Karlchen – das Maskottchen der HSG Wetzlar!

DKB Handball-Bundesliga

Clown "Ichmael" bespielt den Biber des Handball-Erstligisten und spricht im Interview über seine Tätigkeit und Erfahrungen!

Jetzt mal ehrlich, wie oft hat man sich als Besucher der Rittal-Arena bei Handball-Bundesligaspielen der HSG Wetzlar schon gefragt – wer steckt eigentlich in diesem blauen Biber-Kostüm? Wer schwitzt, jongliert und schäkert sich ohne Unterlass durch die Halle und bereitet überall wo er auftaucht Frohsinn? Hinter der Maske steckt Michael Rogalla, auch als „Ichmael“ bekannt. Der Papa von vier Kindern lebt in Garbenteich und ist gelernter Schauspieler. Er ist als Unterhaltungskünstler, Clown und Komödiant in Deutschland unterwegs und gibt seit 2011 mit voller Leidenschaft den Karlchen bei der HSG Wetzlar. Im Sommer 2012 sicherte er sich bei den 2. Olympischen Spielen der Maskottchen den ersten Platz und kehrte als Olympiasieger nach Wetzlar zurück. Beim letzten Heimspiel gegen die Füchse Berlin durfte die Mitarbeiterin der Gießener Allgemeinen, Danny Pieth, den blauen Biber in seinem Bau besuchen und ihm auf den Zahn fühlen.

Ichmael, wie bist Du zu Karlchen mutiert?

Ichmael: Die HSG Wetzlar und Kai Laumann haben mich angesprochen, da ich schon verschiedene andere Figuren gespielt habe. Es hat sich rumgesprochen, dass ich das gerne mache und man sich darauf verlassen kann, wenn ich das mache. Man muss einem Menschen das ja auch anvertrauen, denn man kann so ein Kostüm auch negativ spielen. Aber es soll ja positiv dargestellt werden, vor allem wenn Kinder da sind. Da muss man Lust und Laune haben, die Kinder abzuklatschen. Dieses Vertrauen erfülle ich und es macht mir Riesenfreude und Spaß.

Kommen die ganzen Kunststückchen die Du als Karlchen zeigst aus Deinem Repertoire?

Ichmael: Ja, das muss aber auch immer passen. Es macht keinen Sinn, wenn Wetzlar zurückliegt und ich vollführe da ein Tänzchen. Ich muss immer spontan sein und nehme Anteil am Spielverlauf, das ist mir ganz wichtig. Und wenn die Wetzlarer dann führen, hole ich mir drei Handbälle und jongliere mit denen, um zu zeigen, wie man Handball spielt. (lacht)

Kann man hinter der Maske besser die „Sau rauslassen“?

Ichmael: Nein, ich gebe das nicht ans Kostüm ab. Das Kostüm ist mir ganz wichtig, es soll wesenhaft sein. Ich mache meine Sachen mit Herz. Das Kostüm ist groß und ich sehe das als große Clownsnase. Man kann Sachen natürlich schön spielen und den Leuten macht das große Freude, wenn sie Karlchen mal knuffen dürfen oder ein Tänzchen machen. Das ist einfach toll und das erwarten die Leute auch. Mir macht es kein Vergnügen, nur zu winken und Sachen zu verteilen. Ich mag es, diese Figur mit Wesen zu füllen, das ist ein großes Vergnügen. (Bei diesen Worten streichelt er liebevoll über Karlchens großen Biberkopf)

Stimmt es, dass Du auch beim Basketball den „Fabius“ gibst?

Ichmael: Das stimmt schon. Ich spiele auch den „Fabius“, das ist das Maskottchen der Stadtwerke Gießen.  Da bin ich dann bei den Basketballern der 46ers und hin und wieder beim RSV Lahn-Dill im Einsatz.

Du bist einmal hier in der Rittal-Arena von Deinem Hochrad gefallen.

Ichmael: Ich habe als Karlchen nur ein sehr begrenztes Blickfeld. Dazu kommen die großen Schuhe, daher kann ich gar nicht alles zeigen, was ich zum Beispiel als „Fabius“ zeige. Aber darauf kommt es glaube ich auch gar nicht an. Sondern darauf, dass ich Spaß habe, und dann gehört so etwas schon mal dazu. Ich bin mit dem Pedal im Netz hängen geblieben und dann runtergefallen, habe mir aber nicht wehgetan. Da denkt man schon, so ein Mist. Ich gehe ans Limit, mache Sachen, die man eigentlich nicht macht. In den ersten Spielen habe ich einen Spagat auf dem Tor gemacht, das war ganz schön. Die technische Leitung fand das natürlich überhaupt nicht schön, hat gesagt: „Komm da runter, Du spinnst wohl, ich glaub es geht los!“ (lacht) Ich habe dann nett gewinkt, aber die waren sehr streng und wollten mich da wieder runter haben. Ich mache gerne mal ein bisschen verrückte Sachen.

Das macht Karlchen aber auch aus.

Ichmael: Ja, er ist liebevoll und ein bisschen durchgedreht. Ich mag das ganz gerne und die Kinder glaube ich auch. Der eine oder andere Große hat auch schon gesagt, dass ich das ganz toll mache, die knuffen mich alle gern. Das ist positiv aufgeladen, das Karlchen.