Mit Teamgeist und Kampfkraft für Befreiungsschlag gesorgt!

DKB Handball-Bundesliga

HSG Wetzlar feiert klaren 31:21-Erfolg (18:12) über den TuS N-Lübbecke - Wandschneider lobt tolle Stimmung in Rittal Arena

Im zweiten Heimspiel der noch frischen Saison 2013/2014 in der DKB Handball-Bundesliga hat sich die HSG Wetzlar den "Frust von der Seele" geworfen und einen deutlichen 31:21-Sieg über den TuS N-Lübbecke eingefahren. Die Vorzeichen standen vor dem Spiel nicht gut für die Grün-Weißen, da mit Christian Rompf (Gehirnerschütterung), Magnus Dahl (Augenverletzung) und Kristian Bliznac (Bänderriss) drei weitere Akteure innerhalb kürzester Zeit ausgefallen waren. Die Domstädter wandelten diese Rückschläge jedoch offensichtlich in Motivation um, die sich dann vor stimmungsgewaltigen 3546 Zuschauern in einer intensiv geführten Partie positiv entlud. 

Nach 21 Minuten brach der Damm!

Ab der ersten Sekunden war die HSG Wetzlar und ihr Publikum sehr präsent, was einen Start nach Maß ermöglichte. Vor allem Nationalspieler Tobias Reichmann setzte schon früh Akzente und steuerte drei lupenreine Treffer zur 6:3-Führung nach acht Minuten bei. Diese war allen voran Verdienst einer sicheren Deckung, die Tore aus der ersten und zweiten Welle möglich machte. Im Rückraum zog Neuzugang Florian Laudt geschickt die Fäden und offenbarte auch Torjäger-Qualitäten aus der zweiten Reihe. „Flo hat heute eine starke Leistung gezeigt, die Mannschaft gut geführt und auch Torgefahr ausgestrahlt“, so die lobenden Worte seines Trainers Kai Wandschneider nach dem Spiel.

Die Gäste aus Lübbecke konnten sich zu Beginn aber auch auf ihren starken Rückraum verlassen und ließen sich nicht abschütteln, woraufhin es nach 17 Spielminuten nur knapp 10:8 für die Hausherren stand. Doch der zweite Nationalspieler in Reihen der Domstädter, Steffen Fäth, stand der Angriffsleistung der Lübbecker in nichts nach und präsentierte sich wie schon in den ersten Saisonspielen treffsicher aus dem Rückraum. Mit intaktem Teamgeist, einem aufblühendem Andreas Wolff im Tor und einem schnellen Offensivspiel schalteten die Gastgeber um Kapitän Jens Tiedtke nach und nach einen Gang höher und zogen in wenigen Minuten auf 15:9 davon. Wetzlar hielt den Druck weiter aufrecht und ging mit einer deutlichen 18:12-Führung in die Kabine.

Gastgeber machten den Sack in der zweiten Hälfte zu!

Mit Anpfiff der zweiten Hälfte schlich sich etwas Hektik und Überhärte ins Spiel, was in mehrere Zeitstrafen mündete. Dabei offenbarte sich die Rittal Arena einmal mehr als „Hexenkessel“, denn die über 3.500 Zuschauer feuerten ein „Stimmungsfeuerwerk“ der Extraklasse ab. „Gepusht“ von der Kulisse stellte Neuzugang Andreas Wolff einen sicheren Rückhalt dar und entschärfte neben einem Siebenmeter zahlreiche Würfe der Gäste von jenseits der Neun-Meter-Linie. Unterstützt wurde der 22-jährige HSG-Torhüter von seinen Vorderleuten. Florian Laudt verunsicherte als vorgezogener "Indianer" den gegnerischen Angriff enorm und Sebastian Weber verurteilte den wurfgewaltigen Jens Schöngarth beinahe zum Statisten. Das schlug sich dann auch im Zwischenergebnis nieder, denn nach 45 Minute führte die HSG Wetzlar zum ersten Mal mit zehn Toren (25:15). 

Bis zum Ende hielten die Wandschneider-Schützlinge die Konzentration hoch und erlaubten sich keinerlei Schwächephasen. Mit den frenetischen HSG-Fans im Rücken ließen die Grün-Weißen auf dem Parkett nichts mehr anbrennen, so dass auch die beiden „Youngsters“, die eigentlich für die "U23" des Clubs auflaufen, Fabian Kraft und Marius Sulzbach noch zu Einsatzzeiten kamen und den ersten HSG-Sieg in der Saison 2013/2014 mit bejubeln durften. HSG-Übungsleiter Kai Wandschneider sprach nach dem Schlusspfiff seiner Mannschaft und den eigenen Anhängern ein großes Lob aus: „Ich muss unseren Fans ein riesiges Kompliment machen, denn sie haben uns ab der ersten Minute sensationell unterstützt, so dass den Jungs nahezu Flügel gewachsen sind.“

Stenogramm: 

HSG Wetzlar: Wolff, Sulzbach; Laudt (5), Tiedtke (2), Tönnesen (5/1), Balic (1), Kraft, Reichmann (5), Fäth (8/2), Klesniks, Hahn (2), Krause (2), Weber (1)

TuS N-Lübbecke: Blazicko, Semisch; Gustafsson, Loke (2) , Vukovic (3), Wilke (3/2), Langhans (2), Tauabo, Pajovic (2), Niewrzawa, Schubert (1), Niemeyer (3), Schöngarth (4), Remer (1).

Zeitstrafen: 10:4 Minuten: HSG (Tiedtke 3x, Reichmann, Klesniks) – TuS N-Lübbecke (Pajovic, Schöngarth) – Besondere Vorkommnisse: Rote Karte für Jens Tiedtke (3x zwei Minuten) – Strafwürfe: 3:4/2:4 – Schiedsrichter: Baumgart/Wild – Zuschauer: 3546.

Stimmen zum Spiel:

Florian Laudt: „Die emotionale Spielweise tat mir und der ganzen Mannschaft sehr gut. Wir wurden heute bedingungslos von unseren Fans angefeuert, was uns zusätzlich gepusht hat. Mit der Führung und den Emotionen haben wir dann Selbstvertrauen getankt, was sich auf jedes Mannschaftsglied auswirkte.“

Kai Wandschneider: „Wir wollten auf keinen Fall das dritte Spiel in Folge verlieren. Ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment aussprechen, da sie heute unglaublich gekämpft hat. Aufgrund der Verletzten musste ich ein wenig umstellen, jedoch sind die Umdisponierungen ein Glück aufgegangen. Manchmal macht die Not halt erfinderisch. Die Abwehr in Kombination mit unseren Torhütern hat sich sehr stark präsentiert, was ein wichtiger Faktor war. Heute haben viele Dinge geklappt. Ich bin sehr, sehr, sehr erleichtert.“ 

Jens Schöngarth: „Wir waren heute in jederlei Hinsicht nicht mit 100 Prozent dabei, im Gegensatz zu der HSG Wetzlar. Sie haben gekämpft wie die Löwen und haben den Sieg somit verdient. Wir wussten, dass die HSG Wetzlar mit dem Rücken zur Wand stand, jedoch hat es bei uns heute vor allem an Leidenschaft gefehlt.“

Dirk Beuchler: „Wir wussten, was auf uns zu kommt und ich habe meine Spieler auch, ob der Situation der HSG Wetzlar, gewarnt. Wir waren heute 10 bis 15 Prozent langsamer, weniger aggressiv und leidenschaftsloser als beim Heimsieg über Melsungen. Die Abwehrarbeit war nicht gut, was meistens auch eine nicht so starke Torhüterleistung mit sich bringt. Ich bin überhaupt nicht zufrieden mit der Einstellung, die wir heute an den Tag gelegt haben, jedoch haben wir das Glück, dass wir schon am Mittwoch für Wiedergutmachung sorgen können.“