Im Heimspiel gegen Göppingen noch eine Schippe drauf packen!

DKB Handball-Bundesliga

Trainer Wandschneider sieht Schwaben als Favoriten – Nur noch rund 200 Stehplatzkarten im Vorverkauf erhältlich

Mit Frisch Auf! Göppingen ist am Freitag, den 12. April 2013 um 19.45 Uhr laut Kai Wandschneider, Trainer der gastgebenden HSG Wetzlar, eine absolute „Spitzenmannschaft“ in der Rittal Arena zu Gast. Mit sechs Ligasiegen in Folge finden sich die Göppinger, nach einem durchaus holprigen Saisonstart, auf Platz acht der Tabelle der DKB Handball-Bundesliga wieder. Wie bei den Schwaben zum Rundenstart war auch bei der HSG Wetzlar, aber eben zu Beginn des Jahres 2013, etwas Sand im Getriebe. Allerdings ist mit drei Pluspunkten aus den vergangenen drei Partien ein deutlicher Aufwärtstrend der Mittelhessen zu erkennen. Dieser soll in einer gegebenenfalls ausverkauften Rittal Arena fortgeführt werden. „Die Kartennachfrage ist wie seit vielen Wochen auch für dieses Spiel überwältigend“, so HSG-Geschäftsführer Björn. „Schon heute sind über 4.200 Tickets verkauft. Somit sind lediglich noch knapp 200 Stehkarten im Vorverkauf und an der Abendkasse zu haben, was bedeutet, dass wir ein weiteres Mal über unserem Saisonzuschauerschnitt liegen.“ 

Nach einer spielfreien Woche für die Erstligaclubs, in der viele Spieler für ihre Nationalmannschaften in der EM-Qualifikation aktiv waren, fliegt an diesem Wochenende wieder der Ball durch die Rittal Arena. Dabei wird Göppingen mit viel Selbstvertrauen nach Hessen reisen. Mit dem deutlichen 33:29-Sieg über Triple-Gewinner THW Kiel statuierten die Mannen von FAG-Trainer Velimir Petkovic ein Exempel und veranschaulichten ihr Leistungsvermögen, was auch der erneute Einzug ins Viertelfinale des EHF-Pokal untermauert. Es scheint, dass Göppingen nach einem durchschnittlichen Saisonverlauf bis Mitte der Saison seinen Rhythmus gefunden hat. 

Der kommende Gegner der HSG Wetzlar verfügt über hohe individuelle Klasse. Mit Pavel Horak, Michael Haaß, Momir Rnic und Zarko Markovic stellen die Göppinger einen Rückraum, der bestückt ist mit europäischen Klasseleuten. Manuel Späth, Christian Schöne und Dragos Oprea sind weitere erfahrene Spieler in den Reihen des amtierenden Europacupsiegers, die bereits auf mehrere Länderspieleinsätze für Deutschland zurückblicken können.  

Besonders stark sei Göppingen derzeit auch auf der Torhüterposition, analysiert Kai Wandschneider. „Frisch Auf! ist physisch sehr stark und stellt eine kompakte Abwehr. Sie sind auf jeder Position doppelt oder sogar dreifach gut besetzt und haben sich mit Primoz Prost sehr gut im Tor verstärkt“, so die Einschätzung des Wetzlarer Coachs. Der 29-jährige Slowene sei ein Faktor, warum die Schwaben wiedererstarkt seien, denn mit seinen Paraden habe er schon dem Ligaprimus Kiel den Zahn gezogen und seine Mannschaft zur kleinen Sensation geführt. 

Kevin Schmidt sieht den Schlüssel zum Erfolg in einer aggressiven Deckungsarbeit! 

Trotz alle den Statistiken, die Göppingen zum klaren Favoriten erheben, weist Nationalspieler Kevin Schmidt auf die eigenen Stärken hin: „Auch wir haben in den letzten Partien gut gespielt und beim Auswärtserfolg in Gummersbach den Gegner über weite Strecken dominiert. Auch gegen Frisch Auf! Göppingen müssen wir wieder eine aggressive Deckung stellen, damit wir auch wieder in eigener Halle punkten.“ Wandschneider schlägt in die gleiche Kerbe seines Linksaußen und legt ebenfalls das Augenmerk auf die Deckung: „Wir brauchen eine gute Torhüterleistung und eine starke Abwehrarbeit. Es wird ein interessantes Torhüterduell zwischen den zukünftigen Göppinger Vereinskameraden Prost und Marinovic. Wir müssen in der Abwehr die nötige Aggressivität an den Tag legen, damit wir eventuell auch unser Gegenstoßspiel aufziehen können. Nur so werden wir Frisch Auf! Göppingen knacken können.“ 

Eventuell steht den Gastgebern für die einzige Erstligapartie des kommenden Wochenendes auch wieder Rückraumspieler Philipp Müller zur Verfügung. Dem gebürtigen Bayer wurden nach seiner Rückenoperation Anfang dieser Woche die Fäden gezogen. Eine definitive Entscheidung, ob Müller seinem Team in der Abwehr helfen kann, fällt jedoch erst in Absprache mit den Teamärzten kurz vor dem Spiel. „Philipp möchte sich einmal mehr gerne in den Dienst der Mannschaft stellen, was wir ihm nicht hoch genug anrechnen können“, so Geschäftsführer Björn Seipp. „Allerdings wird er nur zum Einsatz kommen, wenn jegliche Risiken auszuschließen sind!“ Ansonsten kann Trainer Kai Wandschneider nach derzeitigem Stand jedoch auf den kompletten Kader zurückgreifen, in den nach der fristlosen Kündigung von Kreisläufer Kari Kristjan Kristjansson das 17jährige Eigengewächs Moritz Zörb bis zum Saisonende nachrückt. 

Seipp: „Wir alle müssen am Freitag eine Schippe drauf packen!“ 

„Im Vergleich zu dem letzten Heimspiel gegen Magdeburg müssen wir sportlich und stimmungstechnisch noch eine Schippe drauf packen, um gegen eine solch erfahrene und kompakte Mannschaft wie Göppingen gewinnen zu können“, so Björn Seipp, der sich gerne an den 27:23-Auswärtserfolg im Hinspiel zurück erinnert. „Dass wir Göppingen schlagen können haben wir Mitte November bewiesen. Jetzt gilt es alles daran zu setzen, noch einen drauf zu packen – aber nicht nur für die Mannschaft sondern eben auch für unsere Fans! Jeder, der am Freitag in die Arena kommt, egal ob er eine Steh- oder Sitzplatzkarte ergattern konnte, muss unter Strom stehen und gewillt sein, der Mannschaft über 60 Minuten und allen voran in vermeintlich schwierigen Situation zu helfen. Wenn Mannschaft und Zuschauer überzeugt sind, dass wir erfolgreich sein können, wenn wir gemeinsam hart für den Erfolg ‚arbeiten‘, dann wäre das eine Heimspiel-Atmosphäre, die ich mir am Freitag für uns alle wünschen würde.“