In Wetzlar wurde gut trainiert und viel gesprochen!

DKB Handball-Bundesliga

Trainer Kai Wandschneider nutzte spielfreie Zeit, um vor Duell mit amtierenden DHB-Pokalsieger Füchse Berlin viele Einzelgespräche mit Spielern zu führen

Knapp zwei Wochen hatten die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar jetzt kein Pflichtspiel mehr! Nach der Heimpleite gegen den TuS N-Lübbecke blieb den Grün-Weißen somit viel Zeit zum Trainieren, für Einzelgespräche und zur Vorbereitung auf den nächsten Gast, die Füchse Berlin. Der amtierende DHB-Pokalsieger, der sich derzeit nur auf Platz 10 der Tabelle der DKB Handball-Bundesliga wiederfindet, gibt am Freitagabend um 19.45 Uhr seine Visitenkarte in der Rittal Arena Wetzlar ab. Geleitet wird die Partie von den erfahrenen Erstliga-Schiedsrichtern Lars Geipel und Marcus Helbig, die vor kurzem als deutsches Gespann für die Männer-Weltmeisterschaft nominiert wurden, welche vom 15. Januar bis zum 1. Februar in Katar stattfinden wird. Die Spielaufsicht hat DHB-Schiedsrichterwart Peter Rauchfuß, der vor dem Anpfiff das Schiedsrichter-Gespann Harald Schembs und Markus Weyell offiziell aus dem DHB-Kader verabschieden wird.

„Wir haben die Niederlage gegen Lübbecke in den vergangenen Tagen analysiert, Gründe dafür mit der Mannschaft und in vielen Einzelgesprächen erläutert und im Training aufgearbeitet. Jetzt blicken wir vollkonzentriert dem Duell mit Berlin entgegen, in dem wir wieder punkten und bei unseren tollen Zuschauern Wiedergutmachung betreiben wollen“, so HSG-Trainer Kai Wandschneider vor der Partie. „Um das zu schaffen, müssen wir uns in der Abwehr voll reinhängen und deutlich konzentrierter im Torabschluss sein, denn das war der Knackpunkt im letzten Heimspiel gegen Lübbecke. Wir haben katastrophal abgeschlossen und somit den Gegner stark gemacht. Das darf uns gegen Berlin nicht passieren, zumal die Füchse, nach den letzten Ergebnissen, sicherlich nicht voll Selbstvertrauen strotzend nach Wetzlar kommen werden. Am Freitag müssen die Funken vom Spielfeld auf die Tribüne überschlagen und nicht umgekehrt!“ Die Wetzlarer Verantwortlichen freuen sich über eine große Ticketnachfrage für das Duell mit dem Hauptstadtclub und erwarten einmal mehr über 4.000 Zuschauer in der Rittal Arena.

Ähnliche Verletzungsprobleme wie die Gäste (Jaszka, Spoljaric, Horak) haben auch die Grün-Weißen weiterhin zu beklagen. Neben dem Langzeitverletzten Maximilian Holst (Kreuzbandriss) müssen die Mittelhessen, die durch die Spielpause trotz 7:7-Punkten auf Platz 14 der Tabelle zurückgefallen sind, auch auf Abwehrchef Evars Klesniks verzichten, der sich im Training eine Außenbandverletzung im Knöchel zugezogen hat. „Ebbe wird uns fehlen, aber wir haben im Training Alternativen erarbeitet, wie wir seinen Ausfall nicht nur kompensieren sondern auch die Füchse vor Herausforderungen stellen wollen“, so Wandschneider, der hofft, dass seine Mannschaft nach der spielfreien Zeit schnell wieder in den Rhythmus kommt. „Nach dem Sieg in Hamburg hatten wir damit in Melsungen Probleme. Am Freitag muss das anders sein!“

Die Pause gut getan hat Nationalspieler Steffen Fäth. Der Torjäger konnte nach seiner Fußverletzung, die ihn vier Wochen außer Gefecht gesetzt hatte, zwei Wochen durchtrainieren. „Steffen ist auf dem Weg zu alter Stärke und hat zuletzt richtig gut trainiert“, weiß Wandschneider um die Wichtigkeit des Rückraumspielers für das Wetzlarer Spiel. „Auch unsere Torhüter Andreas Wolff und ‚Jota‘ Hombrados haben in den vergangenen Tagen wieder einen klasse Eindruck hinterlassen. Ihre Leistungen werden für den Spielausgang am Freitag mitentscheidend sein.“

Nach sechs starken Leistungen der Wetzlarer zu Saisonbeginn löste die Heimniederlage gegen Lübbecke keine, wie es Geschäftsführer Björn Seipp nannte, „Panikmache“ in der Domstadt aus. „Wir waren davor nicht himmelhochjauchzend und danach zwar enttäuscht, aber nicht zu Tode betrübt“, so der 40-jährige. „Auch brauchen wir derzeit nicht auf die Tabelle zu schauen, die durch die diesjährige Teilnahme von 19 Erstligateams total schief und wenig aussagekräftig ist. Wir blicken von Spiel zu Spiel und müssen uns ausnahmslos bewusst darüber sein, dass wir uns zu keiner Zeit zurücklehnen dürfen. Dafür sind die Ergebnisse der anderen Clubs in dieser Saison zu überraschend. Wir haben bislang eine gute Saison gespielt, wollen gegen Berlin an die Leistungen wie gegen Minden, Hamburg oder Melsungen anknüpfen und zu alter Stärke zurückfinden. Gelingt und das, dann haben wir am Freitag mit der Unterstützung unserer Fans eine echte Chance. Das Team, das mehr Konstanz auf die Platte bringt, wird am Ende erfolgreich sein und ich hoffe, dass das wir sind.“