„Möchte einen weiteren Schritt nach vorne machen“

DKB Handball-Bundesliga

Neuzugang Florian Laudt freut sich auf Erstliga-Engagement bei der HSG Wetzlar

Ab der kommenden Saison wird Florian Laudt zusammen mit Adnan Harmandic das neue Spielmachergespann bei der HSG Wetzlar bilden. Der 29-jährige Sport- und Mathematiklehrer, der vom Zweitligisten TV Hüttenberg in die Domstadt wechselt, unterschreibt für zwei Jahre bei den Grün-Weißen. „Ich habe in dem Erstligajahr mit Hüttenberg richtig Blut geleckt und möchte mich in Zukunft wieder in der ‚stärksten Liga der Welt‘ beweisen“, so der 1,92 Meter große Rechtshänder. HSG-Geschäftsführer Björn Seipp ist sich sicher, dass „Florian Laudt mit seiner Erfahrung und Spielintelligenz der HSG Wetzlar weiterhelfen wird. Er ist ein waschechter Mittelhesse und passt aufgrund seiner Routine und Führungsqualitäten sehr gut in diese junge und ambitionierte Mannschaft.“ Welche Ziele der ehemalige TVH-Kapitän mit dem letztjährigen Tabellensiebten verfolgt, worin er seine Stärken und Schwächen sieht und warum er sich für den Erstligisten aus Wetzlar entschieden hat, verrät Laudt in diesem Interview.

Florian, was für Ziele hast Du Dir mit der HSG Wetzlar gesteckt? 

Laudt: „Es ist noch ein wenig zu früh über konkrete Ziele zu sprechen. Wir stehen vor einem personellen Umbruch, weshalb wir uns erst in der sechseinhalbwöchigen Vorbereitung finden müssen. Dafür benötigen wir ein wenig Zeit aber ich bin guten Mutes, dass wir das hinbekommen, da sich die HSG Wetzlar sehr gut verstärkt hat. Wir peilen den frühzeitigen Klassenverbleib an, auch wenn die letzte Saison optimal für unseren Club gelaufen ist.“

Was waren die Gründe für den Wechsel zur HSG Wetzlar? 

Laudt: „Zum einen bin ich in Mittelhessen verwurzelt und mit meiner Anstellung als Lehrer habe ich hier auch eine berufliche Absicherung gefunden. Zum anderen ist die HSG Wetzlar der Verein in der Region, der das sportliche Zugpferd ist und bei dem ich die Möglichkeit bekomme in der ersten Liga zu spielen und mich mit den Besten zu messen.“

Worauf freust Du Dich am meisten bei dieser neuen Aufgabe? 

Laudt: „Auf die Heimspiel in der Rittal Arena und die tollen Fans. Des Weiteren auf eine homogene junge Mannschaft mit einem sehr routinierten Trainergespann Kai Wandschneider und Jasmin Camdzic. In Hüttenberg war es so, dass über die Jahre eine feste Struktur zusammengewachsen ist und jetzt wollte ich einen weiteren Schritt nach vorne machen und was Neues kennen lernen.“

Du wirst Dir die Spielmacherposition mit Adnan Harmandic teilen. Was hast Du für persönliche Ziele?

Laudt: „Ich finde, dass Konkurrenzkampf das Geschäft belebt. Ich denke wir beide und die Mannschaften werden davon profitieren. Hauptsächlich möchte ich mir natürlich Spielzeiten erarbeiten, mich anbieten und weitere Erfahrungen sammeln. Natürlich wird das keine einfache Aufgabe aber ich werde alles geben, um der HSG Wetzlar so viel wie möglich zu helfen, ihre Ziele zu erreichen.“ 

Du hast von 2005 bis 2006 schon einmal für die HSG gespielt. Hast Du den weiteren Werdegang der HSG Wetzlar weiterhin verfolg und wenn ja wie? 

Laudt: „Heutzutage bekommt man ja über die Presse sehr viel mit. Zudem sieht man sich auch bei manchen Spielen, bei denen man sich dann auch immer unterhalten hat. Mit dem früheren HSG-Kapitän Timo Salzer hatte ich regelmäßig Kontakt, da wir zusammen Junioren- und Jugendnationalmannschaft gespielt haben, weshalb ich auch über die positive Entwicklung der HSG Wetzlar immer gut informiert war.“

Mit Hüttenberg hast Du schon ein Jahr in die erste Liga hineinschnuppern dürfen. Welche Reize bringt  der Schritt in das Handball-Oberhaus mit? 

Laudt: „Das eine Jahr in der ersten Liga war schon sehr beeindrucken. Die Dimensionen sind ganz andere als in der zweiten Liga, wenn man in eigener Halle vor über 4.000 Zuschauern spielen darf oder bei Auswärtsspielen sogar 8.000 bis 10.000 Besucher in der Halle sind. Wenn man Sportler ist, strebt man immer nach dem Höchsten und dann macht es schon Spaß in der vermeintlich ‚besten Liga der Welt‘ mitzumischen und dort versuchen für sich und allen voran den Club Akzente zu setzen.“

Wo würdest Du Deine Stärken im Spiel sehen? 

Laudt: „Es ist eigentlich immer gut, wenn das die Trainer bewerten. Ich glaube aber, dass ich eine gewisse Erfahrung mitbringe und so in entscheidenden Momenten auch die Ruhe bewahren kann und mich nicht von Schiedsrichterentscheidungen, Gegenspielern oder dem Publikum aus dem Konzept bringen lasse. Zudem war ich bisher immer variabel einsetzbar, ob im Angriff oder Abwehr, was womöglich ein weiterer Pluspunkt ist.“

Und Deine Schwächen? 

Laudt: „Die liegen vielleicht ein wenig in der Athletik. Ich werde nie der Spieler sein, der am höchsten springt, am festesten wirft oder am schnellsten läuft. Ich hoffe, dass ich die kleinen athletischen Defizite unter der Leitung von unserem Spezialcoach Thorsten Ribbecke aufholen und auch mit spielerischem Witz kompensieren kann. Ich möchte der Mannschaft durch konstante Leistungen in Angriff und Abwehr einen gewissen Halt geben.“

Hattest Du schon Kontakt zu anderen Neuzugängen der HSG Wetzlar? 

Laudt: „Mit Sebastian Weber habe ich ja bei Hüttenberg lange zusammengespielt, daher kennen wir uns schon sehr gut. Die neuen Spieler aus der Bundesliga kenne ich aus meinem Jahr in der ersten Liga aber über die Jungs aus dem Ausland kann ich noch gar nichts sagen, freue mich aber sehr mit ihnen gemeinsam hier in Wetzlar etwas zu entwickeln.“