Leckerbissen in ausverkaufter Halle

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TV Hüttenberg erwartet in ausverkaufter Sporthalle Ost in Gießen Nachbarn HSG Wetzlar

Die „tollen Tage“ sind noch nicht ganz vorbei, schließlich hat die Fastnachtszeit auch für die mittelhessischen Handballfreunde noch einen kleinen Leckerbissen parat. Am Freitagabend um 19.45 Uhr steigt in der Sporthalle Gießen Ost das heiß erwartete Rückspiel der 1. Bundesliga zwischen dem TV Hüttenberg und der HSG Wetzlar.

 

Das Heimrecht liegt eigentlich aufseiten des Erstliga-Aufsteigers, doch der TVH tauschte den vermeintlichen Heimvorteil des Hüttenberger Sportzentrums gegen den wirtschaftlichen Aspekt ein, dass in der eigentlichen Heimspielstätte der Giessen 46ers-Basketballer deutlich mehr Zuschauer Platz finden (4003 Plätze). Ausverkauft ist das Lokalderby natürlich nichtsdestotrotz bereits seit einem langen Zeitraum, nicht allein, da es für beide Mannschaften, neben dem Prestige, um zwei wichtige Punkte im Abstiegskampf geht.

„In einem solchen Derby spielen natürlich emotionale Belange eine nicht auszudenkende Rolle. Aber für uns geht es zunächst um zwei wichtige Punkte, um gar nicht erst weiter in den Kampf um den Klassenerhalt verstrickt zu werden“, fasst Gennadij Chalepo, Cheftrainer der Grün-Weißen, zusammen. Die Gäste aus Wetzlar hatten seit ihrem letzten Heimspiel gegen Frisch Auf Göppingen beinahe anderthalb Wochen Zeit, sich auszukurieren und auf das heutige Aufeinandertreffen intensiv vorzubereiten.

Auf der anderen Seite musste Hüttenberg am vergangenen Sonntag nicht nur beim THW Kiel antreten, sondern hatte auch in der Hildesheimer Börde einen längeren, ungeplanten Aufenthalt hinter sich, da sich der Mannschaftsbus nach einer kurzen Rast weigerte, wieder anzuspringen. „Ich glaube, in der Sportgeschichte gibt es eindeutig stärker verhärtete Fronten als die zwischen Hüttenberg und Wetzlar“, meint Jan Gorr, Trainer des TVH, ebenso wie Chalepo, der nach eigenen Angaben keine Probleme mit den sportlichen Nachbarn habe.

Personell werden vermutlich beide Teams in ihrer Bestbesetzung auflaufen können, auch wenn sich aufseiten beider Parteien einige Akteure mit kleineren Verletzungen herumplagen. So klagen bei den Hausherren sowohl Timm Schneider mit Daumenbeschwerden als auch Andreas Scholz mit Rückenproblemen über Wehwehchen aus dem Duell mit den Zebras. In Wetzlar knickte Linksaußen Christian Rompf zuletzt im Trainingsbetrieb um und hat Probleme mit dem Sprunggelenk, während Rückraumakteur Lars Friedrich unter der Woche mit einer Krankheit laborierte.

Spielerisch und taktisch kennt man sich selbstverständlich beinahe genauso gut wie persönlich untereinander. Dabei warten die Gäste eindeutig mit dem individuell stärker besetzten Kader auf, der vor allem durch seine Breite überzeugen kann. Hinzukommt der torgefährliche Rückraum, dessen Schlagkräftigkeit sicherlich über entsprechende Qualität des Gegenübers hinausreicht. Der TVH hat seine Trümpfe stattdessen im kollektiven Auftreten, geführt durch den Spielmacher und Kapitän Florian Laudt, der neben dem Ziehen der spieltaktischen Fäden auch einen zentralen Teil der Mannschaftsführung übernimmt. Im Hinspiel lag die Personalie Laudt noch verletzungsbedingt auf Eis, dennoch war Hüttenberg über knapp 35 Minuten mindestens ebenbürtig, bevor die HSG ihre Qualitäten endgültig in die Waagschale zu werfen wusste und den Aufsteiger schlussendlich mit 28:20 (11:11) bezwang.

„Derzeit haben die Grün-Weißen das wohl stärkste Aufgebot, das jemals in Wetzlar gespielt hat, demnach müssen wir uns emotional zeigen, aber dürfen auch nicht überdrehen“, lautet Jan Gorrs Vorgabe. Gespannt ist er auch „auf die Gespräche, die im Nachhinein der Begegnung geführt werden“ - schließlich hatten sich auch schon einige personelle Fragestellungen zwischen den beiden Vereinen angedeutet.

(po)