Mit Wut im Bauch Favoriten ärgern

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Wetzlar empfängt Flensburg in Dutenhofen »Man hat immer eine Chance« Rest-Karten an der Abendkasse

Peter David und Uli Wolf lachten auf der Pressekonferenz wie zwei kleine Kinder an Weihnachten. Die beiden Trainer des TV Großwallstadt waren glücklich über den 28:23-Erfolg ihrer Mannschaft über die HSG Wetzlar, den man durchaus als eine Art Geschenk bezeichnen konnte. »Wir haben nicht gekämpft und keine Einstellung gezeigt. Sonst hätten wir etwas geholt. Unsere Chancenauswertung ist seit drei Spielen ein Problem«, ärgerte sich HSG-Coach Gennadij Chalepo über die Niederlage in der Handball-Bundesliga.

 

Der Trainer möchte sein Team heute im DHB-Pokal (2. Runde) gegen die SG Flensburg/Handewitt anders sehen. »Wir müssen um jeden Zentimeter Boden kämpfen«, fordert er. Angepfiffen wird das Pokalduell mit den Nordlichtern um 20.15 Uhr in der Dutenhofener Sporthalle, die für 1500 Fans Platz bietet. Karten gibt es an der Abendkasse (ab 18.45 Uhr).

Für Geschäftsführer Björn Seipp waren es vor allem finanzielle Gründe, die Partie nicht in der Rittal-Arena auszutragen: »Dort hätten wir Miete zahlen müssen und hätten nichts von den Catering-Einnahmen gehabt. Es ist ja auch so, dass die Ticketeinnahmen im Pokal mit dem Gast geteilt werden. In Dutenhofen bleiben die Einnahmen an Essen und Trinken direkt beim Verein.« Wirtschaftlich noch lukrativer wäre ein erneutes Weiterkommen im Pokal, auch wenn erst der Einzug ins Final-Four in Hamburg so richtig Geld einbringt. »Ein Weiterkommen ist für einen kleinen Verein wirtschaftlich interessant. Aber richtig Geld gibt es erst in Hamburg«, sagt Seipp, der sich noch immer über die Niederlage vom Sonntag ärgert: »Das wir uns nach einer so guten Anfangsphase den Schneid abkaufen lassen, ist schon ärgerlich. Aber bange ist mir vor der SG nicht, da wir Chancen herausspielen und zum Abschluss kommen.« Nur die Auswertung dieser Gelegenheiten ist derzeit mangelhaft und das große Manko. Schon bei der 30:36-Niederlage in Flensburg vor zweieinhalb Wochen spielte Wetzlar gut mit, scheiterte aber auch an sich selbst. Chalepo: »Wir haben auch da schon zu viele Chancen ausgelassen. Jedem muss klar sein, dass es im Pokal nicht wichtig ist, ob man ein gutes Spiel macht und knapp verliert. Da muss man gewinnen. Und das wollen wir schaffen. Man hat gerade in diesem Wettbewerb immer eine Chance.«

Die Nordlichter kommen mit breiter Brust nach Mittelhessen und wollen dort ihrer Favoritenrolle gerecht werden. Nach dem 33:28-Heimerfolg über den TuS N-Lübbecke am Samstag belegen die Flensburger den fünften Tabellenplatz. Im Duell mit den Niedersachsen erwies sich allen voran Keeper Sören Rasmussen als Turm in der Schlacht. Aber auch auf dem Feld hat Trainer Ljubomir Vranjes einige Ausnahmekönner aufzubieten. So war der österreichische Nationalspieler Viktor Szilagyi am Samstag wieder auf dem Spielberichtsbogen gemeldet, wurde aber nach seinem Bänderriss noch geschont. Gut möglich, dass er seine ersten »Gehversuche« heute in Wetzlar macht.

Ein Wiedersehen feiert die HSG mit dem deutschen Nationalspieler Lars Kaufmann, der bei der HSG großgeworden ist und nun bei der SG im Rückraum eine wichtige Rolle spielt. Auch Petar Djordjic ist eine Ex-Wetzlarer. Holger Glandorf auf Halbrechts und Thomas Mogensen auf der Spielmacherposition runden das starke Profil der Gäste ab. »Nach der Niederlage beim TVG müssen wir keine Panik machen. Wir müssen nur den Kopf freibekommen und das Tor treffen. Die Spieler sollen den Duft der alten Dutenhofener Halle riechen. Zu meiner Zeit als Spieler konnten wir Flensburg hier schlagen«, sagt Chalepo, der keine Ausfälle zu beklagen hat und auf eine Pokalüberraschung hofft.

(jms)