natürlich noch richtig nervös vor Bundesligaspielen! Das ist aber normal, glaube ich. Mittlerweile ist es hauptsächlich eine hohe Anspannung, denn man will ja für das Team, den Club und die Fans das Beste geben und gewinnen. Nur wenn ich mal länger verletzt war und dann erstmals wieder auslaufen kann, dann ertappe ich mich doch schon mal dabei, dass ich richtig nervös werde!“

Verletzung ist in diesem Fall ein gutes Stichwort! Was mir immer wieder auffällt ist, dass Du von den Gegenspielern besonders häufig gefoult wirst und ordentlich was abbekommst. Trotzdem bist Du derjenige, der am wenigsten protestiert, sich am wenigsten aufregt und beschwert. Woher kommt das? Hast Du das gelernt oder warst Du einfach schon immer ein besonders ruhiger Typ?

Steffen Fäth: „Ich bin schon immer ein ruhiger Vertreter gewesen. Ich rege mich einfach selten auf, da es sowieso meistens nichts bringt. Wenn ich mal explodiere, dann war es schon wirklich etwas Schlimmeres. So oft kam das aber bislang nicht vor! Ich habe gelernt, dass ich auf dem Spielfeld einstecken muss.“

Beim letzten DHB-Final4 in Hamburg war ich als Fan-Reporter der Handball-Bundesliga unterwegs und bin dadurch auch in die Kabinen der Teams gekommen. Von daher weiß ich, dass dort in der Kabine vor und nach den Spielen laute Musik gehört wird. Gibt es bei euch auch Musik in der Kabine? Und wenn ja, wer ist für die Musikauswahl zuständig?

Steffen Fäth: „Ja, wir hören auch immer Musik in der Kabine. Das gehört mittlerweile fest dazu und sorgt für gute Laune, aber auch Fokussierung! Die Auswahl ändert sich allerdings immer wieder mal. Unser Schwede Kristian Bliznac hat bei uns das Amt des Musikwarts.“

Was ist bei der HSG Wetzlar anders, als bei den Vereinen, für die Du bisher gespielt hast? Oder anders gefragt, was ist das Besondere an den Grün-Weißen?

Steffen Fäth: „Wetzlar ist ein professionell geführter Club, für den aber das familiäre Umfeld wichtig ist. Das schlägt sich auch auf den Umgang innerhalb der Mannschaft nieder. Wir unternehmen viel miteinander, verstehen uns gut – das ist auf jeden Fall etwas ganz besonderes! Was auch einen großen Unterschied macht, sind die Fans, die Stimmung und die Halle. Bei vielen anderen Clubs, wie zum Beispiel in Mannheim, wird in großen Arenen gespielt, die aber größtenteils schlecht gefüllt sind. Das ist in der Rittal Arena anders, die ist immer voll, wenn wir spielen. Ansonsten gibt es natürlich noch viele kleine Unterschiede zu anderen Clubs.“

Letzte Frage: Was würdest du heute beruflich machen, wenn du kein Handballer geworden wärst?

Steffen Fäth: „Bestimmt wäre ich kein Fußballer geworden (lacht). Ich wollte auch schon als kleiner Bub Handballer werden und habe das Glück meinen Traum zum Beruf gemacht zu haben!“ 

Steffen, vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg in Magdeburg!