Mit Respekt und Selbstbewusstsein in die Hauptstadt: Reichmann & Co. freuen sich auf Spitzenspiel in Berlin!

DKB Handball-Bundesliga

Tabellenvierter reist bereits am Dienstag an – Vage Hoffnung auf Valo-Einsatz

Mit einem waschechten Berliner an Bord wird der Mannschaftsbus der HSG Wetzlar am Dienstagvormittag in Richtung Hauptstadt aufbrechen: Linksaußen Tobias Reichmann, der die HSG-Fans nicht zuletzt durch seine elf Treffer beim deutlichen Heimspielsieg über den TV Neuhausen begeisterte, erblickte vor 24 Jahren an der Spree das Licht der Welt. Der Jung-Nationalspieler freut sich aus diesem Grund natürlich besonders auf das Duell bei den Füchsen. „Es ist toll, dass wir es geschafft haben, diese Partie am 13. Spieltag zu einem Spitzenspiel werden zu lassen. Wir fahren mit Respekt nach Berlin, haben, wenn alles passt, aber auch ganz sicher im Fuchsbau eine Chance“, so Reichmann selbstbewusst, dem die Wetzlarer Anhänger aufgrund seiner enormen Sprungstärke bereits den Beinamen „Air“ verpasst haben.

Anwurf der Partie, die vom DHB-Schiedsrichtergespann Christian Moles und Lutz Pittner geleitet wird, ist am Mittwochabend um 19 Uhr in der Max-Schmeling-Halle. Am Vormittag wird HSG-Coach Kai Wandschneider sein Team noch einmal zu einer Trainingseinheit in einer benachbarten Sporthalle bitten. „In dieser Englischen Woche bleibt auch aufgrund der langen Anreise nach Berlin nicht viel Zeit zum Regenerieren und Vorbereiten, da müssen wir jede Gelegenheit nutzen, um uns auf den Gegner taktisch und mental einzustellen. Mit dieser Vormittagstrainingseinheit haben wir zuletzt auswärts gute Erfahrungen gemacht. Dadurch wird der Tag nicht so lang und die Fokussierung geschärft“, erklärt Wandschneider, der sich auf das Duelle Dritter gegen Vierter freut. „Berlin ist der klare Favorit! Sie haben eine ausgeglichen besetzte Mannschaft mit einer Reihe von Weltklassespielern und sich zuletzt mit Iker Romero, Börge Lund und Konstantin Igropulo herausragend verstärkt. Das wird eine ganz schwere Aufgabe für uns, aber wir werden uns dieser Herausforderung gerne stellen“, so der HSG-Trainer, der um den Einsatz von Linkshänder Daniel Valo weiter bangen muss. „Es wird sich wahrscheinlich erst im Abschlusstraining am Spieltag herausstellen, ob wir auf Daniel zählen können. Obwohl Michael Müller die halbrechte Angriffsposition in den vergangenen Spielen auch alleine beachtlich ausgefüllt hat, wären wir sicherlich froh über eine Alternative. Aktuell können wir aber nur abwarten!“

Auch bei  HSG-Kreisläufer Jens Tiedtke herrscht große Vorfreude auf das Duell mit den Füchsen. „Berlin ist als Champions League-Teilnehmer der klare Favorit! Sie haben eine starke Mannschaft und treten vor ihren eigenen Fans an, die ganz sicher einen Sieg über Wetzlar erwarten. Allerdings räume ich uns eine Außenseiterchance ein, wenn es uns gelingt, wie zum Beispiel in Göppingen, eine kompakte Mannschaftsleistung aufs Parkett zu legen. Natürlich wollen wir unseren guten Lauf derzeit nutzen, um auch aus der Max-Schmeling-Halle etwas Zählbares mitzunehmen. Doch dafür muss wirklich alles passen!“

So wie am vergangenen Samstag, als wie entfesselt aufspielende Wetzlarer den Aufsteiger TV Neuhausen sowohl in der Abwehr als auch im Angriff auseinander nahmen und letztlich auch in der Höhe verdient mit 35:25 gewannen. „Das war schon ein wirklich begeisternder Handball unserer Mannschaft“, so HSG-Geschäftsführer Björn Seipp. „An der Charakterstärke unserer Mannschaft besteht kein Zweifel, dass haben nicht zuletzt die 60 Minuten am Samstag beweisen. Die Jungs  haben sich mittlerweile so viel Selbstbewusstsein erspielt, dass sie sogar ein solches ‚Muss-Spiel‘ wie gegen Neuhausen mit der notwendigen Lockerheit angehen. Dieses Wissen um die eigene Stärke wird uns auch in Berlin helfen, entsprechend konzentriert zu Werke zu gehen.“ Ganz ohne Druck könnten die Wetzlarer jedoch in Berlin nicht aufspielen, meint der 38jährige. „Wir wollen beweisen, dass die Erfolge zuletzt nicht von ungefähr kommen und es auch unsere tolle Mannschaft endlich einmal verdient hätte vor den Live-Kameras von Sport1 zu spielen. Am Mittwoch spielt der Tabellendritte gegen den Vierten und die Fans schauen in die Röhre!“