Kurswert um zwei Punkte steigern

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VfL Gummersbach auf Distanz halten Anpfiff heute um 20.15 Uhr Nur noch Stehplatzkarten

Die HSG Wetzlar steht bei den mittelhessischen Handball-Anhängern weiter hoch im Kurs. Zum Heimspiel-Jahresabschluss am heutigen Mittwoch (20.15 Uhr) gegen den Renommierklub VfL Gummersbach erwartet der Handball-Bundesligist ein ausverkauftes Haus. Nach einem glänzend verlaufenen Vorverkauf für die Partie drei Tage vor Heiligabend wird es an der Abendkasse nur noch Stehplatzkarten geben. Darüber hinaus winkt ein ganz besonderes Jubiläum, denn kommen gegen den zwölffachen Deutschen Meister mindestens 4000 Zuschauer, so wird in der Halbzeitpause der Millionste Besucher der Wetzlarer Rittal-Arena geehrt.

 

Zwei Punkte gegen den aktuellen Tabellen-16. wären der Mannschaft von Trainer Ghennadij Chalepo allerdings um einiges lieber. Mit einem Sieg könnten sich die Grün-Weißen zum einen bei dann 14:20 Punkten weiter von der Abstiegszone entfernen, zum anderen den VfL Gummersbach in dieser zementieren und sich zu guter letzt - was auch nicht ganz unwichtig ist - ein entspanntes Weihnachtsfest bescheren.

Personell zwickt und zwackt es aber noch ein wenig bei den Mittelhessen. »Bruno« Chalkidis wird zwar trotz seiner Oberschenkelzerrung auf der Bank Platz nehmen, inwieweit er eingesetzt werden kann, »wird man sehen müssen« (Chalepo). Das Gleiche gilt für Kevin Schmidt. Der Linksaußen lag am Montag und Dienstag mit Fieber im Bett und dürfte höchstens im Notfall von der Bank aus zum Einsatz kommen.

»Wir haben zuletzt aufsteigende Form bewiesen«, blickt Chalepo der Partie gegen den VfL zuversichtlich entgegen, »auch wenn es gegen Nettelstedt nicht ganz gereicht hat.« Dass sich sein Team stabilisiert und bislang ergebnismäßig keine krassen Aussetzer nach unten hatte, belegt Chalepo mit den Auftritten in Berlin (23:25), gegen Kiel (24:28) oder jetzt in Hamburg (24:25). Dass die Zeit der Zehn-Tore-und-mehr-Niederlagen vorbei ist, untermauert auch das gute Torverhältnis von gerade einmal -20.

Was kämpferische Einstellung, Athletik und Dynamik sowie Dos-à-dos-Mentalität in der Deckung anbelangt, trifft dies auch voll und ganz zu. Vermisst werden zuweilen aber noch jene spielerischen Momente, mit denen man sich die Arbeit gerade gegen offensivere Abwehrreihen erleichtern kann. Vom Unterhaltungswert her waren bislang viele der Wetzlarer Heimauftritte 2011/2012 werbe- und publikumswirksam. Ein wenig mehr Spannung und Anspannung heute Abend gegen den VfL Gummersbach würden es aber auch tun.

Ghennadij Chalepo rechnet jedoch wieder mit einem engen Match. »Der VfL hat noch immer sechs bis acht erstklassige Leute und zudem viele seiner Spiele nur knapp verloren«, ist der aktuelle Europapokalsieger für den HSG-Coach »noch immer besser als sein Tabellenplatz. Und ich bin davon überzeugt, dass Gummersbach in der Liga bleibt.« Mit Rückraum-Linkshänder Adrian Pfahl und der vom THW Kiel umgarnten deutschen Kreislauf-Hoffnung Patrick Wiencek verfügt das Team von Interimstrainer Emir Kurtagic über zwei A-Nationalspieler, im 16-köpfigen Kader sind neun Akteure 22 Jahre und jünger. »Gummersbach spielt schnell und aggressiv. Dass den jungen Spielern dabei auch Fehler unterlaufen, liegt auf der Hand«, setzt Chalepo darauf, dass die Fehlerquote des VfL nicht gerade heute abrupt sinkt. Angeschlagen sind beim Tabellen-Drittletzten Rechtsaußen Vedran Zrnic (Oberschenkelzerrung) und Mittelmann Christoph Schindler (Fußverletzung), die aber behandelt werden und mitwirken können.

Es winken interessante Kreisläufer- (Kristjansson/Wiencek), Spielmacher- (Salzer/Mahe) und Rückraum-Fernduelle (Müller/Putics). Im Tor dürfte die HSG mit dem Duo Weber/Marinovic Vorteile haben. Vielleicht die entscheidenden, die zu einer Zwei-Punkte-Bescherung und einem grün-weißen Weihnachten verhelfen.

(ra)