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Nachwuchs

TV Hüttenberg gewinnt etwas überraschend Lokalderby gegen HSG Wetzlar

Es ist schon eine kleine Überraschung. Die A-Jugend-Handballer des TV Hüttenberg haben in der Bundesliga West das Derby gegen den Lokalrivalen HSG Wetzlar mit 24:19 (13:11) für sich entschieden. Mit 10:10 Punkten stehen die Hüttenberger nach diesem Sieg auf dem achten Platz. Die HSG Wetzlar verharrt trotz Niederlage weiterhin auf einem beachtlichen vierten Rang.

TV Hüttenberg – HSG Wetzlar 24:19

Derbys haben ihre eigenen Gesetze, sagte TVH-Trainer Tomasz Jezewski vor der Partie gegen den Bundesliganachwuchs aus Wetzlar – er sollte recht behalten. Von Beginn an überraschte der polnische Taktikfuchs seinen Gegner mit einer 6:0-Deckung, was ungewöhnlich für die Hausherren ist, da diese normalerweise eine offensive 3:2:1-Abwehr praktizieren. Dieser Griff in die Taktikkiste fruchtete auch gleich, denn nach 15 Minuten lagen die Gastgeber überaus deutlich bereits mit 8:2 vorne.

„Hüttenberg schien sehr gut vorbereitet gewesen zu sein auf unser Angriffsspiel, weshalb sie schnell davonziehen konnten“, musste auch HSG-Trainer Arno Jung neidlos anerkennen. Seine Schützlinge steckten, trotz hohen Rückstandes, nicht den Kopf in den Sand und kämpften sich Tor um Tor wieder ran. Immer wieder brachte die HSG den TVH-Deckungsverbund in die Seitwärtsbewegung und kam somit unter anderem zu Schlagwurftreffern aus dem Rückraum, in dieser Phase vor allem durch Evgeni Chalepo. Ergebnis dieser Aufholjagd war eine knappe 13:11-Halbzeitführung der Gastgeber.

Nach dem Seitenwechsel war es die erwartet enge Begegnung zweier starker Jugendteams, die sich in dieser Situation auf Augenhöhe begegneten, wobei die Hüttenberger aber immer einen sicheren Vorsprung innehatten.

Beim Stand von 18:15 ging das Derby in seine entscheidende Phase. Beide Mannschaften erarbeiteten sich in der Abwehr fünf Ballgewinne, die jedoch zu keinem einzigen Tor führten. „Wir haben in dieser Phase unsere hart erkämpften Bälle einfach zu leichtfertig abgegeben durch technische Fehler“, sagte Jung. Sein Gegenüber „Tomek“ Jezewski bestätigte dies: „Da hätte das Spiel kippen können, da die HSG auf eine 5:1-Deckung umgestellt hat und wir im Angriff die Geduld verloren haben.“ Diese fand der TVH in den letzten Spielminuten wieder und konnte am Ende einen doch recht deutlichen Derbyerfolg bejubeln.

Einen absoluten Sahnetag erwischte dabei Hüttenbergs Flügelflitzer Philipp Engel, der zwölf seiner 13 Torversuche im grün-weißen Kasten unterbringen konnte. Beide Trainer waren sich einig, dass der TVH-Linksaußen eine herausragende Leistung abgeliefert hat und wurde von seinem eigenen Übungsleiter als „coole Sau“ geadelt. Ein weiterer Faktor für den Heimerfolg der Hüttenberger war, dass Jezewski mit Tim Lauer und Johannes Klein zwei Akteure aus der B-Jugend hochgezogen und somit mehr Wechselspielraum hatte, gegenüber den vorangegangenen Spielen. HSG-Jugendkoordinator und Trainer Arno Jung fand in der eigenen Leistung den entscheidenden Punkt, weshalb es diesmal nicht zu zwei Punkten reichte: „Wir haben in der ersten Halbzeit elf Tore geworfen und in der zweiten Hälfte sogar nur acht. Das Angriffsspiel ist zurzeit unsere Achillesferse. Das fängt beim Gegenstoß an, wo wir nicht schnell genug umschalten und endet beim Wurfverhalten.“ Abschließend musste Jung nach dieser Abwehrleistung der Hüttenberger folgerichtig zugeben: „Der TV Hüttenberg hat heute verdient gewonnen.“

Hüttenberg: Solbach, Moutopoulos; Gilbert, Woiwod (1), Guckelsberger, Weiß, Tripkewitz (3), Funk, Engel (12/4), Rüdesheim (1), Niclas (5), Kinski (1), Schüler, Lauer, Klein (1).

Wetzlar: Löcher, Hanemann; Chalepo (6), Kaiser (1), T. Weber (1), Zörb (2), Gohly (2/2), Markovic (1), Kollmann (1), Lauber (5), Ehrig, Gümbel, Nowak, Schwalbe.

Schiedsrichter: Siebert/König (Radevormwald/Bergneustadt) – Zuschauer: 450 – Zeitstrafen: 10:8 Minuten.

Quelle: Gießener Anzeiger 25.11.13