Kristian Björnsen: „Ich möchte und muss so schnell es geht Deutsch lernen!“

Genießt die letzten freien Tage vor dem Trainingsstart: Rechtsaußen Kristian Björnsen.

DKB Handball-Bundesliga

27-jähriger Neuzugang wurde vor wenigen Tagen erstmals Vater – Rechtsaußen kann Ankunft und Trainingsauftakt kaum erwarten

Vor wenigen Wochen wurde er mit seinem Team IFK Kristianstad schwedischer Meister, doch das eigentliche Highlight im Leben von Wetzlars Neuzugang Kristian Björnsen ist erst wenige Tage her. Da nämlich wurde er erstmals Vater. Seine langjährige Lebensgefährtin Guro brachte einen gesunden Jungen zu Welt. „Wir sind so stolz! Frau und Kind wohlauf und der Kleine isst, schläft und pupst – also alles wie es sein muss“, verrät Björnsen mit einem breiten Lächeln. „Aktuell sind wir noch in Kristianstad, um die letzten Dinge für den Umzug nach Lahnau zu packen. Es ist also derzeit eine Kombination aus Urlaub, Arbeit und Babysitten für mich.“

Fünf Tage vor dem Trainingsstart bei seinem neuen Club, der HSG Wetzlar, wird der Rechtsaußen nach Wetzlar ziehen und das Abenteuer Handball-Bundesliga in Angriff nehmen. „Es war immer mein Traum in Deutschland und in der Bundesliga zu spielen. Ich habe die Spiele hier in Schweden regelmäßig im Fernsehen verfolgt und jetzt werde ich bald selbst in der besten Liga der Welt spielen. Das ist einfach toll“, sprüht der 27-jährige vor Vorfreude. „In Deutschland spielen so viele gute Spieler in guten Mannschaften und kein Spiel ist einfach. Das wird eine große Herausforderung!“

Eine Aufgabe, die ihm die Wetzlarer Verantwortlichen uneingeschränkt zutrauen, schließlich hat der Club den trickreichen Linkshänder bereits seit einiger Zeit beobachtet. Schon im November 2013 waren Björnsens Qualitäten erstmals aufgefallen, als er mit der norwegischen Nationalmannschaft für ein Testspiel in Dutenhofen gastierte. „Seine Dynamik, seine Torgefahr und seine enorm positiven Körpersprache sind uns damals nachhaltig aufgefallen. Wir sind froh, dass er sich für die Wetzlar entschieden hat, trotz Angeboten aus ganze Europa“, so HSG-Geschäftsführer Björn Seipp.

Dass Björnsen eventuell zum Glücksgriff werden könnte, hat die diesjährige Europameisterschaft in Polen gezeigt, wo der Rechtsaußen mit 45 Toren drittbester Torschütze des Turniers wurde. Auch in der EHF Champions League zählte der Norweger zu den besten Rechtsaußen im laufenden Wettbewerb. Ihm  gelangen in der Gruppenphase 65 Tore, beeindruckende elf Treffer davon beim Auswärtsspiel beim FC Barcelona.

„Die vergangene Saison war herausragend, auch wenn wir bei der EM natürlich gerne die Bronzemedaille gewonnen hätten. Aber das ist Vergangenheit! Für mich zählt jetzt nur die HSG Wetzlar und ich kann es kaum erwarten, dass es endlich losgeht“, verrät Björnsen, der in Stavanger geboren ist und sich selbst als fröhliche, stets gut gelaunte Person beschreibt. „Ich habe auch von Kent Robin Tönnesen nur Gutes über Wetzlar und den Club gehört. Die Heimspiele in der Rittal Arena sollen unglaublich sein. Ein paar davon habe ich im Internet gesehen und hatte direkt Gänsehaut vor Vorfreude. Die Wetzlarer Fans sind wirklich hammermäßig! Ich hoffe, dass wir gemeinsam mit ihnen in der kommenden Saison viele Heimsiege feiern können.“

Zunächst einmal steht für die Grün-Weißen aber die schweißtreibende Vorbereitung an. „Ich weiß, weiß dass es hart werden wird, mit viel Training, Reisen und interessanten Testspielen. Aber grundsätzlich mag ich die Vorbereitungszeit und das schöne ist, sie ist irgendwann dann ja auch vorbei“, so der 27-jährige, der gerne kocht, Sport oder Filme schaut oder mit Teamkameraden Kaffee trinken geht. „Ich möchte so schnell es geht die deutsche Sprache lernen. Das wird nicht einfach, denn ich hatte Deutsche schon kurz in der Schule“, weiß der 58-fache Nationalspieler. „Es ist toll, dass der Club allen ausländischen Spielern einen gemeinsamen Deutschkurs, sogar mit unseren Frauen, anbietet. In der Gruppe lernt es sich sicherlich leichter. Das schweißt auch zusammen.“

Seine neuen Mitspieler hat Björnsen bereits alle im Internet studiert. Einen kennt er aber ganz genau. Kreisläufer Anton Lindskog, der gemeinsam mit ihm von Kristianstad nach Wetzlar wechselt. „Für den Club und allen voran die Trainer ist es eine große Herausforderung mit sieben neuen Spielern zu arbeiten und aus der Gruppe schnell eine Einheit zu formen, aber Wetzlar hat das in den vergangenen Jahren immer eindrucksvoll geschafft und Erfahrung mit der Situation. Ich werde alles, was in meiner Macht steht, dazu beitragen, dass wir so schnell wie möglich ein Team werden, das gemeinsam durch Dick und Dünn geht! Da sehe ich aber keine Probleme“, so der gefährliche Gegenstoß-Spieler.

Probleme hat Björnsen nur mit der Vorstellungskraft, was ihn in seiner neuen sportlichen Heimat kulturell erwartet. „Deutschland ist für mich Oktoberfest, Lederhosen und Bier“, so der Familienvater mit einem verschmitzten Lächeln. „Dazu hat Deutschland für mich viele tolle Sportler, extrem freundliche Menschen und den Drang in allem immer besser zu werden! Das will ich auch.“