Jose Hombrados rettet der HSG Wetzlar einen Punkt

DKB Handball-Bundesliga

Punktgewinn in Oberbergischen Land - VfL Gummersbach - HSG Wetzlar 20:20 (9:11)

Einen aufgrund einer starken kämpferischen Leistung hochverdienten Punkt sicherte sich die HSG Wetzlar mit dem 20:20 (11:9)-Unentschieden beim VfL Gummersbach. Nachdem die Wandschneider-Truppe zuletzt beim THW Kiel nur knapp unterlegen war, sollte im Oberbergischen auch auswärts der Knoten platzen. Doch in einer dramatischen Partie, in der es an spielerischen Momenten mangelte, glichen die Mittelhessen vor 3842 Zuschauern in der schmucken Schwalbe-Arena in der Schlussphase der Partie lediglich einen Zwei-Tore-Rückstand noch aus.

Die frühe 1:0-Führung der Lahnstädter durch Jens Tiedtke nach 43 Sekunden egalisierten die Gastgeber wenig später und gingen dank ihrer Rückraumschützen Barna Putics und Jan Gaubatz in Front. Bis zum 5:5 (Evars Klesniks, 13.) erzielten die Wandschneider-Schützlinge stets den Gleichstand. Als jedoch Steffen Fäth mit einem Strafwurf an Vfl-Keeepr Carsten Lichtlein scheiterte, und Barna Putics kurz danach das 7:5 markierte (17.) führte der VfL mit zwei Treffern.

Wetzlar, das mit Florian Laudt einen ausgezeichneten Regisseur in seinen Reihen besaß, gab mit konzentrierten Angriffszügen eine Antwort. Hinzu kam, dass der für den glücklosen Andreas Wolff eingewechselte Jose Hombrados eine Prachtparade nach der anderen zeigte. Schnell war der Gleichstand (Klesniks, 7:7, 18.) erreichte und als Gummersbach seine erste Strafzeit bekam, lagen die Wetzlarer mit 10:9 in Front und gingen durch einen Siebenmeter von Kent Robin Tönnesen mit einer 11:9-Führung in die Pause.

Nach dem Wechsel lagen die Gäste beim 12:14 und 13:15 ( Laudt, 38.) noch in der Spur. Aber plötzlich kam bei den Wetzlarer Schützen der große Respekt vor Nationaltorhüter Lichtlein, der mit etlichen Paraden dafür sorgte, dass der VfL plötzlich auf 19:17 (Schröder, 46.) davonzog. Bei den Lahnstädtern wollte im Angriff gar nichts mehr klappen, weil entweder Lichtlein parierte oder technische Fehler Ballverluste bedeuteten.

Nach einer sechsminütigen Funkstille in der HSG-Offensive gelang Tönnesen der Anschlusstreffer zum 19:18 (51.), doch wieder konnten die Gäste daraus keinen Vorteil ziehen, weil postwendend Raul Santos einen Strafwurf zum 20:18 (51.) nutzte. Damit hatten aber die Oberbergischen ihr Pulver verschossen. Sechs Angriffe in Folge blieben ungenutzt, um mit einem Drei-Tore-Vorsprung der HSG den K.o. zu versetzen. Dafür rauften sich die Wetzlarer noch einmal zusammen und schafften durch Tiedtke und Laudt den 20:20-Ausgleich, weil der überragende Hombrados auch den letzten Wurf von Fredrik Larsson großartig abwehrte. Wetzlar kam zwar noch einmal im Ballbesitz, konnte aber nach der dritten Auszeit von Kai Wandschneider keinen Abschluss mehr erzielen.

„Mit dem Punkt bin ich zufrieden, mit dem Spiel natürlich nicht. Das war heute am siebten Spieltag bereits Abstiegskampf pur, bei dem die Nerven auf beiden Seiten blank lagen. Entscheidender Rückhalt bekam heute meine Mannschaft durch Jose Hombrados, darüber hinaus will ich Steffen Fäth und Kent Robin Tönnesen loben. Allerdings fehlte unserem Spiel jegliches Tempo, das Umschalten von Abwehr auf Angriff mit der ersten und der zweiten Welle funktionierte überhaupt nicht“, meinte der Wandschneider. Hinzu kam, dass mit Laudt, Reichmann und Harmandic wieder drei Akteure „frisch“ in das Wetzlarer Aufgebot gekommen waren. VfL-Trainer Emir Kurtagic beklagte: „Wir waren auf der Siegerstraße, haben aber den Sack nicht zu gemacht.“

 

Quelle: Gießener Anzeiger