Kevin Schmidt: „Wir wollen unsere Chance gegen Göppingen nutzen!“

DKB Handball-Bundesliga

Der Linksaußen der HSG Wetzlar spricht im Interview über den morgigen Gegner FA Göppingen, seine persönlichen Saisonziele und die Nationalmannschaft

Mit Kevin Schmidt besitzt die HSG Wetzlar einen der „Newcomer“ der deutschen Handballszene in ihren Reihen. Der Linksaußen besticht nicht nur durch seine Treffsicherheit vom Punkt, sondern konnte auch im Laufe der Saison mit seinem Wurfrepertoire glänzen und schaffte somit den Sprung in die Nationalmannschaft. Seit nunmehr sieben Jahren schnürt der 24-jährige die Handballschuhe für die Domstädter und hat sich in dieser Zeit zu einem grün-weißen Publikumsliebling gemausert. Wie die vergangene Woche beim DHB-Team für ihn gelaufen ist, was den kommenden Heimspielgegner FrischAuf! Göppingen (Anwurf: Freitag, 12.04.2013 um 19.45 Uhr in Rittal Arena Wetzlar) im Moment so stark macht und welche Ziele er noch mit seiner HSG Wetzlar erreichen möchte, verrät uns Kevin Schmidt in diesem Interview. 

Kevin, Du kommst gerade von der Nationalmannschaft, mit der Du eine Woche unterwegs warst und zwei Spiele gegen Tschechien bestritten hast. Ist so eine Länderspielwoche eher eine Belastung oder eine nette Abwechslung?

Schmidt: „Ein bisschen von beidem. Zu aller erst möchte ich sagen, dass es immer unglaublich viel Spaß macht zur Nationalmannschaft zu fahren. Ich sehe es eher als positive Belastung an. Dazu zähle ich aber auch die mentale Vorbereitung und Umstellung, genauso wie die Reisestrapazen, die teilweise unumgänglich sind. Körperlich sind wir alle so fit, dass wir das durchalten sollten.“

Bist Du zufrieden mit dem Verlauf der Woche bei der Nationalmannschaft?

Schmidt: „Mit meiner Leistung beim Spiel in Tschechien kann ich nicht zufrieden sein. Wir alle konnten einfach nicht an die Normalform anknüpfen, außer vielleicht Steffen Weinhold. Beim Spiel in Halle hatten wir Außenspieler eher weniger zu tun, da die meisten Aktionen über den Rückraum gelaufen sind, was bei einem Sieg aber überhaupt nicht schlimm ist, da wir jetzt weiterhin die Chance haben an der EM in Dänemark teilnehmen zu können. Das Ergebnis war das Wichtigste beim Rückspiel in Deutschland.“

Wo liegen die Unterschiede in Deiner „Arbeit“ bei der Nationalmannschaft und bei der HSG Wetzlar?

Schmidt: „Die Ausgangslage ist bei jeder Mannschaft eine andere. Beim Nationalteam bin  ich erst neu hinzugekommen und komme da eher von der Bank. Bei Wetzlar bin ich Mitglied des Mannschaftsrats, Stammspieler und trage eine noch größere Verantwortung, die ich auch gerne annehme.“

Um auf Deine Tätigkeit bei der HSG Wetzlar zu kommen. Wie wichtig war der Sieg in Gummersbach?

Schmidt: „Das war ein ganz wichtiger Sieg für uns, vor allem in Hinblick auf unsere kleine Durststrecke, die wir in diesem Jahr hingelegt hatten. Nach einigen knappen Niederlagen und einem vergebenen Punkt in Hannover war der deutliche Sieg gegen Gummersbach, eine hinter uns stehende Mannschaft, immens wichtig. Diesen Schwung wollen wir auch in das nächste Heimspiel gegen Göppingen mitnehmen.“

Welche weiteren Schlüsse ziehst Du aus der Partie gegen Gummersbach?

Schmidt: „Wir haben wieder eine kompakte Deckung gestellt, aus der wir einige Gegenstöße laufen konnten. Das hat uns auch schon in der Hinrunde ausgezeichnet und genau diese Marschroute müssen wir auch gegen FrischAuf! umsetzen. Ich fand es auch wichtig, dass wir keinen Zittersieg eingefahren haben, sondern über weite Strecken den Gegner dominiert haben. Wir werden alles geben, dass es gegen Göppingen vielleicht zu einer weiteren Leistungssteigerung reicht.“

Apropos Göppingen. FrischAuf! hat mit den Spielen im EHF-Pokal acht Siege in Folge einfahren können. Was macht die Petkovic-Schützlinge im Moment so stark?

Schmidt: „Sie bekommen es immer wieder gut hin einen starken Deckungsverbund zu stellen, an dem es sehr schwer ist, vorbei zu kommen. Im Tor steht seit kurzem bei Göppingen Primoz Prost, der sich als absoluter Glücksgriff erwiesen und wirklich starke Leistungen abgeliefert hat. Es wird am Freitag auf keinen Fall einfach, jedoch wollen wir unsere Chance in eigener Halle nutzen. Im Hinspiel hatte es ja auch schon geklappt Göppingen zu bezwingen!“

Welche Ziele möchtest Du mit dem DHB-Team als auch mit der HSG Wetzlar in der laufenden Spielzeit noch erreichen?

Schmidt: „Mit der Nationalmannschaft wollen wir ganz klar die EM-Qualifikation packen. Zuerst müssen wir in Montenegro bestehen und dann die Hürde Israel nehmen, die auch nicht zu unterschätzen sind. Ich bin aber guter Dinge, dass wir das schaffen. Mit der HSG Wetzlar haben wir ja unser Saisonziel schon erfüllt mit dem vorzeitigen Klassenverbleib. Jetzt wollen wir so viele Punkte wie möglich holen und vielleicht springt ja noch ein einstelliger Tabellenplatz bei raus. Mit der tollen Unterstützung unserer Fans bin ich mir sicher, dass wir auch dieses Ziel erreichen können.“