„Jetzt kommen für uns die Spiele der Wahrheit!“

DKB Handball-Bundesliga

HSG-Kreisläufer Jens Tiedtke sieht seine Grün-Weißen am Sonntag in Hannover in der Außenseiterrolle

Mit seiner langjährigen Bundesliga- und Nationalmannschaftserfahrung ist Jens Tiedtke ein wichtiger Eckpfeiler im Spiel der HSG Wetzlar. Der Kreisläufer spricht in diesem Interview über die momentane Situation seiner Mannschaft und über die weiteren Ziele, die er mit der HSG Wetzlar verfolgt. Des Weiteren gibt „Tito“, wie er in Mannschaftskreisen genannt wird, eine Einschätzung zum kommenden schweren Auswärtsspiel bei dem TSV Hannover/Burgdorf, die mit dem aktuell fünften Platz eine sehr starke Saison spielen. Zusätzlich äußert sich Tiedtke zu der aktuellen Lage seines ehemaligen Vereins TV Großwallstadt, für den er sieben Jahre lang aktiv war.

Jens, Ihr habt bei der SG Flensburg/Handewitt eine deftige Niederlage hinnehmen müssen. Was kann man aus solch einem Spiel mitnehmen?

Tiedtke: „Die Erkenntnis, dass man die erste viertel Stunde gut gespielt, danach aber zu viele Fehler produziert hat, die man sich auf dem Niveau nicht leisten kann und schnell abstellen muss. Diese Niederlage war auf jeden Fall ein Rückschritt zu dem Spiel in Lemgo, wo deutlich mehr drin war für uns. Die Leistung in Flensburg war eine Summierung von mehreren Dingen, die auf dem Parkett schief gelaufen sind. In der Offensive haben wir zu viele einfache Fehler gemacht und in der Abwehr waren wir über lange Zeit immer ein Schritt zu spät. Dass man in der „Hölle Nord“ verlieren kann, weiß sicherlich jeder, aber mit neun Toren Differenz darf die Niederlage nach solch einer guten Anfangsphase nicht ausfallen.“

Die kommende Auswärtsaufgabe wird wahrlich nicht einfacher. Wie schätzt Du den anstehenden Gegner Hannover ein?

Tiedtke: „Man muss nur auf die Tabelle gucken, dann erübrigt sich alles weitere. Hannover spielt eine super Saison, weshalb es auch ein sehr schweres Auswärtsspiel wird. An dem Tag muss schon alles passen, damit wir was Zählbares mitnehmen können. Wir sind sicherlich kein Favorit, denn diese Rolle wird Hannover einnehmen. Wir müssen einfach versuchen, unser komplettes Potential über 60 Minuten abzurufen und dann schauen wir mal was bei rauskommt. Klar ist, dass wir nach Hannover fahren, um dort zu gewinnen.“

Die HSG Wetzlar hat sich im Mittelfeld der Tabelle etabliert. Wie sehen Deine weiteren Saisonziele aus?

Tiedtke: „Bis Platz sieben ist zur Zeit ein Rennen von fünf Mannschaften eröffnet. Unser Anspruch, der sich auch aus der Hinrunde ergibt, sollte es sein, so lange wie möglich mit dabei zu bleiben. Mein Minimalziel ist ein einstelliger Tabellenplatz, jedoch sind wir uns auch der Gefahr bewusst, dass man ebenso schnell nach hinten abrutschen kann und dann interessiert es keinen mehr, dass du solch eine tolle Hinrunde gespielt hast. Wir müssen uns wieder mehr auf unsere Leistung fokussieren, denn jetzt kommen für uns die Spiele der Wahrheit. Wenn wir da Punkte sammeln können, gibt uns das wieder Schwung und Selbstvertrauen, um den weiteren Saisonverlauf auch positiv zu gestalten. Das wir das Zeug dazu haben gegen alle kommenden Gegner erfolgreich zu sein, steht außer Frage. Wir müssen uns aber im Vergleich zu den Vorwochen als Team steigern, um in die Erfolgsspur zurück zu finden.“

Nicht ganz so positiv läuft es momentan für Deinen ehemaligen Verein, den TV Großwallstadt. Wie verfolgst du die aktuelle Situation dort?

Tiedtke: „Da ich noch in Großwallstadt wohne bekomme ich noch sehr viel mit. Dass der TVG hinten mitspielen wird, war nach dem großen Aderlass schon zu erwarten, aber solch eine Entwicklung ist natürlich nicht so schön. Ich drücke selbstverständlich der Mannschaft die Daumen, dass sie die nötigen Punkte noch einsammeln, denn die Jungs haben sich das echt verdient.“