Im Formtief: Wetzlar wehrt sich nur 15 Minuten

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Hannover-Burgdorf spielt Mittelhessen an die Wand HSG seit fünf Spieltagen ohne Sieg

Die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar gehen schweren Zeiten entgegen. Die Art und Weise der samstäglichen Vorstellung bei der 24:30 (10:16)-Niederlage beim TSV Hannover-Burgdorf machte deutlich, dass sich die Mittelhessen in einem Formtief befinden. Seit fünf Spieltagen sind die Grün-Weißen ohne Sieg und warten auf ein Erfolgserlebnis. Und ausgerechnet jetzt gibt am kommenden Mittwoch (20.15 Uhr) Liga-Spitzenreiter THW Kiel seine Visitenkarte in der Wetzlarer Rittal-Arena ab.

 

Auch in der hannoverschen AWD-Hall herrschte aufgrund des tragischen Verkehrsunfalles der Methe-Zwillinge zunächst eine gedämpfte Atmosphäre. Entsprechend schwer taten sich auch beide Teams, um auf dem Spielfeld zur Tagesordnung über zu gehen. Bis zum 7:7 (Valo, 16.) war die Partie in der Phase des Abtastens. Als kurz danach Timo Salzer und Philipp Müller mit ihren Würfen scheiterten, legten die Gastgeber binnen fünf Minuten einen Zwischenspurt ein, sodass in der 21. Spielminute eine 12:7-Führung (durch Piotr Przybecki) für Hannover von der Anzeigentafel leuchtete. Auch ohne ihren verletzten Abwehrstrategen Csaba Szücs stand nun die TSV-Defensive immer kompakter, während sich die HSG-Akteure überhaupt nicht in den Zweikämpfen durchsetzen konnten. „Ohne Druck auf die gegnerische Abwehr kannst Du nicht zum Erfolg kommen“, kommentierte später HSG-Coach Gennadij Chalepo die untauglichen Angriffsversuche seiner Schützlinge.

Dennoch besaß Wetzlar Chancen, den 16:10-Pausenstand für Hannover moderater zu gestalten, wenn nicht erneut die Abschlussschwäche den HSG-Werfern einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte. Immer wieder scheiterten die Müller, Valo und Co. bei freien Möglichkeiten am ungarischen Nationalkeeper Nenad Puljezevic im TSV-Gehäuse, der neben dem Ex-Hüttenberger Piotr Przybecki zum besten Spieler seines Teams avancierte.

Selbst im zweiten Durchgang gab es kein Aufbäumen bei den Lahnstädtern mehr. Die Niedersachsen, die zuletzt durch den 36:31-Sieg in Melsungen und den 33:32-Heimerfolg gegen die Rhein-Neckar Löwen hatten aufhorchen lassen, „spazierten“ durch die HSG-Abwehr, sodass eine Viertelstunde vor dem Ende bei einem Neun-Tore-Vorsprung (25:16, Przybecki) den Wetzlarern ein „Waterloo“ drohte. Erst in der Schlussphase, als die Hausherren im Gefühl des sicheren Sieges gleich zwei Gänge zurückschalteten, konnten die Mittelhessen den Rückstand auf sechs Treffer (30:24) verkürzen.

Erkennbar unzufrieden zeigten sich nach dem Abpfiff die HSG-Protagonisten mit der eigenen Leistung. „Das war eine blamable Vorstellung“ und „Wir müssen schnell wieder in die Spur finden“, hieß es im Lager der Gäste, die sich bei ihren Schlussleuten Nikola Marinovic und Nikolai Weber mit insgesamt vier gehaltenen Strafwürfen bedanken konnten, dass die Niederlage nicht noch deutlicher ausfiel.

Für Hannovers Trainer Christopher Nordmeyer „war der Sieg auch in dieser Höhe verdient“, während Kollege Gennadij Chalepo nun die undankbare Aufgabe hat, seiner Truppe vor dem Mittwoch-Spiel gegen das Erfolgsensemble des THW Kiel wieder das „Handball-Einmaleins“ näher zu bringen.

(uc)