Jugendnationalspieler Till Klimpke: "Das ist eine große Chance!"

Bildquelle: Oliver Vogler

DKB Handball-Bundesliga Nachwuchs

Talentierter Nachwuchstorhüter will Profi bei der HSG Wetzlar werden – Sohn von HSG-Urgestein Wolfgang und Geschäftsstellenleiterin Ruth Klimpke erfolgreicher als im Fußball!

Wenn in der Handball-Szene Mittelhessens der Name Klimpke fällt, fallen einem automatisch zwei Namen ein: Wolfgang und Andreas Klimpke. Die Brüder standen viele Jahre für die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen, dem Vorgänger der HSGWetzlar auf dem Parkett, "Wolle" als Kreisläufer und der jüngere »Andy« als Linksaußen. Inzwischen hat sich ein weiterer Name hinzugesellt. Wolfgangs Sohn Till Klimpke, der in der A-Jugend der HSG Wetzlar im Tor steht. "Da bin ich seit der E-Jugend drin, ich wollte einfach im Tor spielen", steht Till zu seiner Leidenschaft.

Der 1,98-Meter-Schlacks hat mit fünf Jahren mit dem Handball begonnen und sich inzwischen bis in die Jugend-Nationalmannschaft hochgearbeitet. "Bis vor zwei, drei Jahren habe ich auch noch Fußball gespielt und das auch gar nicht so schlecht", schmunzelt Till. Den Rasen hatte er als Stürmer beackert, doch durch den zunehmenden Zeitaufwand beim Handball musste er sich irgendwann entscheiden. "Beim Handball war ich erfolgreicher, obwohl mir Fußball auch Spaß gemacht hat."

Über die Gießener Bezirksauswahl ging es zur Auswahl des Hessischen Handball-Verbandes (HHV), in der er sich zu einer festen Größe entwickelte. "Da war ich von Anfang an dabei", bemerkt er stolz. Lohn der Arbeit war im Februar 2014 die Einladung zum Sichtungslehrgang des Deutschen Handball-Bundes (DHB). 120 Top-Talente aller Landesverbände konnten sich in dem viertägigen Lehrgang für den engeren Kreis der Jugend-Nationalmannschaft empfehlen. Und auch hier wusste Klimpke zu überzeugen und bestritt im Juli 2014 seine ersten Länderspiele im DHB-Dress gegen Frankreich. "Das war schon ein geiles Gefühl, das erste Mal das Nationaltrikot zu tragen. Und als dann die Nationalhymne gespielt wurde, das war ein richtig geiler Moment", strahlt Till.

Seit Jahren nimmt er diesen Terminstress in Kauf – und "es macht immer noch Bock. Sonst würde es sich ja auch nicht lohnen, diesen ganzen Aufwand zu betreiben." Nach seinem Realschulabschluss 2014 hat er eine Ausbildung zum Landmaschinen-Mechaniker begonnen. "Es stand zur Auswahl, Fachabitur zu machen oder eine Ausbildung zu beginnen. Da wollte ich erst die Ausbildung machen, damit ich die stressige Zeit hinter mir habe. Das Fachabitur will ich danach machen. Dann bleibt mehr Zeit zu trainieren, denn ich will versuchen, Handball-Profi zu werden."

Dieses Ziel verfolgt er seit den ersten Schritten beim DHB. "Da habe ich realisiert, dass das was werden kann." Mit dem Langgönser Jochen Beppler und Klaus Langhoff hat Klimpke in der Nationalmannschaft zwei erfahrene Trainer an der Seite.

Das nächste Ziel ist die Europameisterschaft im August in Kroatien, ehe im nächsten Jahr die Jugend-Weltmeisterschaft ansteht. Ein großes Highlight war im vergangenen Jahr das europäisch-olympische Jugendfestival in Tiflis/Georgien. Gleich im ersten Spiel erzielte Klimpke zwei Tore und gewann am Ende mit seinem Team die Bronzemedaille.

"Das war schon so was wie eine WM. Ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll. Das war einfach mega. Die vielen verschiedenen Sportler aus allen möglichen Ländern. Es war schon so ein bisschen wie Olympische Spiele. Das macht schon Gänsehaut und man ist richtig aufgeregt."

Die Eltern, Mama Ruth leitet die Geschäftsstelle der HSG Wetzlar, sind stolz auf ihren Sprössling – und das ist Till sehr wichtig. Dem jungen Mann ist durchaus bewusst, was ihm sein Sport für Möglichkeiten eröffnet. "Das, was ich erleben darf, schafft kaum einer in ganz Deutschland. Das ist eine große Chance." Druck von der Familie braucht und bekommt er dabei nicht, dafür ist der Keeper zu ehrgeizig. Dort und durch seine Ausbildung bleibt er geerdet.

In der A-Jugend-Bundesliga (Staffel Ost) läuft es für sein Team gut, steht man hinter dem SC DHfK Leipzig souverän auf dem zweiten Tabellenplatz. Damit ist auch in diesem Jahr die Endrunde zur deutschen Meisterschaft zum Greifen nahe. Till Klimpke kommt mit jedem Spiel seinem Traum, seinem Ziel, ein kleines Stück näher: Irgendwann Handball-Profi zu werden und sich auf internationalem Parkett zu beweisen.

Quelle: Gießener Allgemeine/ Danny Pieth