Matthias Schwalbe absolviert bei der HSG Wetzlar ein Jahrespraktikum

DKB Handball-Bundesliga

„Kein Kaffee kochen und Däumchen drehen“

Matthias Schwalbe (17 Jahre, Spieler der U17 der HSG Wetzlar) packt früh morgens seine Tasche für die Arbeit, frühstückt und fährt dann mit  HSG-Geschäftsstellenleiterin Ruth Klimpke in die Nauborner Straße.  Seit August geht Matze im Rahmen eines Praktikums drei Tage in der Woche ins Büro anstatt auf die Schulbank. „Matze“, wie ihn seine Freunde nennen,  absolviert derzeit ein einjähriges Schulpraktikum bei der HSG Wetzlar - eine Chance, für die er sehr dankbar ist. „Als Björn Seipp mir das Praktikum zugesagt hat, habe ich mich sehr darüber gefreut. Handball nimmt viel Zeit in meinem Alltag in Anspruch, daher ist es umso schöner, dass ich jetzt auch einen Einblick hinter die Kulissen des Bundesligisten bekomme“, so der gebürtige Umstädter.

Matze war von klein auf handballbegeistert und kann so seine Leidenschaft mit dem Praktikum perfekt kombinieren. Viel Freizeit bleibt dem Schüler kaum. Neben lernen und arbeiten, steht für ihn zudem bis zu sechsmal Handball-Training in der Woche an. 2012 wechselte er von der JSG Groß-Umstadt/Habitzheim zur U17 der HSG Wetzlar. Mit seiner Mannschaft konnte er vergangenen Sonntag die Hessen-Meisterschaft gewinnen. „Handball ist mein Leben. Daher ist es für mich wichtig, dass ich neben der Schule trainieren kann. Mit dem Praktikum kann ich das gut verbinden. Falls ich zum Beispiel wegen eines Lehrgangs keine Zeit habe, bekomme ich frei. Die Fehlzeiten muss ich dann in den Ferien nachholen“, erklärt der  Rückraumspieler.

Seine Aufgaben auf der Geschäftsstelle sind vielfältig. „Einfach nur Kaffee kochen und nichts tun, das wollte ich auf keinen Fall machen. Mir war es wichtig, dass ich auch etwas dazulerne und mich persönlich weiterentwickeln kann“, zeigt sich Matze sehr zufrieden mit seinen Tätigkeiten. Neben Kundenbetreuung, Tickets ausstellen und weiteren organisatorischen Dingen muss er auch bei den Heimspielen anpacken. Während andere Jugendliche in seinem Alter das Wochenende nach ihren eigenen Wünschen gestalten, muss Matze meist entweder selber auf der Platte stehen, oder in der Rittal Arena die HSG Wetzlar neben dem Spielfeld unterstützen und aushelfen.

„Matthias hilft uns auf der Geschäftsstelle sehr und auch menschlich passt er super in unser Team. Mir ist es unter anderem wichtig, dass unsere Praktikanten ihre Aufgaben sorgfältig erledigen und das macht Matze sehr gut“, lobt HSG-Marketingleiter Alexander Finke den Siebzehnjährigen. Wie zu Beginn eines jeden Praktikums, musste er sich erst einmal orientieren und die Abläufe kennen lernen. Doch er hat sich schnell angepasst und kann mittlerweile seine Aufgaben aus dem „EffEff“.

Ein besonderes Highlight in seinem bisherigen Praktikum war für den jungen Handballer die Vor-Ort-Betreuung von Ivano Balic. „Es kamen 180 kroatische Schüler, die alle zu Ivano Balic wollten. Ich habe das Ganze koordiniert und den Ablauf geplant. Das war schon etwas Besonderes“, erinnert er sich an den damaligen Ansturm auf den Spielmacher der Grün-Weißen und ehemaligen Welthandballer.

Für den Rest der Zeit bei der HSG Wetzlar hätte Matze jedoch noch einen weiteren Wunsch: „Einmal würde ich gerne noch bei einer Auswärtsfahrt im Mannschaftsbus mitfahren. Und dann natürlich am liebsten noch einen Sieg mit nach Wetzlar nehmen.“ Das Praktikum bei der HSG Wetzlar kann Matze jedem Interessierten nur empfehlen, auch wenn es  ihn überrascht hat, wie viel es zu tun gibt, um den Spielbetrieb aufrecht zu halten: „Ich habe viel dazugelernt und mich auch persönlich weiterentwickelt.“

Die HSG Wetzlar bietet in jeder Saison Jahrespraktikanten und -praktikantinnen für das Fachabitur die Gelegenheit, einen Einblick in die Abläufe eines Profi-Handballklubs zu erhalten und freut sich über künftige Bewerbungen bei den Grün-Weißen.