Klimovets kann sich zeigen

created by webmaster@hsg-wetzlar.de (Wolfgang Fischer)

31:26-Generalprobe gegen TSG Friesenheim Fünf Stammkräfte fehlen

Zumindest einen Sieg im letzten Vorbereitungsspiel vor der Rückrunden-Fortsetzung verzeichnen konnte die HSG Wetzlar am Samstag beim glanzlosen 31:26 (16:14) gegen den Zweitligisten TSG Friesenheim. Nachdem die bisherigen drei Test-Begegnungen in der EM-Pause allesamt verloren gingen also ein kleines Erfolgserlebnis für den mittelhessischen Bundesligisten. Mehr aber auch nicht. So sah es auch Trainer Ghennadij Chalepo: »Ich bin mit dem Spiel nicht unzufrieden. Wenigstens haben wir wieder gewonnen. Friesenheim war frischer als wir. Das ist aber normal nach unserem Trainingslager. Wir haben ja noch ein bisschen Zeit. Aber am Mittwoch gegen Göppingen muss es natürlich besser werden.«

 

So sahen die Zuschauer eine ausgeglichene Partie, in der von einem Klassenunterschied nichts zu sehen war. Der erste Treffer des Abends war Gäste-Linksaußen Philipp Grimm vorbehalten, den aber Daniel Valo postwendend beanwortete. Auch in der Folgezeit blieben die Gäste aus Ludwigshafen dran an den Grün-Weißen, da dem Wetzlarer Angriff trotz aller Bemühungen die Müdigkeit nach den intensiven Trainingseinheiten anzumerken war. In der 15. Minute scheiterte Lars Friedrich mit dem ersten Strafwurf an Gästekeeper Kevin Klier und vergab so beim Stand von 10:8 die Chance auf eine erstmalige Drei-Tore-Führung. Friesenheims Andrej Kogut ließ mit einem abermaligen Unterarm-Kracher die HSG-Deckung nicht gerade gut aussehen und erzielte so in der 20. Minute den 11:11-Ausgleich. Bis zum Pausenpfiff konnten die Gastgeber dann doch noch einmal etwas zulegen, sodass Adnan Harmandic mit seinem Rückraum-Treffer den 16:14-Halbzeitstand herstellen konnte.

Auch in Abschnitt zwei zunächst ein unverändertes Bild. Friesenheim gelang es immer wieder, mit vielen Kreuzbewegungen die Deckung der Wetzlarer am Laufen zu halten, Lücken zu finden und so zu erfolgreichen Abschlüssen zu kommen. Nach dem ersten Treffer vor heimischem Publikum von Andrej Klimovets in der 35. Minute zum 18:17 bedeutete fünf Minuten später das Tempogegenstoß-Tor von Christian Rompf zum 22:18 erstmals einen etwas beruhigerenden Vorsprung. Weiterhin waren allerdings die grün-weißen Angriffbemühungen nicht zwingend genug, um die Friesenheimer-Deckung vor unüberwindbare Probleme zu stellen. Zwar gelangen einzelne schöne Aktionen, wie das Hinterlaufen von Timo Salzer und Lars Friedrich in der 50. Minute, welches zu einem weiteren Strafwurf-Treffer des an diesem Abend vom Punkt sicheren Adnan Harmandic zum 27:23 führte, doch insgesamt war die Durchschlagskraft der Offensive aus dem Positionsspiel heraus nicht effektiv genug. Den letzten Tagestreffer zum 31:26 konnte Alois Mraz auf seinem Konto verbuchen, der damit eine Generalprobe für den Bundesliga-Alltag beendete, die deutlich machte, dass die Chalepo-Schützlinge noch Luft nach oben haben.

Mit welchem Personal die Restrunde angegangen wird, darüber war am Samstagabend noch keine Entscheidung gefallen. Neben den beim deutschen B-Team in Leipzig weilenden Kevin Schmidt und Steffen Fäth sowie dem verletzten Peter Jungwirth musste auch Kari Kristjan Kristjansson mit einer Grippe passen. Giorgos Chalkidis wärmte sich zwar mit auf, saß die erste Halbzeit auf der Bank, um dann in der Pause unter die Dusche zu gehen, da er nach Auskunft von Trainer Chalepo von den Ärzten nach seiner Zerrung noch kein grünes Licht für einen Einsatz bekam.

So konnte sich »Tryout-Spieler« Andrej Klimovets fast über die komplette Spielzeit zeigen und machte dabei einen engagierten Eindruck. Ob es allerdings zu einer Verpflichtung kommen wird, wurde nach Spielschluss nicht bekannt: »Andrej ist sicherlich ein Spieler, der uns sofort helfen kann. Ihm muss man mit seiner Erfahrung nichts mehr erklären. Wir müssen sehen, ob wir uns einigen«, so Chalepo vieldeutig.

Wetzlar: Marinovic, Weber; Rompf (5), Salzer (1), Valo (3), Mraz (2), Müller (3), Hahn (3), Harmandic (9/6), Friedrich (2), Klimovets (3)

Friesenheim: Klier, Bender; Dumitru, Grimm (5), Kogut (3), Backovic (2), Bühler (3), Hauk (5), Claussen, Becker (1), Kossler (7/4), Klimek

Zuschauer: 200
Zeitstrafen: 6:4 Min.
Siebenmeter: 7/6 : 4/4

(mro)