"In Mittelhessen wird gute Jugendarbeit betrieben!"

DKB Handball-Bundesliga

Jugendnationaltrainer Christian Schwarzer stattet DHB-Nachwuchsstützpunkt in Wetzlar Besuch ab

 

 

 

Er hat 310 Länderspiele für Deutschland bestritten und dabei 949 Tore erzielt. Er wurde Weltmeister im eigenen Land, Europameister 2004 und Silbermedaillengewinner bei den Olympischen Spielen. Das sind nur einige der Titel, die Christian Schwarzer in seiner Laufbahn als Spieler sammeln konnte. Um eventuell auch einmal so erfolgreich zu werden, treffen sich die besten Handballer Hessens der Jahrgänge 1994 bis 1997 jeden Montag unter der Leitung von Trainer Jochen Beppler im DHB-Stützpunkt in Wetzlar-Dutenhofen. Eben dieses Stützpunktraining besuchte der ehemalige Kreisläufer und aktueller Jugendkoordinator des DHB am gestrigen Montagabend und verschaffte sich einen Überblick über den aktuellen Leistungsstand der hessischen Nachwuchselite und die Trainingsbedingungen vor Ort.

Zu diesen Talenten gehören sechs Spieler von der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen (Trägervereine der HSG Wetzlar) und fünf des TV Hüttenberg. Die drei HSG-Akteure, die im Stützpunkt trainieren sind Stefan Hanemann (Jahrgang 1996), Moritz Zörb (1995) und Kornelius Feuring (1996). Zörb schnupperte am vergangenem Spieltag schon erste „Bundesligaluft“, als er beim Auswärtsspiel der HSG Wetzlar beim TBV Lemgo im Kader der Grün-Weißen stand. Lukas Gümbel, Matthias Schwalbe und Jonas Heuer (allesamt Jahrgang 1997) wurden vor drei Wochen zum DHB-Sichtungslehrgang eingeladen und durften im Kreise der Besten des Jahrgangs 1997 aus ganz Deutschland ihr Können unter Beweis stellen. Wenn über die Handballregion Mittelhessen geschrieben wird, darf natürlich die gute Jugendarbeit des TV Hüttenbergs nicht fehlen. Jannik Hofmann (1995) und Konstantin Poltrum (1994) gehören dem Kader des DHB-Stützpunktes in Wetzlar-Dutenhofen an und mit Tim Lauer, Johannes Klein und Niels Lorenz waren ebenfalls drei Spieler des Jahrgangs 1997 beim DHB-Sichtungslehrgang.

Der leitende Trainer des Stützpunkts in Wetzlar-Dutenhofen, Jochen Beppler, sieht diese Entwicklung der Jugendarbeit sehr positiv: „Seit dem wir das wöchige Stützpunkttraining in Dutenhofen haben, hat sich sehr viel getan. Die HHV-Auswahlmannschaft der Jahrgänge 1995/1996 stehen in der Pokalendrunde des Länderpokals und die Mannschaft der Jahrgänge 96/97 gehören zu den vier besten Auswahlmannschaften bei der DHB-Sichtung.“

Einen weiteren Vorteil sieht Beppler darin, dass der HHV weiter in den Fokus des DHB gerückt ist: „Mit dem Stützpunkt in Wetzlar-Dutenhofen und der damit verbundenen Zusammenarbeit mit dem DHB müssen Nachwuchsspieler aus Hessen nicht mehr die Landesgrenze überschreiten, um auf sich aufmerksam zu machen.“ 

Über die Förderung junger deutscher Talente, die in der Region Mittelhessen betrieben wird, fand Christian „Blacky“ Schwarzer lobende Wort: „Die Entwicklungen von Steffen Fäth, Kevin Schmidt oder Tobias Reichmann zeigen einfach, dass hier in Wetzlar gut gearbeitet wird! Ich würde mir wünschen, dass auch andere Mannschaften auch auf deutsche Talente setzen würden. Am besten wäre es natürlich, wenn diese talentierten Spieler bei den Topmannschaften ihre Erfahrungen in den großen europäischen Pokalen sammeln könnten, aber um das zu schaffen müssen sie erst einmal in der Liga reifen. 

In dieser Hinsicht kann der Handball noch vom Fußball lernen. Dieser macht es mit Vereinen wie Bayern München und Borussia Dortmund vor, die mit jungen deutschen Spielern auf höchster internationaler Klasse bestehen. „Wir orientieren uns sehr am Fußball, der früher mit einem guten Fördersystem angefangen hat. Das vom Handball greift jetzt schon so langsam, was man auch bei der Weltmeisterschaft gesehen hat, wo einige Talente internationale Erfahrungen sammeln konnten.“

Um diesen Sprung in den Profibereich oder gar in die Nationalmannschaft zu schaffen benötigt ein junger Spieler Talent und vor allem Wille, so Christian Schwarzer: „Es gibt drei Arten von Spieler. Die Lieblingsspieler eines Trainer sind die mit viel Talent und viel Wille. Ebendiese schaffen es auch meistens nach ganz oben. Des Weiteren gibt es Spieler mit viel Talent und wenig Wille. Die brauchen vielleicht ein bisschen länger oder schaffen es gar nicht und dann bleiben noch die Spieler übrig mit weniger Talent aber einem großen Willen.“ Schwarzer betont, dass die Einstellung eine wichtige Rolle in der Weiterentwicklung spielt: „Der Kopf ist sehr wichtig. Man muss bereit sein viel zu investieren und auch auf einiges zu verzichten.“