Kai Wandschneider: „Wir müssen mit der Situation klarkommen!“

DKB Handball-Bundesliga

HSG Wetzlar startet mit großen Verletzungssorgen in Sparkassen Handballcup in Nordhessen

„Ich bin jetzt schon acht Jahre für die HSG Wetzlar tätig, aber solch einen unglücklichen Start in eine Saisonvorbereitung habe ich hier noch nicht erlebt“, so beschreibt HSG-Geschäftsführer Björn Seipp die aktuelle Personalsituation beim Handball-Erstligisten HSG Wetzlar vor dem Beginn des stark besetzten Sparkassen-Handballcups in Nordhessen.

Mit Adnan Harmandic (Daumenbruch) und Daniel Valo (Kreuzbandriss) haben die Mittelhessen gleich zwei längerfristige Ausfälle von routinierten Spielern zu beklagen. Zudem plagten sich in den vergangenen Tagen auch Nationalspieler Kevin Schmidt und Sebastian Weber mit Entzündungen an der Achillessehne herum. Zu allem Überfluss zog sich der einzige verbleibende Spielmacher der Domstädter, Neuzugang Florian Laudt, im Finale des f.a.n.-Cup am Sonntag gegen die MT Melsungen eine Platzwunde an der linken Augenbraue zu und musste in einer Klinik nahe Kleinostheim genäht werden. 

„Die Personallage ist durchaus prekär“, lässt Wetzlars Coach Kai Wandschneider wissen, der seit dem Athletiktrainingslager in der Sportschule Hennef nicht mehr mit der kompletten Mannschaft trainieren konnte. „Wir müssen mit der Situation aber klarkommen. Wichtig ist, dass wir jetzt die kommenden Wochen verletzungsfrei durchstehen und in den anstehenden Spielen an der taktischen Abstimmungen arbeiten können. Klar ist aber, dass wir mit einer spielfähigen Mannschaft am Sparkasse-Cup teilnehmen und dort natürlich auch erfolgreich sein wollen.“

Einen Hoffnungsschimmer für den Coach gibt es jedoch. Laut Co- und Torwarttrainer Jasmin Camdzic hat Neuzugang Magnus Dahl nach seiner Knie-Operation (während der Sommerpause) in den vergangenen Tagen hart an seinem „Comeback“ gearbeitet und steht in den Vorrundenspielen des Turniers erstmals im Kader der Grün-Weißen. Auch der Einsatz von Florian Laudt ist geplant. Zudem werden aus dem erweiterten Kader der Mittelhessen die Youngster Fabian Kraft und Marius Sulzbach die Reise nach Bad Hersfeld mit antreten, wo die HSG Wetzlar ihre Vorrundenspiele austrägt.

„Unsere Mannschaft hat gegen Melsungen trotz der extremen personellen Dezimierung 40 Minuten erfolgreichen Tempohandball gespielt, weil sich alle Spieler voll in den Dienst der Mannschaft gestellt haben. Am Ende waren wir einfach platt und einem Gegner unterlegen, der pro Halbzeit ein komplett neues Team aufbieten konnte“, blickt Kai Wandschneider auf den f.a.n.-Cup zurück. „Das Auftreten der Mannschaft und die Rückkehr einzelner Spieler lässt uns für die kommenden Tage hoffen!“

In Wetzlar arbeiten die Verantwortlichen im Hintergrund derzeit allen voran daran, einen Ersatz für Linkshänder Daniel Valo (mindestens sechs Monate Pause) zu finden, da mit Neuzugang Kent Robin Tönnesen derzeit nur ein gelernter „Halbrechter“ zur Verfügung steht. „Wir haben allerdings erst gestern die schlimme Diagnose von Daniel erhalten und werden bei unserer Suche nichts über das Knie brechen. Ein möglicher Neuzugang muss sowohl ins sportliche Konzept von Kai Wandschneider und  auch menschlich zu uns passen“, lässt Björn Seipp wissen.