Jannik Kohlbacher: »Ich habe keine Klausel im Vertrag«

Bild: www.sportfoto-vogler.de

DKB Handball-Bundesliga

21-jähriger Europameister widerspricht Wechselgerüchten und bestätigt Vertragserfüllung bei HSG Wetzlar

Fünf Treffer hat Jannik Kohlbacher beim 31:29-Erfolg der HSG Wetzlar am Mittwochabend über den TBV Lemgo erzielt. Der 21-jährige Kreisläufer spielt seit Wochen in Bestform und gehört längst zum festen Stamm der deutschen Handball-Nationalmannschaft, für die im Januar die Weltmeisterschaft in Frankreich ansteht.

Der Odenwälder ist einer der Garanten für die 14:12 Punkte der Wetzlarer in der Handball-Bundesliga und dem aktuellen siebten Tabellenplatz. Die Art und Weise, wie der Europameister die Rolle des Kreisläufers interpretiert, gehört mittlerweile zur ganz großen Handball-Bühne.

Kein Wunder, dass Jannik Kohlbacher bereits jetzt von den Topklubs der Liga umworben wird und sogar ins Blickfeld des einen oder anderen Großen aus dem Ausland geraten sein soll. Der wuchtige Kreisläufer hat bei den Mittelhessen noch Vertrag bis Juni 2018 ohne Ausstiegsklausel. Im Gespräch mit dieser Zeitung dementiert er alle aktuellen Wechselspekulationen zu den Rhein-Neckar Löwen und versichert, seinen Kontrakt an der Lahn auch erfüllen zu wollen. Zumal er sich bewusst in die Hände von Wetzlars Trainer Kai Wandschneider begeben hat, unter dessen Ägide er in den nächsten anderthalb Spielzeiten auch Stabilität und Kontinuität in seine Abwehrarbeit bringen möchte. Kohlbacher weiß nur zu gut, dass es für einen international gefragten Topspieler unabdingbar ist, sowohl im Angriff als auch in der Abwehr seine Leistung bringen zu können. Die dafür notwendige Spielpraxis als junger Bundesligaprofi bekommt er bei den Grün-Weißen.

Gegen den TBV Lemgo am Mittwochabend war er bei seinen fünf Treffern zum 6:6 (14.), 8:7 (17.), 9:8 (19.), 24:20 (47.) und 26:24 (53.) von niemanden aufzuhalten, obwohl sich die Lemgoer Ionut Ramba und Johannes Stenbäkken im Zentrum intensiv um ihn kümmerten. Nur einmal, beim Stande von 22:18 nach einer Dreiviertelstunde, scheiterte er freistehend an TBV-Keeper Piotr Wyszomirski. Aber auch da war er seinen beiden Schatten schon wieder entglitten gewesen.

Weshalb ist die HSG Wetzlar nach der 16:10-Pausenführung gegen den TBV Lemgo beim 31:29 noch einmal in die Bredouille geraten? Wurde da in der zweiten Halbzeit nicht zu viel über den Kreis gespielt, denn es kamen einige Bälle nicht mehr an?

Kohlbacher: „Naja, die Lemgoer Abwehr hat offensiver gespielt als in der ersten Halbzeit. Das war dann in der zweiten Halbzeit der Grund für einige Bälle, die nicht ihren Weg gefunden haben.“

Können Sie etwas zu den Wechselgerüchten sagen? Die Rhein-Neckar Löwen sollen an ihrer Verpflichtung arbeiten.

Kohlbacher: „Ich habe hier in Wetzlar bis Juni 2018 einen Vertrag. Es wurden noch keine Gespräche geführt, ich habe jedenfalls mit niemandem gesprochen.“

Gibt es eine Klausel in ihrem Vertrag, die einen vorzeitigen Ausstieg schon 2017 ermöglicht?

Kohlbacher: „Nein, es gibt keine Klausel. Ich bin 21 Jahre jung und habe heute wieder 60 Minuten durchgespielt. Ich glaube, es gibt keinen anderen Verein in der Bundesliga, wo das möglich ist.“

Aber es gibt Vereine, das ist ja kein Geheimnis, die finanziell mehr bieten könnten als Wetzlar.

Kohlbacher: „Ja, das mag sein. Aber ich spiele lieber, anstatt viel Geld zu bekommen. Damit ist das Thema auch erledigt. Ich habe hier einen Vertrag bis Juni 2018, was danach passiert, weiß ich noch nicht. Mein erster Ansprechpartner ist die HSG Wetzlar. In einem Jahr beschäftige ich mich dann damit, was danach kommt bzw. wie es mit mir weitergeht.“

Quelle: Gießener Allgemeine