Linden-Cup: HSG Wetzlar triumphiert im Hessenderby über Melsungen

Machte ein Klassespiel: Neuzugang Anton Lindskog (Bild: www.sportfoto-vogler.de)

DKB Handball-Bundesliga

Team von Trainer Kai Wandschneider besiegt Nordhessen von 800 Zuschauern klar mit 32:27 (18:16) – Torhüter-Duo Nikolai Weber und Benjamin Buric überzeugt

Das ewig junge Hessenderby gegen die MT Melsungen gestaltete sich am Donnerstagabend zur ersten Bewährungsprobe für die HSG Wetzlar, nicht nur beim 25. Linden-Cup, sondern auch in der bisherigen Vorbereitung auf die neue Saison in der DKB Handball-Bundesliga. Mit einer eindrucksvollen Vorstellung distanzierten die Lahnstädter den nordhessischen Vertreter deutlicher als es das 32:27-Endergebnis aussagt.

In der prestigeträchtigen Partie konnte zunächst kein Team entscheidende Vorteile verbuchen. Die Begegnung verlief im ersten Durchgang „eng“, weil beide Angriffsreihen stets eine Antwort auf die Treffer des Gegners fanden. Während Melsungen mit der schnellen Mitte rasch zum Abschluss kam, setzten die Wetzlarer mehr auf spielerische Akzente, um den freien Mitspieler zu finden. HSG-Neuzugang Stefan Kneer konnte dabei nicht nur als zweifacher Vollstrecker, sondern auch als Anspieler an die Kollegen am Kreis, Jannik Kohlbacher und Anton Lindskog, gefallen. Nach ständigem Gleichstand (6:6, 9:9, 11:11) gingen die MT-Akteure dank der Nervenstärke von Michael Allendorf vom Siebenmeterstrich nach 18. Minuten erstmals wieder beim 12:11 in Führung. 

Danach wechselte HSG-Coach Kai Wandschneider seinen Rückraum aus, brachte Vladan Lipovina sowie die beiden Neuzugänge Philipp Pöter und Philipp Weber auf die Platte, ohne dass es zu einem Bruch im  Wetzlarer Spiel kam. Schnell hatten sich die Grün-Weißen die Führung beim 14:13 wieder geholt, die sie bis zum Wechsel auf 18:16 ausbauten. Bereits in den ersten dreißig Minuten wurde deutlich, dass die Mittelhessen auf der Torhüterposition mit einem ganz starken Nikolai Weber ein deutliches Plus besaßen, während MT-Keeper Rene Villadsen kaum einen Ball zu fassen bekam. Die Dominanz zwischen den Pfosten machte dann auch in der zweiten Halbzeit den Unterschied aus. 

Neuzugang Benjamin Buric knüpfte nahtlos an die starke Leistung von Nikolai Weber an, auf Melsungener Seite konnte Maurice Paske, der für Villadsen kam, keine entscheidenden Akzente setzen. Ballgewinne in der Abwehr und wohl durchdachte Angriffszüge der Mittelhessen führten zu einer zwischenzeitlichen 22:18- ( Holst, 37.) und 24:19-Führung (39.). Bei den Schützlingen von MT-Coach Michael Roth vermochten weder Timm Schneider noch Patrik Fahlgren das Spielgeschehen zu diktieren. Einzig die kraftvollen Einzelleistungen von Michael Müller und Momir Rnic führten zu Treffern der Nordhessen, die sich mit zunehmender Spielzeit immer schwerer taten, mit schnellen Kombinationen die  Wetzlarer Defensive um die starken Evars Klensiks und Anton Lindskog ins Laufen zu bringen. So arteten häufig Eins-gegen-Eins-Duelle in Ringkämpfe aus, die von den Unparteiischen mit Hinausstellungen geahndet wurden, sodass die Partie in einem „Zeitstrafen-Festival“ endete. 

Ab der 40. Minute standen die Zeichen ganz auf Sieg für die HSG Wetzlar, nach dem Lipovina zum 25.20 getroffen hatte. Nach dem 27:22 kam Melsungen dank eines Doppelschlages von Neuzugang Gabor Langhans noch auf 29:25 heran, doch die Grün-Weißen ließen nun nichts mehr anbrennen und erspielten unter dem Jubel des heimischen Publikums den deutlichen 32:27-Sieg heraus. 

Für HSG-Trainer Kai Wandschneider war wichtig, zu sehen, dass jeder seiner Akteure die ihm zugewiesene Aufgabe bestens erfüllte. „Die Mannschaft hat mich total überrascht. Dass wir praktisch aus dem Nichts hier so ein Spiel hinlegen, war nicht zu erwarten und ist einfach nur toll“, so der 56-jährige, der mit seinen Grün-Weißen nunmehr am Samstagabend gegen den DHB-Pokalsieger SC Magdeburg den Turniersieg erzielen kann. „Das ist natürlich unser Ziel“, so Wandschneider. Anwurf der Partie ist um 19.30 Uhr in der Sporthalle im Stadtzentrum Linden.

Stenogramm:

HSG Wetzlar: Nikolai Weber, Buric (ab 31.); Kneer (2), Lipovina (4), Björnsen (1), Pöter, Ferraz (3), Mirkulovski (1), Philipp Weber (4), Holst (9/6), Kraft, Hahn (3), Klesniks, Lindskog (2), Kohlbacher (3).  

MT Melsungen: Villadsen, Paske (ab 37.); Sellin (2), Fahlgren , Danner, Philipp. Müller (4), Boomhouwer (1), Rnic (4), Schneider (3), Allendorf (6/4), Vuckovic (n.e.), Michael Müller (3), Haenen (1), Langhans (3). 

Schiedsrichter: Kilp/Maier (Oberursel/Steinbach) - Siebenmeter: 6:6 ;4/4 - Strafminuten: 16/14 (Klesniks, Lindskog/zwei, Kneer/zwei, Pöter, Hahn, Kohlbacher – Müller, Schneider, Langhans je zwei, Boomhouwer).