Kai Wandschneider: „Es ist fantastisch, was die Mannschaft bislang geleistet hat!“

Bild: www.sportfoto-vogler.de

DKB Handball-Bundesliga

HSG Wetzlar sicherlich „Team der Stunde“ in der DKB Handball-Bundesliga – Neuformierte Mannschaft stellt neuen vereinsinternen Startrekord seit Bundesligazugehörigkeit auf

Die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar schweben derzeit sprichwörtlich auf „Wolke sieben“! Mit sensationellen 11:5 Punkten stehen die Mittelhessen, die ihre Mannschaft im Sommer einmal mehr neuformieren mussten, aktuell auf dem 5. Tabellenplatz in der DKB Handball-Bundesliga und sind neben dem Aufsteiger SC DHfK Leipzig ganz sicher das „Team der Stunde“ in der stärksten Handball-Liga der Welt. 

Nach dem TSV Hannover-Burgdorf und der SG Flensburg-Handewitt bekamen am Abend auch die Spieler des SC Magdeburg die Heimstärke der Grün-Weißen zu spüren. Vor 4.223 Zuschauern schlug Wetzlar die ambitionierten Bördeländer letztlich verdient mit 27:23 (11:9). Es war der siebte Heimsieg in den letzten acht Heimduellen mit dem ehemaligen Deutschen Meister.

„So langsam wird’s unheimlich!“, befand Wetzlars Coach Kai Wandschneider nach der hart umkämpften Partie. „Wir werden das wohl erst übers Wochenende realisieren, was wir hier wieder mal geleitet haben. Es ist unfassbar, dass es uns gelungen ist, mit dem Sieg einen neuen Startrekord für unseren Club aufzustellen.“ Der 55jährige, der selbst nach den nervenaufreibendsten Spielen für ausführliche und sachliche Analysen bekannt ist, war ob der Leistung seines Teams fast sprachlos.

„Unsere Mannschaft macht derzeit aus, dass wir immer wieder Spieler finden, die im entscheidenden Moment das Richtige tun. In der zweiten Halbzeit war das sicherlich Andreas Wolff, der einmal mehr zur Hochform aufgelaufen ist.  Dazu haben wir vorne sehr diszipliniert gespielt“, bilanziert Wandschneider. „Es hört sich vielleicht komisch an, aber unser bester Torschütze Joao Ferraz, dem neun Tore gelungen sind, muss weiter hart an sich arbeiten. Er empfindet in machen Situationen den falschen Aufforderungscharakter, nämlich einen Angriff nach drei Sekunden abzuschließen. Das müssen wir besprechen und verbessern“, fand der Trainer sogar noch ein Haar in der ansonsten wohlschmeckenden Wetzlarer Suppe.

„Aber natürlich war es ein bärenstarker Auftritt der gesamten Mannschaft“, kehrte Wandschneider aber schnell zum Positiven zurück. „Wir haben 27 Tore gegen eine sehr, sehr starke Magdeburger Abwehr erzielt. Wenn ich das mit den letzten Saisonspielen vergleiche, war der SCM am besten auf uns eingestellt, sodass ich zwischenzeitlich sogar Probleme hatte, den Spielern die richtigen Lösungsansätze mit auf den Weg zu geben. Geholfen hat uns da sicherlich der ein oder andere erfolgreich abgeschlossene Gegenstoß nach Paraden von Andreas Wolff. Auch der Siebenmeter von Guillaume Joli kurz vor dem Ende war mit entscheidend, dass das Pendel letztlich zu unseren Gunsten ausgeschlagen hat.“ 

Nach acht Spieltagen bereits elf Pluspunkte verbucht zu haben, sorgt für ungläubiges Staunen im handballverrückten Wetzlar – aber auch beim erfahrenen Coach. „Es ist fantastisch von unserer Mannschaft, was sie im bisherigen Saisonverlauf geleitet hat! Das war überhaupt nicht zu erwarten, schon gar nicht in der kürze der Zeit“, so der Diplom-Sportlehrer. „Wir haben es wirklich schnell geschafft unsere neuen Spieler auf und abseits der Parketts zu integrieren und sie sind mittlerweile unersetzbar. Allerdings müssen wir gerade jetzt eine Sache zwingend verinnerlichen: Es gilt auf dem Boden zu bleiben und in jedes Spiel konzentriert und fokussiert gehen! Die Bundesliga zeichnet aus und macht so spannend, dass an einem guten Tag jeder Gegner jeden schlagen kann.“ 

Einen der beiden errungenen Pluspunkte gegen Magdeburg widmete Wandschneider den Wetzlarer Fans. „Ich will hier niemandem Honig um den Mund schmieren, aber es muss einfach gesagt werden! Vielen Dank an das überragende Wetzlarer Publikum. Ich bin unter anderem sehr, sehr gerne Trainer in Wetzlar, weil wir dieses wunderbare Publikum haben. Es macht einfach Spaß hier in dieser Halle und vor diesen Menschen Handball zu spielen. Ich glaube, dass die Mannschaft sich diesen Rückhalt der Fans auch von Spiel von Spiel verdient hat und auch weiter verdienen muss.“

Wetzlars Kapitän Steffen Fäth war nach den kräftezehrenden 60 Minuten gegen Magdeburg natürlich überglücklich. „Wir haben eine super Abwehr gespielt und Andreas Wolff war wieder überragend. Auch im Angriff waren wir größtenteils geduldig und konzentriert. Joao Ferraz hat zudem einen Sahnetag erwischt, was mich sehr für ihn aber natürlich auch für uns freut“, so der deutsche Nationalspieler. „Die Partie war bis kurz vor Schluss ziemlich eng und Magdeburg war aufgrund unserer Führung am Ende gezwungen schnelle Tore erzielen, um noch eine Chance auf einen Sieg zu haben. Das haben sie nicht geschafft und wir haben das Momentum für uns genutzt und am Ende auch verdient gewonnen. Jetzt gilt es aber nicht abzuheben, sondern konzentriert weiterzuarbeiten. Unser Ziel heißt so schnell wie möglich das Maximum an Punkten zu holen und dann schauen wir mal, was diese Saison dabei herauskommt.“