Keine zehn Zentimeter fehlen zum durchaus verdienten Punktgewinn!

Kollektives Trösten für Andreas Wolff.

DKB Handball-Bundesliga

HSG Wetzlar verliert denkbar knapp mit 24:25 gegen den Bergischen HC

Auf tragischste Art und Weise verliert die HSG Wetzlar im dritten Heimspiel mit 24:25 gegen den Bergischen HC. Dabei konnten Christian Rompf und auch Kristian Bliznac wieder am Spielgeschehen teilnehmen, jedoch musste HSG-Trainer Kai Wandschneider neben den zahlreichen Langzeitverletzten auch noch auf Nationalspieler Tobias Reichmann (Knieprobleme) und Mittelmann Florian Laudt (Hexenschuss) verzichten. Die Grün-Weißen boten den 3712 Zuschauern in der Rittal Arena wiedermal eine kämpferisch ansprechende Leistung, mussten sich jedoch mit dem Schlusspfiff geschlagen gegeben, da der letzte Wurf von Viktor Szilagyi tragischerweise knapp zehn Zentimeter hinter der Torlinie liegen blieb und somit den Domstädtern die vierte Niederlage aus den ersten fünf Spielen bescherte.

Die HSG Wetzlar tat sich in den ersten Minuten schwer mit der kompakten Abwehrreihe der Gäste und auch die eigene Deckung offenbarte kleine Anlaufschwächen. Das spiegelte sich im Zwischenstand wieder, so dass es nach acht Minuten schon 5:2 für den BHC stand. Im grün-weißen Angriffsspiel setzten im weiteren Verlauf Nationalspieler Steffen Fäth und Jens Tiedtke immer mehr Akzente. Fäth bewies sich als treffsicher von jenseits der „Neunmeterlinie“ und Jens „Tito“ Tiedtke wurde von seinem Rückraum sehenswert in Szene gesetzt, was jedes mal mit einem Torerfolg veredelt wurde. Auch Andreas Wolff hatte immer häufiger seine Hände am Ball, woraufhin nach 18. Minuten beide Teams sieben Tore auf ihrer Habenseite stehen hatten.

In der 20.Minute erhitzte dann ein grobes Foul von BHC-Kreisläufer Stanko Sabljic an Steffen Fäth die Gemüter in der Rittal Arena, woraufhin Sabljic nicht weiter am Spielgeschehen teilnehmen durfte, da er für den Faustschlag die Rote Karte sah. In den letzten zehn Minuten der ersten Hälfte mühten sich beide Mannschaft in der Offensive ab, jedoch ohne Effektivität vorweisen zu können. Diese besaß aber der letzte Wurf kurz vor der Halbzeitsirene von Neuzugang Kent Robin Tönnesen, der mit dem 12:12 Ausgleichstreffer noch ein Highlight im ersten Durchgang setzen konnte.

In den ersten Minuten der zweiten Halbzeit fanden die „Bergischen Löwen“ den besseren Start und gingen mit 17:15 nach 37 Minuten in Führung. Fast jeder Angriff beider Teams wurde bis zur Grenze des Möglichen ausgereizt, da es beiden Angriffsreihen ein wenig an Kreativität und Durchschlagskraft fehlte. Wurde es für den BHC in der Offensive eng, konnten sich die Hinze-Schützlinge auf ihren Spielmacher Viktor Szilagyi verlassen, der vor allem einfache Treffer aus der zweiten Reihe markierte. Auf der Seite der HSG Wetzlar war es unter anderem der norwegische Nationalspieler Kent Robin Tönnesen, der sich als treffsicher präsentierte. Nichts desto trotz vermochte es keines beider Teams sich deutlich abzusetzten, was der Zwischenstand von 21:21 nach 53 Minuten unterstrich.

Der große Höhepunkt sollte jedoch knapp sieben Minuten später folgen, denn mit dem letzten Wurf trifft Viktor Szilagyi mit einer gehörigen Portion Glück, das Wetzlarer Tor, woraufhin es keinen BHC-Spieler oder Verantwortlichen mehr auf der Bank hielt. Es handelte sich dabei um einen geblockten Ball aus dem Rückraum, der von Andreas Wolff bereits gehalten mit "Backspin" zurück spang und zehn Zentimeter hinter der Torlinie liegen blieb. Schluss, Ende, Aus!

Tröstende Worte und Gesten folgten auf Anhieb, für den niedergeschlagenen HSG-Rückhalt. „Ich mache Andy absolut keinen Vorwurf“, ließ sein Trainer Kai Wandschneider in der anschließenden Pressekonferenz verlauten und direkt nach dem tragischen, letzten Tor hallten „Andy“-Sprechchöre durch die Rittal Arena.

HSG Wetzlar: Wolff, Hombrados; Kraft, Tiedtke (4/1), Tönnesen (6), Balic (3), Bliznac , Fäth (7), Klesniks, Hahn (1), Krause, Weber (1), Rompf (2).
Bergischer HC: Gustavsson, Huhnstock; Hoße, Sabljic, Hegemann, Milijak, Gunnarsson, Nippes (4), Oelze (2/1), Artmann (5), Wöss (4), Weiß, Szilagyi (8), Berggren (2).

Zeitstrafen: 6:4 Minuten: HSG (Bliznac, Tiedtke, Fäth) – Bergischer HC (Weiß 2x) – Besondere Vorkommnisse: Rote Karte für Stanko Sabljic (grobes Foulspiel) – Strafwürfe: 1:3/1:1 – Schiedsrichter: Brauer/Holm – Zuschauer: 3712.

Stimmen zum Spiel:

Sebastian Weber: „Wir waren das gesamte Spiel auf Augenhöhe. Heute war viel Pech dabei, da wir eine tolle Leistung abgeliefert haben. Die Rückraumspieler mussten fast alle durchspielen, was man am Ende schon gemerkt hat. Da haben sich dann kleine Konzentrationsfehler eingeschlichen.“

Kai Wandschneider: „Wir haben heute bravourös gekämpft und wurden mal wieder von unserem sensationellen Publikum bedingungslos unterstützt. Wir haben uns heute in weiten Teilen des Spiels für unsere gute Deckungsleistung nicht belohnt. Großes Lob an Steffen Fäth und Kent Robin Tönnesen, welche die letzten drei Spiele in sieben Tagen nahezu durchgespielt haben und heute auch wieder eine gute Leistung gezeigt haben. Eine Mannschaft, die so viel Herz und Leidenschaft zeigt, wird sich im Laufe der Saison noch belohnen.“

Viktor Szilagyi: „Wir haben heute verdient gewonnen. In der ersten Hälfte waren wir eindeutig das bessere Team, haben es jedoch verpasst uns deutlich abzusetzen. In der zweiten Halbzeit haben wir sehr diszipliniert gespielt. Der letzte Wurf geht sehr glücklich rein aber so ist das halt im Leben. Das gleicht sich alles wieder aus.“

Sebastian Hinze: „Nach solch einem engen Spiel ist es schwer über verdient oder unverdient zu sprechen. Es war eine sehr kampfbetonte Partie, die wir auch so annehmen wollten. Wir hatten uns vorgenommen geduldig im Angriff zu spielen, was uns auch sehr gut gelungen ist. Heute hätte es auch anders ausgehen können.“