Nach 15 Minuten überrennt Wetzlar den Bergischen HC!

Bild: www.sportfoto-vogler.de

DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessen erklimmen nach deutlichem 28:19-Heimserfolg zwischenzeitlich 2. Tabellenplatz – Überragender Andreas Wolff: „Wenn es läuft, dann läuft´s!“

Der Handball-Erstligist HSG Wetzlar hat seine Siegesserie in der DKB Handball-Bundesliga am Samstagabend fortgesetzt. Auch der Bergische HC konnte die Mannen von Trainer Kai Wandschneider nicht aufhalten, die somit aus den vergangenen sieben Ligaspielen 13:1-Punkte holten. Mit 28:19 (14:7) gewannen die Grün-Weißen souverän gegen die „Löwen“ aus dem Bergischen Land und sicherten sich somit vorübergehen Platz 2 der Tabelle in der stärksten Liga der Welt.

„Ich hatte vor dem Spiel leichte Bauchschmerzen, da wir erstmals in dieser Saison als Favorit in ein Heimspiel gegangen sind“, sagte Wandschneider in der Pressekonferenz nach dem Spiel, um seine Spieler aber im gleichen Atemzug zu loben. „Wir sich die Mannschaft präsentiert hat, war sensationell Wir haben super gedeckt und hatten einen bärenstarken Torhüter dahinter.“

Gemeint war Nationalkeeper Andreas Wolff, der im Gegensatz zu seinen Vorderleuten, ohne Anlaufschwierigkeiten in die Partie fand und die Gästeangreifer von Beginn an entnervte. Trotzdem hatte Wetzlar in den ersten 15 Minuten Schwierigkeiten mit dem BHC.  Die Spielgemeinschaft aus Solingen und Wuppertal strahlte vor allem durch die beiden Rückraumakteure Alexander Oelze und Fabian Gutbrod Torgefahr aus.  In Rückstand geriet Wetzlar allerdings nie. Oelzes Treffer zum 4:4 (11.) war der letzte Ausgleichstreffer der erstazgeschwächten Gäste in der danach einseitigen Partie. Danach zogen die Gastgeber unaufhaltsam davon.

Immer mittendrin: Andreas Wolff. Egal, ob im Sitzen oder im Stehen, der Schlussmann hielt nun nahezu jeden Ball. "Über meine Leistung spreche ich nicht gerne. Wichtiger ist die Mannschaft. Und die hat heute wieder ein super Spiel gemacht", so Wolff gewohnt bescheiden.

Im Angriff war es Wetzlar Linksaußen Maximilian Holst, der jetzt die Akzente setzte. Mit Gegenstößen markierte er innerhalb von vier Minuten einen lupenreinen Hattrick zum 11:5 (22.). Zu dieser Zeit hatte Hinze schon längst eine Auszeit genommen, die aber wirkungslos verpuffte.

Die Deckung der Hausherren um Evars Klesniks und Kristian Bliznac stand „bombensicher“, Andreas Wolff parierte nahezu jeden Wurf und Kapitän Steffen Fäth war es vorbehalten in Überzahl den Treffer zum 14:7-Halbzeitstand zu erzielen. Die Partie war zu diesem Zeitpunkt bereits entschieden.

Nach der Pause zeigte sich den 4.178 begeisterten Zuschauer dann das gleiche Bild. Andreas Wollf hielt wie entfesselt, sogar einen Strafwurf von Alexander Oelze inklusive Nachwurf, und Maximilian Holst traf per Gegenstoß. In der 37. Spielminute waren die Grün-Weißen erstmals mit zehn Toren in Front (18:8, 37.). Kurz später bediente Holst Rechtsaußen Guillaume Joli per „Kempa“, der das schönste Tor des Tages erzielte und die somit Rittal Arena endgültig zu kochen brachte.

HSG-Coach Wandschneider nutzte die Gelegenheit, um Spielern, die in den vergangenen Partien weniger Einsatzzeiten bekamen, ausreichend Spielpraxis zu verschaffen. Youngster Vladan Lipovina kam schon direkt nach der Pause. Es folgten Nikolai Weber im Tor und Carlos Prieto am Kreis. Alle fügten sich nahtlos ins Team ein.

Nur aufgrund unnötiger Zeitstrafen kassierten die Grün-Weißen noch unnötige Treffer. Gleich zweimal stand Wetzlar nur zu viert auf dem Parkett. Doch auch in dieser Phase gab es für die Mittelhessen Grund zu jubeln. Kristian Bliznac sorgte mit seinem Treffer vom Kreis in doppelter Unterzahl für einen weiteren Höhepunkt (50.).

Auch der letzte Tagestreffer war dem Schweden gegen die zum Teil ideenlos wirkenden Gäste vergönnt. Max Holst überlies Bliznac, wenige Sekunden vor Schluss, den Ball zum Strafwurf. Trocken und kompromisslos, passend zum Auftritt der Mittelhessen, traf der 32jährige zum 28:19-Endstand.

"Dass wir heute so klar gewinnen, überrascht mich", sagte Maximilian Holst nach der Schlusssirene, die in den Jubelstürmen beinahe unterging. Der überragende Wolff hatte für den Höhenflug dagegen eine einfache Erklärung: "Wenn’s mal läuft, dann läuft’s."

Stenogramm:

HSG Wetzlar: Wolff, N. Weber (43.-60.); Prieto (1), Lipovina (2), Ferraz (2), S. Weber (1), Laudt (2), Holst (7), Fäth (4), Bliznac (5/1), Joli (2), Klesniks (2), Kohlbacher, Mirkulovski.

Bergischer HC: Gustavsson, Rudekc (31.-46.); Preuss, Gipperich (2), M. Hermann (1), N. Artmann (1), Gunnarsson (2), Oelze (5), J. Artmann (2), Weiß (1), Gutbrod (3), Szilagyi (2), Jonovski.

Schiedsrichter: Brodbeck/Reich. – Zeitstrafen: 10/10. – Rote Karte: M. Hermann (44., grobes Foulspiel). – Zuschauer: 4.178.